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Köln: Kioskbetreiber sollen Corona-Party an Karneval veranstaltet haben – jetzt wehren sie sich

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Von: Benjamin Stroka

Mitarbeiter des Ordnungsamts in Köln kontrollieren in einem Park die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus.
Mitarbeiter des Ordnungsamts Köln kontrollieren seit Monaten regelmäßig die Einhaltung der Corona-Maßnahmen (Archivbild). © Marius Becker/dpa

An Weiberfastnacht soll es im Blücherpark eine illegale Corona-Party gegeben haben. Doch jetzt wehren sich die Beschuldigten gegen die Vorwürfe des Kölner Ordnungsamts.

Köln – Einen Tag nach Weiberfastnacht (11. Februar) mehrten sich die Schlagzeilen in Köln: Im Blücherpark im Stadtteil Bilderstöckchen soll eine illegale Corona-Party mit rund 30 Personen stattgefunden haben. Verantwortlich dafür sollen die Betreiber des Kiosks an der Kahnstation im Park sein. Doch die wehren sich nun gegen die Vorwürfe des Ordnungsamts.

Blücherpark Köln: Polizeistreife bestätigte Kioskbetreibern, dass alles in Ordnung ist

„Das Ordnungsamt wirft uns vor, die angeblich größte illegale Karnevalsparty in Köln veranstaltet zu haben“, sagte Kioskbetreiber Thomas Woller dem Kölner Stadt-Anzeiger. Er klagt darüber, dass er und seine Partnerin Petra Kortenhorn derzeit als die „schlimmsten Corona-Regelbrecher Kölns dargestellt“ werden.

Sie hätten gemäß der Corona-Regeln Getränke und Speisen verkauft, wie an jedem anderen Tag des Winters auch. Zu den verkauften Getränken gehörte auch Bier. Ein Schild am Kiosk habe aber darauf hingewiesen, dass Alkohol nicht im öffentlichen Raum getrunken werden dürfe. An Weiberfastnacht spielten sie zudem auch Karnevalsmusik aus einer Musikanlage. Das kam bei vielen Passanten gut an, laut Woller hätten sich diese aber an die Abstandsregeln gehalten und auf der anliegenden Wiese sei Platz genug. Bestätigt sahen sich Woller und Kortenhorn, als gegen 14:45 Uhr und 16:30 Uhr jeweils eine Polizeistreife vorbeikam und den Kioskbetreibern bestätigte, „dass alles in Ordnung ist“.

Köln: Kioskbetreiber wehren sich mit Beschwerdebrief gegen das Ordnungsamt

Doch gegen 18 Uhr rückte plötzlich das Ordnungsamt der Stadt Köln mit Polizeibegleitung im Park an. Der Vorwurf: hier fände eine illegale Veranstaltung statt, die umgehend beendet werden müsste. Als Begründung sei das Abspielen von Musik genannt worden.

Am Karnevalsfreitag (12. Februar) gab die Stadt Köln eine Pressemitteilung zu dem Vorfall heraus. Dort bestätigte sie die Vorwürfe des Ordnungsamts und kündigte „ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Veranstaltungsverbot und wegen Verstoßes gegen das Alkoholverkaufsverbot“ an. Gegen insgesamt 29 Personen läuft nun ein Bußgeldverfahren. Jeder Beschuldigte muss mit einer Strafe von 250 Euro rechnen.

Kortenhorn und Woller reagierten darauf mit einem Beschwerdebrief an die Stadt Köln. Dort bekräftigen sie, dass sie keine Veranstaltung zu Karneval organisiert hätten und der Verkauf von Alkohol an Weiberfastnacht gestattet gewesen sei. Auch ein Besucher des Parks, der während des Eingriffs des Ordnungsamts vor Ort war, reagierte mit einem Brief an die Stadt. Bislang ist allerdings unklar, wie die Verfahren weitergehen und ob die Beschwerden auf fruchtbaren Boden bei der Stadt stoßen. (bs)

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