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Köln: Drei E-Scooter aus Rhein gefischt – dabei ist die Bergungsaktion nicht billig

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Zwei E-Scooter hängen an einem Kran.
Spezialtaucher, ein Beiboot und ein Autokran sollen die E-Scooter aus dem Rheinauhafen in Köln bergen. © Federico Gambarini/dpa

Die Bergung der E-Scooter aus dem Rhein hat begonnen. Etwa 60 Fundstellen sollen untersucht werden. Wurden die Taucher fündig?

Köln – Nach wochenlanger Diskussion um E-Scooter im Rhein in Köln haben die Verleihfirmen am Montag, 6. September, die ersten Roller geborgen. Spezialtaucher holten im Rheinauhafen die E-Scooter aus dem Wasser, ein Autokran hob diese dann an Land, wie die Plattform Shared Mobility (PSM), ein Zusammenschluss der Verleiher, mitteilte. Wie lief der erste Tag?

Köln: Bergung der E-Roller hat begonnen – doch gefunden wurden bislang nur wenige

Eine Untersuchung mit einem Sonarboot vor vier Wochen habe 105 Orte im Kölner Rhein ergeben, an denen E-Scooter liegen könnten, sagte Sebastian Schlebusch, Sprecher der Arbeitsgruppe Mikromobilität bei PSM. Der Rheinauhafen sei ein Schwerpunktgebiet, dort seien an etwa 60 Stellen mögliche Scooter identifiziert worden.

Wie sich am Montag nun zeigte, sind jedoch verblüffend wenige Roller gefunden worden. Bis zum Mittag hoben die Spezialtaucher gerade einmal drei Roller aus dem Wasser.

Etwa 18 von den insgesamt 60 Fundstellen seien bis Mittag von den Tauchern abgesucht worden. Neben den zwei Rollern kamen dort jedoch auch Eisenträger, ein Stuhl und Blechkisten zum Vorschein, sagte Markus Hambüchen von der Bautaucher-Firma. Dass nur so wenige E-Scooter gefunden wurden, sei ein gutes Zeichen, sowohl für die Umwelt als auch die Anbieter, sagte Hambüchen.

Köln: E-Scooter werden nun aus dem Rhein gefischt – so läuft die Bergung ab

Bei ihrer Arbeit müssen die Taucher durch tiefen Schlamm durchwaten, so Schlebusch. „Die Taucher fühlen mit den Füßen im Schlamm“, ergänzte Hambüchen. „Der eine E-Scooter war so tief drin, den hat er nur mit den Zehenspitzen gefühlt.“

Wenn dann tatsächlich ein Scooter im Rhein gefunden wird, wird er mit einem Kran ans Ufer befördert und dort auseinandergenommen. Essenziell ist dabei die feuersichere Aufbewahrung der Lithium-Ionen-Akkus, da sich diese selbst schnell entzünden können. Am Dienstag soll die Bergung im Hafenbecken weitergehen. Insgesamt sollen am Ende dann alle 60 Fundstellen abgetaucht sein, so Schlebusch.

E-Roller im Rhein bei Köln: In manchen Bereichen des Rheins ist die Bergung besonders kompliziert

Die Bergung der E-Scooter aus anderen Bereichen sei etwas schwieriger zu organisieren. Denn in anderen Bereichen des Rheins liegen die Scooter laut Schlebusch teilweise auch in der Fahrrinne. „Da werden wir mit Spezialkranschiffen arbeiten müssen“, sagte er. „Da ist die Verfügbarkeit immer noch nicht hundertprozentig geklärt.“ Die Kranschiffe seien zurzeit noch im Einsatz, unter anderem um Flutschäden zu beseitigen.

E-Scooter werden aus dem Rhein geborgen: Kosten liegen etwa im sechsstellingen Bereich

Wenn man dort auch nur wenige E-Scooter finde, sei das erfreulich, sagte Schlebusch. Immerhin ist die Bergungsaktion für die Anbieter nicht billig. Schlebusch schätzt die Kosten auf einen „sechsstelligen Betrag“. „Sowas können wir uns nicht jede Woche leisten.“

E-Scooter sorgen in Köln seit Wochen für Diskussion. Vor wenigen Tagen einigten sich die Anbieter mit der Stadt zunächst auf einen Maßnahmenkatalog, der unter anderem eine Begrenzung der Flottengröße und Parkverbotsflächen enthält. Zusätzlich hat das Scooter-Unternehmen Tier 24RHEIN bestätigt, mehrere Anzeigen gegen Täter erstattet zu haben, die in den sozialen Netzwerken mit ihrer Tat prahlten. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln, Deutschland und der Welt passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Artikel wurde am 6. September aktualisiert. Neuerung: Bislang nicht zwei, sondern drei E-Scooter geborgen.

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