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100, nicht 500 E-Scooter im Rhein – was ihre Bergung so schwierig macht

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Von: Martin Henning

Ein Helfer bindet einen E-Scooter, der aus dem Rheinauhafen geborgen wurde, an der Reling eines Bootes fest.
Die Ergebnisse der ersten Bergungsaktion im Kölner Rhein fielen mau aus. © Federico Gambarini/dpa

500 E-Scooter sollen angeblich im Rhein liegen. Gefunden wurden bisher nur elf. Was die Suche so schwer macht, was das Ganze kostet und wie es weitergeht.

Köln – Es sollte ein Großreinemachen werden und wurde stattdessen zur großen Enttäuschung: Bei der ersten Bergungsaktion in Köln am Montag und Dienstag wurden gerade einmal elf E-Scooter aus dem Rhein geholt. Die Plattform Shared Mobility (PSM), ein Zusammenschluss aller Scooter-Verleiher, hatte auf Anordnung der Stadt Köln die Bergung durchführen müssen – auf eigene Kosten.

Ein Sonarboot hatte zuvor insgesamt etwa 105 Stellen im Rhein identifiziert, an denen E-Scooter vermutet wurden. 60 davon befanden sich im Rheinauhafen und wurden an den beiden Tagen untersucht. Schätzungen des WDR und von Umweltverbänden gingen davon aus, dass bis zu 500 E-Scooter im Rhein liegen können. Das halten die Verleiher für deutlich übertrieben. „Wir gehen nach heutigem Erkenntnisstand von circa 100 E-Scootern aus“, sagt PSM-Sprecher Sebastian Schlebusch im Gespräch mit 24RHEIN.

E-Scooter-Bergung aus Rhein in Köln hängt von Spezialkranschiff ab

Die Suche ist nach zwei Tagen Bergung natürlich noch nicht längst abgeschlossen. Die Stadt kritisierte die Verleihfirmen dafür, dass diese nur bestimmte Bereiche des Rheins auf Scooter sondiert hätten, vor allem unter Brücken. Eine Kritik, die die PSM so nicht stehen lassen möchte. „Alle Anbieter haben die Stellen, an denen vermehrt Scooter verloren gegangen sind – also der Kontakt zur Ortung abreißt – miteinander abgeglichen. Dadurch haben sich Hotspots ergeben, wie zum Beispiel der Rheinauhafen. Die ersten Ergebnisse der Sonarortung konnten diese Prämisse bestätigen“, sagt Sebastian Schlebusch.

Die weiteren Tauchgänge seien abhängig davon, ob das Equipment zur Verfügung stehe, sagt Schlebusch. Für die Bergung der E-Scooter braucht es nämlich ein Spezialkranschiff mit Strömungsschild, das die Taucher absichert. Und dieses Kranschiff ist derzeit vor allem für die Behebung der Flutschäden im Rheinland aktiv.

Wenn man sich nicht nur auf Zufallsfunde verlassen will, ist eine höhere Geschwindigkeit bei der Bergung nicht möglich.

Sebastian Schlebusch, PSM-Sprecher

Köln: Bergung der E-Scooter im Rhein – wann geht es weiter?

So wird es noch einige Zeit dauern, bis alle Bereiche im Rhein abgesucht sind. Zur Frage, wann die Bergung fortgesetzt wird, teilen die Betreiber mit: „Wir werden die entsprechenden Termine bekanntgeben.“ Übrigens hätte man zu diesem Zeitpunkt schon weiter sein können. Bereits im Juni hätte die Bergung beginnen sollen, doch damals wurde die Suche nach den E-Scootern abgesagt.

Sebastian Schlebusch mahnt zur Geduld. „Wenn man sich nicht nur auf Zufallsfunde verlassen will, ist eine höhere Geschwindigkeit bei der Bergung nicht möglich, weil die gewissenhafte und vollständige Suche des gesamten innerstädtischen Rheingebietes eben ein aufwendiger Prozess mit einer Vielzahl von Beteiligten ist“, sagt der Sprecher 24RHEIN. Man werde aber „jede einzelne potentielle Fundstelle, die vom Sonarboot identifiziert wurde, abtauchen“.

Köln: Bergung der E-Scooter im Rhein kostet Verleiher hunderttausende Euro

Doch auch die Scooter-Verleiher haben ein Interesse daran, nicht zu viele Bergungsaktionen durchführen zu müssen. „Unsere Mitglieder gehen von Gesamtkosten in sechsstelliger Höhe aus“, heißt es. Darunter fallen:

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