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Muezzinruf in Köln: Video zeigt Gebetsruf – was ruft der Muezzin?

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Von: Johanna Werning

In Köln ist ab sofort freitags der Muezzinruf zu hören. Was ruft der Muezzin? Welche Bedeutung hat der Ruf? 24RHEIN zeigt alle Infos zu Übersetzung und Uhrzeit im Überblick.

Köln – Am Freitagmittag, 14. Oktober, ist in Teilen von Köln ein muslimischer Gesang zu hören. Denn pünktlich um 13:24 Uhr wird erstmals in Köln der sogenannte Muezzinruf durchgeführt. Über Lautsprecher ist er in Teilen von Ehrenfeld zu hören. Gesungen wird der muslimische Gebetsruf von Mustafa Kader, Religionsbeauftragter der Zentralmoschee Köln. 24RHEIN erklärt, was gesungen wird, wo der Muezzin-Ruf zu hören ist und wie oft es ihn gibt.

Muezzinruf in Köln: Was ruft der Muezzin? Übersetzung

Der Muezzinruf findet immer nach der Freitagspredigt und vor dem Freitagsgebet selbst statt. Aber was genau wird beim Muezzinruf eigentlich gerufen? Der islamische Gebetsruf „Adhān“ erfolgt in arabischer Sprache und heißt übersetzt:

Muezzinruf Köln: Bedeutung (Übersetzung)

Gott (Allah) ist groß (4x)

Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Gott (2x)

Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist (2x)

Kommt zum Gebet (2x)

Kommt zum Heil (2x)

Gott ist groß (2x)

Es gibt keine Gottheit außer Gott (1x)

Quelle: Moscheeforum

Zentralmoschee Köln: Wie laut ist der Gebetsruf? Wo ist es zu hören?

In Köln hat die Stadt im Oktober 2021 den Muezzinruf offiziell möglich gemacht. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Damit die Zentralmoschee zum Freitagsgebet rufen kann, müssen ein Antrag gestellt und bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden – gerade in Bezug auf Lärmschutz.

Für die Lautstärke gilt eine Höchstgrenze, die abhängig von der Lage der Moschee ist. Bei der Zentralmoschee im Stadtbezirk Köln-Ehrenfeld wird der Muezzinruf über zwei Lautsprecher abgespielt. Insgesamt darf der Gebetsruf 96 Dezibel laut sein. Das ist ungefähr so laut wie ein Presslufthammer in zehn Meter Entfernung oder ein vorbeifahrender schwerer LKW auf einer Autobahn.

So laut ist der Muezzinruf allerdings nur direkt an der Zentralmoschee. Denn die Gebäude und die umliegenden Straßen schlucken sehr viel der Geräuschkulisse. Bereits an der Filiale von Aldi Süd auf der Venloer Straße ist der Muezzinruf laut Gutachten nur noch zwischen 30 und 42 Dezibel laut. Das entspricht der Lautstärke von Flüstern oder leiser Musik.

Muezzinruf in Köln: Hier ist der Gebetsruf in Köln zu hören

Wo?Lautstärke in DezibelLautstärke-Vergleich
Direkt an der Zentralmoschee96Presslufthammer in zehn Meter Entfernung/ LKW auf einer Autobahn
Venloer Straße (Höhe Aldi)30 und 42 DezibelFlüstern oder leise Musik
Pellenzstraße, Ecke Leostraé38 DezibelLeise Musik
Sportplätze und Minigolfanlage hinter der Zentralmoschee38 bis 48 DezibelNormales Gespräch
Fuchsstraße, Ecke Struppstraße35 bis 40 DezibelLeise Musik/Normales Gespräch
Wasserspielplatz am Inneren GrüngürtelNicht mehr zu hören

Muezzinruf in Köln: Wie oft ist der Gebetsruf zu hören?

„Der öffentliche Gebetsruf ist ein Zeichen für Beheimatung der Muslime. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Wahrnehmung der muslimischen Glaubensgemeinschaften als Teil der Gesellschaft“, sagt Abdurrahman Atasoy, Stellv. Vorsitzender im DITIB-Bundesverband.

Immerhin ist das Freitagsgebet „das wichtigste Gebet der Woche und in seiner religiösen Bedeutung vergleichbar mit dem christlichen Sonntagsgottesdienst oder dem jüdischen Schabbat“, erklärt das Moscheeforum. Die genaue Uhrzeit unterscheidet sich jedoch immer, da sich die Gebetszeiten am Sonnenstand orientieren.

„Am längsten Tag des Jahres erfolgt der Ruf zum Freitagsgebet an der Zentralmoschee Köln gegen 13:45 Uhr, am kürzesten gegen 12:20 Uhr.“ Am Freitag, 14. Oktober, findet der Muezzinruf um 13:24 Uhr statt – direkt nach der Freitagspredigt und vor dem Freitagsgebet.

Moschee in Köln ruft zum Gebet: „War ein langer Weg“

Einer, der am Freitag den Gebetsruf live mitverfolgt, ist Murat Şahinarslan, Direktor des Moscheeforums. „Es war ein langer Weg, weil wir als erste und einzige Gemeinschaft diesem Antrag technisch auch nachgekommen sind“, sagt Şahinarslan. „Es gibt über 200 Moscheen in Deutschland, die seit 30 Jahren zum Gebet aufrufen. Für Köln ist es ein Debüt“, sagt der Direktor. Umso erfreulicher sei es, dass die Moschee in Ehrenfeld als repräsentative Moschee diesen Rahmen für die Gemeinde, die Besucher und die Musliminnen und Muslimen in Köln auch geben könne. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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