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Molotow-Cocktail auf jüdischen Friedhof geworfen: Mann festgenommen

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Molotow-Cocktail wird angezündet (eingeklinkt), Symbolbild Friedhof mit Grabsteinen (Montage).
Ein Unbekannter soll in Köln Molotow-Cocktails auf einen jüdischen Friedhof geworfen haben – nun wurde er gefasst (Symbolbild, IDZRW-Montage). © Orestis Panagiotou/dpa & Armin Weigel/dpa

Nach dem Feuer am jüdischen Friedhof in Köln-Bocklemünd hat die Polizei einen mutmaßlichen Brandstifter festgenommen. Er warf einen Molotow-Cocktail.

Update vom 8. Juni, 14:48 Uhr: Wie Staatsanwaltschaft und Polizei Köln mitteilen, wurde am heutigen Mittwochmorgen (8. Juni) am jüdischen Friedhof in Vogelsang einen 46 Jahre alten obdachlosen Mann festgenommen. Der aus dem Raum Neuss stammende Festgenommene steht im dringenden Verdacht, am 11. Mai einen Brandsatz gegen die Außenwand des dortigen Waschhauses geworfen zu haben. Zeugen hatten den Verdächtigen beobachtet und das Feuer gelöscht. Eine Ermittlungsgruppe der Kriminalinspektion Staatschutz hatte seitdem nach dem Mann gefahndet.

Gegen 9 Uhr erkannte ein Zeuge des damaligen Brandgeschehens den Verdächtigen vor dem Eingangsbereich des Friedhofs wieder. Diesmal soll der Mann Steine gegen die Fassade geworfen haben. Umgehend alarmierte der Zeuge die Polizei und hielt den Verdächtigen bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte fest. Der Festgenommene ist bislang allgemeinpolizeilich in Erscheinung getreten. Er soll einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen dauern an.

Köln: Brandstifter warf Molotow-Cocktail auf jüdischen Friedhof – Phantombild

Update vom 17. Mai, 15:30 Uhr: Nach dem Brand am jüdischen Friedhof in Köln-Vogelsang wird nun der Brandstifter per Phantombild gesucht. Der unbekannte Mann soll an einem Gebäude vor Ort einen „Molotow-Cocktail ähnlichen Gegenstand“ angezündet haben, teilt die Polizei am Dienstag (17. Mai) mit. Als zwei Zeugen ihn ansprachen, soll der Tatverdächtige weggegangen sein. Dabei hätte er „antisemitische und antiamerikanische Äußerungen“ geäußert. Das Feuer am jüdischen Friedhof konnte anschließend durch einen Zeugen gelöscht werden. Die betroffene Fassade wurde dabei verrußt.

Köln: So soll der Brandstifter vom jüdischen Friedhof aussehen

Jüdischer Friedhof in Köln: Mann legt Feuer – Staatsschutz ermittelt

Erstmeldung vom 12. Mai: Köln – Ein Unbekannter hat am Mittwochabend ein Feuer an der Außenwand eines jüdischen Friedhofs in Köln gelegt. Der Staatsschutz ermittelt wegen Brandstiftung. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, sei „ein politisch motivierter Hintergrund nicht auszuschließen“.

Jüdischer Friedhof Bocklemünd in Köln

Der Jüdische Friedhof Bocklemünd liegt nahe dem Westfriedhof im Kölner Stadtteil Vogelsang (Stadtbezirk Ehrenfeld). In unmittelbarer Nähe befinden sich auch die Venloer Straße und der Militärring. Der Friedhof ist seit 1918 eine jüdische Begräbnisstätte. Das Gelände ist insgesamt fast 45.000 Quadratmeter groß.

Köln: Brandstiftung an Jüdischem Friedhof Bocklemünd – Zeugen löschen Brand

Der Unbekannte soll das Feuer am frühen Mittwochabend (11. Mai) gegen 19 Uhr im Außenbereich des Waschraumes am Jüdischen Friedhof Bocklemünd in Köln-Vogelsang gelegt haben. Der Brand wurde schnell von mehreren Zeugen entdeckt, die das ausbrechende Feuer mit einem Eimer Wasser löschen konnten, bevor größerer Schaden entstand. „Die Außenwand des Gebäudes neben dem Friedhofseingang wurde im unteren Bereich partiell verrußt“, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft.

Davidstern am Eingang des Jüdischen Friedhofs Bocklemünd in Köln und Polizeiautos am Straßenrand (ZRW-Montage).
Der Staatsschutz der Polizei ermittelt, nachdem ein Unbekannter ein Feuer auf einem jüdischen Friedhof in Köln gelegt hat (ZRW-Montage). © C. Hardt/Future Image/Imago (2)

Brand an Jüdischem Friedhof Bocklemünd – Staatsschutz in Köln ermittelt

Man habe vor Ort außerdem Reste eines „Glasbehältnisses“ gefunden. Diese werden nun von der Kriminaltechnik untersucht. Die Zeugen haben einen Mann beobachtet, der als verdächtig gilt, den Brand gelegt zu haben. Er soll etwa 1,90 Meter groß und dünn sein. Er hat einen kurzen, dunklen Bart und trug eine dunkelgrüne Wollmütze, ein dunkelblaues Oberteil mit langen Ärmeln sowie eine dunkle, löchrige Jeans. Zudem hatte er wahrscheinlich einen Rucksack dabei.

Nachdem er das Feuer gelegt hatte, soll der Mann zur KVB-Haltestelle Westfriedhof geflüchtet sein. „Da nach derzeitigem Kenntnisstand ein politisch motivierter Hintergrund nicht auszuschließen ist, hat die Kriminalinspektion Staatsschutz eine Ermittlungsgruppe eingerichtet“, heißt es weiter. Die Polizei hofft auf weitere Zeugenaussagen.

Schon im August 2021 gab es einen Vorfall mit antisemitischem Hintergrund in Köln. Damals wurde ein 18-jähriger Kippa-Träger in der Kölner Innenstadt beleidigt und angegriffen. Ob auch hinter der Brandstiftung am jüdischen Friedhof ein antisemitisches Motiv steckt, soll nun der Staatsschutz ermitteln. (bs/ots) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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