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Ehrenfeld: Schule auf Heliosgelände schreitet voran – doch wird es auch einen Club geben?

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Von: Nina Büchs

 Köln: Radfahrer fahren am Helios Leuchtturm vorbei.
Der Helios-Leuchtturm ist das Wahrzeichen von Köln-Ehrenfeld, das das Heliosgelände nach Nordwesten begrenzt. © Oliver Berg/dpa

Auf dem Heliosgelände in Köln-Ehrenfeld soll ein neues Areal entstehen. Der Bau einer Schule ist bereits in vollem Gange – doch wie sieht es mit der Kulturszene aus?

Köln – Auf dem Heliosgelände in Köln-Ehrenfeld schreitet der Bau der Schule weiter voran, der Rohbau ist inzwischen fast fertig. Doch auf dem übrigen Gelände passiert „scheinbar wenig bis gar nichts“, kritisierte zuletzt Thor Zimmermann, Ratsherr der Wählergruppe GUT Köln. Bereits vor zehn Jahren hatte jedoch die Bürgerinitiative Helios eindeutige Zielvorstellungen vorgelegt, wie sich das Gelände in Köln entwickeln soll – so sollte dort auch wieder eine Kulturszene entstehen. Auch ein Club war im Gespräch. Zimmermann will den Stillstand dort nicht länger hinnehmen und stellte deshalb eine Anfrage an die Ratssitzung am 3. Februar 2022.

Stadtteil Ehrenfeld
Einwohner38.406
Eingemeindung in Köln1. April 1888
Flächerund 3,7 Quadratkilometer
Postleitzahl50825
StadtbezirkEhrenfeld

Köln: Dauerprojekt Heliosgelände – das soll auf der Fläche in Ehrenfeld entstehen

Was ist das Heliosgelände?

Das Heliosgelände ist ein knapp vier Hektar großes Areal im Zentrum von Ehrenfeld. Das Areal ist eine teils überbaute und genutzte, teils brach liegende Fläche. Dort soll neben einer Grund- und Gesamtschule eine Mischung aus Wohnen, Kultur, Gewerbe und Einzelhandel entstehen. Das Gelände liegt zwischen der Vogelsanger Straße, der Heliosstraße, der Venloer Straße und dem Ehrenfeldgürtel. Nach Nordwesten wird das Gelände vom Helios-Turm, dem Wahrzeichen des Stadtteils Ehrenfeld, begrenzt. Der etwa 44 Meter hohe Leuchtturm wurde 1894 auf dem Gelände der Helios Electricitäts-Aktiengesellschaft gebaut. Er steht seit 1986 unter Denkmalschutz.

Die Schule sei laut Zimmermann aber nur ein Teil des kompletten Planungskonzeptes für das Heliosgelände. „Es soll dort dringend benötigter Wohnraum entstehen, die denkmalgeschützte Rheinlandhalle soll saniert und teilweise neue Nutzungen erhalten, und auch für die Club- & Sub-Kultur sollen neue Räume geschaffen werden“, heißt es in seinem Antrag an den Kölner Rat. Auch in der Bürgerbeteiligung Helios wurde festgehalten, wie sich das Areal entwickeln soll.

Köln: Wann kehrt Kultur auf Heliosgelände zurück? Und wird es auch wieder einen Club geben?

„Wir erinnern uns: Zahlreiche Proberäume, Ateliers, Wohnbar, Underground und weitere mussten das Gelände verlassen, mit dem Versprechen neue Räume für sie zu schaffen. Dieses Versprechen muss eingelöst werden!“, forderte Zimmermann. Doch wie soll es konkret weitergehen am Heliosgelände? Soll es dort auch wieder einen Club geben?

Heliosgelände Köln-Ehrenfeld: Schallgutachten soll zeigen, ob es einen Club geben könnte

Inzwischen gibt es eine Antwort darauf, wie der aktuelle Stand zum Kulturbaustein am Heliosgelände aussieht. So soll im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens - für das das Stadtplanungsamt zuständig ist - ein Schallgutachten beauftragt werden. Mit diesem soll geklärt werden, ob auch „ein Club in den Kulturbaustein integriert werden kann“, so die Stadt. Ob und inwiefern dort also in Zukunft wieder in einem Club gefeiert werden kann, muss erst ein Gutachten zeigen.

Köln: Kehrt die Kultur auf das Heliosgelände zurück?

Was ist die Bürgerinitiative Helios?

Die Bürgerinitiative Helios (BI Helios) wurde im Jahr 2010 gegründet, um eine „Shopping Mall“ auf dem Heliosgelände zu verhindern. In der Bürgerinitiative engagieren sich Menschen, die im Stadtteil Ehrenfeld wohnen und arbeiten und die ihr Veedel mitgestalten wollen. Ziel der Initiative ist es, eine vielfältige und ausgewogene Nutzung aus Bildung, Kultur, Kreativwirtschaft, Wohnen und Handel zu schaffen.

Bereits 2020 hieß es in der Beschlussvorlage des Stadtentwicklungsausschlusses, dass das Nutzungskonzept auf dem Heliosgelände auch Flächen für Ateliers, Proberäume, eine Ausstellungsfläche sowie „einen Musikclub nebst jeweiliger Gastronomie“ vorsehen würde. Zudem sollte ein Veranstaltungssaal dort entstehen. „Für alle fünf Kulturnutzungsarten existieren weiterhin erhebliche Bedarfe in Köln – insbesondere in Ehrenfeld durch den Wegfall von bisher existierenden Flächen für Proberäume, Musikclubs und Atelierräume“, heißt es in dem Dokument.

Köln: Kultur in Ehrenfeld schwindet – diese Clubs gibt es nun nicht mehr

Fassade des ehemaligen Clubs Underground in der Lichtstraße in Köln-Ehrenfeld
Das Underground war von 1988 bis 2017 ein Club und Veranstaltungsort in Köln-Ehrenfeld. (Archivbild) © Christoph Hardt/Imago

In den letzten Jahren ist die Konzert- und Partyszene in Ehrenfeld tatsächlich immer weniger geworden. So schloss unter anderem das „Underground“, 2018 machte der „Jungle“ dicht und 2021 musste der beliebte Club „Heinz Gaul“ abgerissen werden. Auch den „Sensorclub“ und die „Papierfabrik“ gibt es längst nicht mehr. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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