1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Ehrenfeld

Razzia bei Ärztin, die Corona leugnet und Querdenker-Broschüren im Wartezimmer liegen hat

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Eine Ärztin misst den Blutdruck ihres Patienten.
Eine Hausärztin in Köln sorgt derzeit für negative Schlagzeilen (Symbolbild). © Philipp Nemenz, via www.imago-images.de

Eine Ärztin in Köln trug in ihrer Praxis keine Maske und leugnete die Pandemie. Im Wartezimmer lagen Querdenker-Broschüren aus. Die Ermittlungen dauern an.

Update vom 9. Februar, 14:36 Uhr: Nach Rückfrage von 24RHEIN gab die Stadt an, sich derzeit wegen laufender Ermittlungen und aus Datenschutzgründen nicht mehr zum Fall zu äußern. Welche Konsequenzen auf die Ärztin aus Köln, die Corona geleugnet, Querdenker-Broschüren verteilt und Blanko-Atteste erstellt hat, zukommen werden, bleibt abzuwarten.

Köln: Ärztin leugnet Corona, verteilt Querdenker-Broschüren und stellt Blanko-Atteste aus

Update vom 4. Februar, 16:05 Uhr: Eine Hausarztpraxis in Köln-Ehrenfeld sorgt derzeit für negative Schlagzeilen, nachdem dort mehrere Maskenverstöße festgestellt wurden. Tatsächlich scheint dies kein Einzelfall zu sein. Denn immer wieder kommen Corona-Verstöße auch in Arztpraxen vor. „In den vergangenen Wochen wurde in rund zwei Dutzend Fällen dem Verdacht von berufsrechtlichen Pflichtverstößen nachgegangen, in denen Ärztinnen oder Ärzte zum Beispiel Blankoatteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt oder gegen die Coronaschutzverordnung (Hygienevorgaben) verstoßen haben“, sagte eine Sprecherin der Ärztekammer zu 24RHEIN.

Köln: Hausärztin leugnet Corona und verteilt Querdenker-Broschüren im Wartezimmer

Erstmeldung vom 4. Februar: Köln – Kaum zu glauben, dass selbst Mediziner und Mitarbeiter im Gesundheitswesen gegen die derzeit geltenden Corona-Regeln verstoßen und damit auch die Gesundheit ihrer eigenen Patienten riskieren. Dass dies tatsächlich vorkommt, zeigt nun nach Corona-Verstößen in einer Apotheke in Düsseldorf auch der Fall einer Hausärztin mit eigener Praxis im Kölner Stadtteil Ehrenfeld.

Razzia in Köln: Ärztin verstößt gegen Maskenpflicht in ihrer Praxis

Nach mehreren Hinweisen und Beschwerden von Bürgern wegen Nicht-Beachtung von Maßnahmen zum Infektionsschutz, durchsuchte der städtische Ordnungsdienst, das Gesundheitsamt und Polizeibeamte aus Köln bereits am 28. Januar 2021 eine Hausarztpraxis in Ehrenfeld. Dabei stießen sie auf eine Sprechstundenhilfe, die keine medizinische Maske trug. In einem Behandlungszimmer erblickten die Einsatzkräfte ebenfalls eine Patientin, die dort ohne medizinische Maske saß. Im Empfangsbereich trug eine Patientin lediglich einen Schal als Masken-Ersatz. Die herbeigerufene Ärztin und eine weitere Patientin trugen überhaupt keine Maske. Laut der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW gilt in medizinischen Einrichtungen jedoch eine OP- oder FFP2-Maskenpflicht.

Bereits in der Vergangenheit hatte die Ärztin per Ordnungsverfügung vom Gesundheitsamt eine Aufforderung bekommen, entsprechende Mängel im Infektionsschutz zu beheben. 

Täglich informiert, was in Köln passiert

Einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Geht schnell und kostet nichts.

Köln Ehrenfeld: Ärztin entpuppt sich als Corona-Leugnerin – Querdenker-Broschüren lagen in Praxis aus

Auf die Nachfrage der Einsatzkräfte, weshalb die Ärztin keine Maske trage, erwiderte sie, dass sie eine Maske tragen würde, wenn man ihr beweisen könne, dass zurzeit eine Pandemie herrsche. Bei der weiteren Durchsuchung der Praxis stießen die Mitarbeiter des Ordnungsamts im Wartezimmer auf Broschüren der Querdenker-Bewegung. Die Broschüren sind dem Gesundheitsamt der Stadt Köln bereits bekannt.

Reichsbürger Gedankengut: „Stadt Köln ist eine Firma“

Im Gespräch mit den Einsatzkräften zweifelte die Ärztin außerdem an deren Zuständigkeit und an dem eigentlichen Vorhandensein der Behörden. Sie kritisierte auch die Dienstausweise, mit denen sich die Mitarbeiter zuvor ausgewiesen hatten. Zudem behauptete sie, die Stadt Köln sei eine Firma und keine Behörde. Wirres Gedankengut, wie es vor allem im extremistischen Reichsbürger Milieu kursiert. Die Einsatzkräfte ließen sich auf die Diskussion nicht ein und nahmen die Personalien der fünf Anwesenden auf, die gegen die Maskenpflicht verstoßen hatten. Sie müssen nun mit Ordnungswidrigkeitsanzeigen rechnen. Das Gesundheitsamt hat unterdessen Kontakt mit den Aufsichtsbehörden aufgenommen. Entsprechende Konsequenzen werden nun geprüft. Die Ermittlungen dauern an. (nb)

Auch interessant