1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Ehrenfeld

Ab in die Kneipe: Kölner Bar macht das jetzt von Zuhause aus möglich – inklusive Retro-Charme

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Stefanie Knupp

Gestapelte Stühle im Außenbereich eines Restaurants sind mit Absperrband gesichert. Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg können einzelne Landkreise per Notbremse unter einen erneuten Lockdown gestellt werden.
In und vor die Kneipen dürfen noch keine Gäste. Am Computer kann man sich coronakonform beisammen sein (Symbolbild). © Sebastian Gollnow/picture alliance/dpa

Corona macht erfinderisch: „Die hängenden Gärten von Ehrenfeld“ laden ihre Gäste deshalb zu virtuellen Kneipenabenden ein – im Stil eines Computerspiels.

Köln – Auf ein paar Getränke mit Freunden, auf ein Feierabendbier oder um neue Leute kennenzulernen: Viele Kölner werden die Abende in ihrer Stammkneipe momentan schmerzlich vermissen. Und das wird noch bis mindestens zum 14. Februar anhalten, wenn nicht sogar länger. Um dem Corona-Blues entgegenzuwirken, hat sich eine Kneipe aus Ehrenfeld eine außergewöhnliche Aktion einfallen lassen.

Anstatt in der „echten“ Kneipe zu sitzen, was aufgrund der aktuellen Corona-Beschränkungen ohnehin unmöglich ist, können Gäste der „Hängenden Gärten von Ehrenfeld“ jetzt per Computer einen Kneipenabend starten. Durch die nachgebauten Räumlichkeiten kann man sich mit einem Avatar bewegen, an die Theke gehen, an Tischen Platz nehmen, sogar auf die Toilette gehen. Das alles spielt sich in einem Mini-Computerspiel ab, das vom Look her wie eine sehr alte Version von Super Mario aussieht. Viele wird die Aufmachung an Spiele auf der Konsole Commodore 64 erinnern – echter Retro-Stil.

Ehrenfeld: In den „Hängenden Gärten“ gibt es den Kneipenabend per Videochat

Mit den Pfeiltasten der Tastatur steuert der Gast seinen Avatar durch die „Pixel-Gärten“ und kann sich an verschiedenen Stellen des virtuellen Raums mit Freunden oder Fremden zusammensetzen. Er betritt dann einen privaten Videochat, auch Einzelgespräche sind möglich, genauso wie kleine Spiele. So steht es in der ausführlichen Beschreibung auf der Facebook-Seite der „Hängenden Gärten“.

Damit sich das Kneipen-Erlebnis noch ein wenig echter anfühlt, gibt es kleine Details. An zwei Stellen stehen Tip-Jars, in denen man Trinkgeld hinterlassen kann, auf zwei Tischen liegen Spiele aus. Wer sich, wie es in manchen Kneipen gewollt oder ungewollt üblich ist, verewigen will, kann eine Kritzelei an der Wand hinterlassen. In der Mitte des Raums sitzt an einem Tisch der zum Meme gewordenen, frierende Bernie Sanders und wartet auf Gesellschaft.

Ehrenfeld: So sehen die pixeligen Gärten aus – sie sind täglich geöffnet

Technisch realisiert wird die Kneipen-Simulation über den Anbieter Gather. Mit der Software können neben Kneipen zum Beispiel Büros, Räume in Unis oder für Geburtstagspartys nachgebaut werden. Unter anderem heißt es auf der Website des Anbieters: „Sitzt am Lagerfeuer, macht einen Spaziergang im Park und schaut eure liebsten Filme“ – im Fall der „Pixeligen Gärten“ heißt das „Triff deine Freunde auf ein Bier in der Kneipe“.

Die „Pixel-Gärten“ haben am Dienstagabend (26. Januar) Premiere gefeiert und sie sollen jeden Tag geöffnet haben. Einige Euros sind schon im Trinkgeldglas gelandet. Für die Idee gab es in den sozialen Netzwerken großen Zuspruch. Den werden „Die hängenden Gärten von Ehrenfeld“ und alle anderen Kneipen und Gastronomiebetriebe hoffentlich auch nach Corona wieder haben. Gäste und Wirte vermissen sich auf jeden Fall sehr. Wer zumindest ein paar Sekunden Party-Feeling erleben will, sollte mal an der Haltestelle Venloer Straße/Gürtel in Ehrenfeld vorbeischauen. Die KVB haben im Zuge der Modernisierung von Rolltreppen auch auf Modelle mit bunter, wechselnder Beleuchtung gesetzt (sk)

Auch interessant