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Jan Böhmermann stellt neues Stadtwappen für Köln-Ehrenfeld vor – Fans gespalten

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Von: Martin Henning

Jan Böhmermann mit dem Entwurf zum Stadtwappen von Köln-Ehrenfeld.
Jan Böhmermann hat ein neues Wappen für Köln-Ehrenfeld entwerfen lassen. © dpa/therealjanboehmermann/Instagram (Montage)

Das Stadtwappen von Ehrenfeld ziert ein Zahnrad. Viel zu langweilig, dachte sich Lokalpatriot Jan Böhmermann und hat ein neues Wappen entwerfen lassen.

Köln – Aufgewachsen ist Jan Böhmermann zwar in Bremen-Vegesack, doch mittlerweile hat der Moderator und Entertainer seinen Lebensmittelpunkt nach Köln-Ehrenfeld verlegt. Dort wohnt er mit seiner Familie, dort produziert er auch seine Late-Night-Sendung „ZDF Magazin Royale“. Wer Böhmermann verfolgt, weiß, wie viel ihm am Kölner Stadtteil liegt.

Und so wundert sein neues, „künstlerisches Jahrtausendprojekt“, wie er es nun selbst in seiner Instagram-Story bezeichnet, nicht: Jan Böhmermann will das Stadtwappen von Köln-Ehrenfeld ändern. „So ein Stadtwappen, das ist ja nicht in Stein gemeißelt. Die Welt ändert sich doch, die dreht sich doch weiter. Da müssen sich doch auch Wappen verändern“, sagt er in seiner Instagram-Story.

Köln-Ehrenfeld: Jan Böhmermann lässt neues Wappen entwerfen

Aktuell ziert das Ehrenfelder Stadtwappen ein schlichtes Zahnrad auf gelbem und blauem Grund. Viel zu langweilig, dachte sich Böhmermann. Und so ließ er von einem Grafiker ein neues Wappen entwerfen. Und zwar als Aufnäher – in einer Auflage von 200 Stück.

Jan Böhmermann zeigt in seiner Instagram-Story das offzielle Stadtwappen von Köln-Ehrenfeld.
So sieht das offizielle Stadtwappen von Köln-Ehrenfeld aus. © therealjanboehmermann/Instagram

„Der kleine Kawenzmann“, wie ihn Böhmermann bezeichnet, ist viergeteilt. Oben links ist ein Wolf zu sehen. Eine Anspielung auf den Wolf, der Ende Mai durch Köln-Ehrenfeld streifte. Oben rechts ist der Helios-Turm zu sehen. Unten rechts ein Stück vom alten Zahnrad, „um anzuschließen an die Vergangenheit“. Und unten links schließlich Edelweiß. Böhmermann klärt dieses Symbol nicht auf. Doch Fans vermuten, dass er damit auf die informellen Jugendgruppen „Edelweißpiraten“ anspielt.

Wer waren die Edelweißpiraten?

Als Edelweißpiraten werden Jugendgruppen bezeichnet, die sich im Deutschen Reich (1939-1945) unangepasst und teilweise oppositionell verhalten haben. Der Name wurde ursprünglich spottend von Gestapo-Beamten benutzt und später von den Widerstandsgruppen übernommen. Das Edelweiß war eines der Kennzeichen der Bündischen Jugend, die nach 1936 verboten wurde. Der Begriff „Piraten“ wurde damals noch als Schmähwort für Jugendliche mit oppositionellem Verhalten benutzt. Zu den Edelweißpiraten gehörte auch die „Ehrenfelder Gruppe“, die im Sommer und Herbst 1944 in Köln gegen den Nationalsozialismus agierte. Mehr als 100 Mitglieder und Mitwisser zählten zur Gruppierung. Am 10. November 1944 wurden dreizehn Angehörige der Gruppe von der Gestapo ohne Urteil hingerichtet.

Stadtwappen für Köln-Ehrenfeld: Fans von Jan Böhmermann sind begeistert

„Das neue Stadtwappen für Köln-Ehrenfeld für die nächsten 100-200 Jahre“, schreibt Böhmermann in einem Instagram-Post. Wenn es nach seinen Fans geht, könnte Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Änderung schon morgen offiziell machen.

„Ich hatte mit ganz vielem gerechnet, aber ganz sicher nicht mit einem Wappen, was auch noch so gut aussieht“, schreibt ein Instagram-Follower. „Beeindruckend und deep. Man will mit Stolz das Wappen auf der Brust tragen“, schreibt ein anderer. Cartoonist Ralph Ruthe kommentiert schlicht: „Wunderschön.“

Doch manch einer hat beim Wappen auch zwiespältige Gefühle. „Der Wolf gibt dem ganzen einen rechtsextremen Touch“, schreibt eine Followerin. „Könnte auch das Wappen einer Bundeswehreinheit sein, die nach Chatprotokollen aufgelöst werden musste“, bemerkt ein User. Und ein anderer bemängelt: „Adana-Spieß fehlt.“ Eine Anspielung auf das Kebapland, Böhmermanns liebsten Dönerladen in Ehrenfeld.

Neues Ehrenfelder Stadtwappen gibt es nicht zu kaufen

Der überwiegende Teil der Fans ist aber begeistert. Zu schade, dass ihr „Böhmi“ sie enttäuschen muss: „Die Patches mit dem neuen Wappen gibt es nicht käuflich zu erwerben, die werden nicht verlost, die kann man nirgendwo bekommen. Hahaha!“

Auch an anderer Stelle engagiert sich Jan Böhmermann für sein Veedel. Im Januar forderte er, den Durchgangsverkehr an der Venloer Straße zu stoppen. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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