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Radfahren in Köln: Jan Böhmermann beschwert sich auf Twitter – „Durchgangsverkehr muss verschwinden“

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Von: Stefanie Knupp

Jan Böhmermann mit Mikrofon.
Jan Böhmermann hat ein Herz für Kölner Radfahrer. © Sven Hoppe/dpa

Jan Böhmermann hat auf Twitter auf die Radfahr-Situation auf der Venloer Straße in Köln aufmerksam gemacht. Der ADFC bezeichnet die Straße als Unfallschwerpunkt.

Köln – Die Venloer Straße in Köln ist nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Köln ein absoluter Unfallschwerpunkt zu Lasten von Fahrradfahrern. Der Ortsverband machte das jüngst mit einer Grafik deutlich, die er auf Twitter verbreitete. Der ADFC fordert, Kfz-Durchgangsverkehr müsse hier raus, damit Menschen zu Fuß und auf dem Rad sicherer unterwegs seien.

Dafür findet der ADFC Köln einen prominenten Mitstreiter: Satiriker Jan Böhmermann. Der äußerte sich ebenfalls auf Twitter und fordert Maßnahmen noch in diesem Jahr: „2021 muss der Auto-Durchgangsverkehr in der Venloer Straße zwischen Kanalstraße und Gürtel aufhören“, twitterte er. Das solle aber nur der erste Schritt zu einer Fußgänger- und Fahrradstraße sein.

Köln: Jan Böhmermann will in Sachen Radfahren noch 2021 Ergebnisse sehen

Die Diskussion unter Böhmermanns Tweet hat bereits Fahrt aufgenommen. Die allermeisten User beklagen sich ebenfalls über die Zustände auf und an der Venloer Straße und äußern sich mit teils drastischen Tweets über die Gegebenheiten. Es ist nicht das erste Mal, dass Jan Böhmermann auf die Probleme der Kölner Radfahrer und Fußgänger aufmerksam macht. In seinem Podcast „Fest & Flauschig“ ist der Verkehr in Köln hin und wieder Thema.

Radfahren in Köln: Wie gefährlich ist die Venloer Straße?

Der ADFC Köln schreibt in einer Antwort an Böhmermann, die Venloer sei „DER Unfallschwerpunkt, insbesondere bei Unfällen zwischen Kfz und Rad in Verbindung mit Parken“. Da scheint etwas dran zu sein. Die Polizei Köln hatte im Juni 2020 eigens die Aktionstage „Der Fahrradstreifen ist kein Parkplatz“ an der Venloer Straße durchgeführt.

Allein im ersten Halbjahr 2020 habe es in Köln und Leverkusen insgesamt 643 Fahrradfahrerunfälle gegeben. Davon trugen 251 von ihnen schwere Verletzungen davon, ein Unfall endete sogar tödlich, hieß es seinerzeit in einer Mitteilung der Polizei.

Radfahren in Köln: Achtung vor „Dooring“ – So gefährlich sind Autotüren für Radfahrer

Zugeparkte Radschutzstreifen, wie die Fahrradwege offiziell heißen, und sogenannte „Dooring“-Unfälle, also Unfälle durch plötzlich aufschwingende Autotüren, sind für Radfahrer ein großes Thema. Zu Einordnung: Von Januar bis Oktober 2020 gab es nach Polizeiangaben mehr als 100 verletzte Radfahrer durch „Dooring“. Das entspreche etwa drei Prozent aller Verkehrsunfälle mit Verletzten im Kölner Stadtgebiet. Neben aufschwingenden Autotüren gehören auch abbiegende Autos zu häufigen Unfallursachen.

Apropos Autos: Böhmermann wäre nicht Böhmermann, wenn er das Thema nicht mit einem satirischen Kommentar verfeinern würde: „Köln ist eine Stadt für Autos, nicht für Menschen“, twitterte er am Donnerstag. Der Satiriker legte sich übrigens kürzlich auch mit Corona-Leugnern an – und die schossen unter der Gürtellinie zurück.

Übrigens: Köln wurde 2018 zur fahrradunfreundlichsten Stadt gewählt. Der ADFC führt alle zwei Jahre den „Fahrradklima-Test“ durch, der vom Bundesverkehrsministerium gefördert wird. Eine neue Testrunde startete im September vergangenen Jahres. Die Ergebnisse werden für das Frühjahr 2021 erwartet. (sk)

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