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Laden muss schließen, weil Miete extrem steigt: „Können wir uns nicht leisten!“

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Von: Nina Büchs

Der Unverpackt-Laden „Veedelskrämer“ von außen.
„Wir müssen schließen. Letzter Verkaufstag: 26. November!“, steht auf roten Plakaten, die am Fenster des Unverpackt-Ladens „Veedelskrämer“ hängen. © 24RHEIN

Der Unverpackt-Laden „Veedelskrämer“ in Köln-Ehrenfeld schließt Ende November. Die Miete für den Laden steigt um 90 Prozent – zu viel für die Besitzerinnen.

Köln – Seit sechs Jahren gibt es den Unverpackt-Laden „Veedelskrämer“ auf der Körnerstraße in Köln. Kundinnen und Kunden können dort nachhaltig und kunststofffrei einkaufen – das Angebot reicht von Blumen, Haut- und Körperpflegeprodukten, Haushaltswaren bis hin zu Lebensmitteln wie Nudeln, Hülsenfrüchten oder Getreideprodukten. Mit viel Hingabe haben die Inhaberinnen den kleinen Laden aufgebaut. Ende November ist damit jedoch Schluss, denn der Laden im Stadtbezirk Köln-Ehrenfeld wird schließen. Der Grund macht nicht nur die Inhaberinnen, sondern auch viele Kundinnen und Kunden traurig.

„Unverpackt-Laden“ Veedelskrämer

Adresse: Körnerstraße 2-4 / Venloer Str. 270, 50823 Köln.

Öffnungszeiten: Montag - Freitag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr.

Hinweis: Der letzte Verkaufstag ist der 26. November 2022

Köln: Unverpackt-Laden „Veedelskrämer“ muss schließen – Grund: „Geldgier“

„Wir halten täglich Schwätzchen mit den Nachbarn, gießen die Blumen vor unserem schönen Lädchen, erklären den Unterschied zwischen Haarseife und festen Shampoo und freuen uns des Lebens. Dann kam Corona – und blieb! Putin überfiel die Ukraine – und blieb! Die daraus resultierende Inflation und Existenzangst bleiben vorerst leider auch!“, so die Inhaberinnen des Unverpackt-Ladens auf Facebook. Die Katastrophen haben spürbare Folgen hinterlassen, heißt es weiter. „Aber wir haben uns damit arrangiert! Und kommen auch einigermaßen über die Runden. Jetzt aber – kommt die nächste Katastrophe! Unser Mietvertrag wurde gekündigt! Nach sechs Jahren! Einfach so! Grund: Geldgier!“

Köln-Ehrenfeld: Unverpackt-Laden „Veedelskrämer“ schließt – weil Miete sich fast verdoppelt

„Unsere (Noch-) Vermieterin bietet uns ‚unseren‘ Laden zu einem Mietpreis an, der 90 % über dem derzeitigen Preis liegt. Wohlgemerkt – ohne Gegenleistung wie z.B. Modernisierung oder gar doppelte Fensterverglasung. Das können wir uns nicht leisten!“, teilt der Unverpackt-Laden mit. Ende November 2022 wird der Laden auf der Körnerstraße daher schließen, heißt es weiter.

„Das Kapitel Veedelskrämer schließt sich damit“, geben die Inhaberinnen weiter bekannt. Ein Umzug an einen anderen Standort kommt für sie nicht in Frage. „Uns fehlt ein wenig die Power, uns entgegenzustellen bzw. einen Umzug und eine erneute Neueröffnung anzugehen. Die letzten 3 Jahre waren hart – und wir sind einfach durch“, so die Antwort auf einen der dutzenden Facebook-Kommentare.

Köln: Kunden entsetzt über Schließung der „Veedelskrämer“ – „Ihr werdet sehr, sehr doll fehlen“

Nicht nur für die Inhaberinnen selbst, auch für die Menschen im Veedel und die Kundinnen und Kunden ist die Nachricht über die Schließung des Ladens ein Schock. „Ihr Lieben, das ist nicht zu fassen. Es ist unerträglich, wie Macht und Gier die Menschlichkeit verdrängen“, schreibt eine Nutzerin unter den Facebook-Beitrag. „Schrecklich, ihr werdet sehr, sehr doll fehlen!“, heißt es in einem weiteren Kommentar. Eine andere Kundin schreibt: „Boah ist das traurig. Ich vermisse euch schon im Agnesveedel und hatte die ganze Zeit gehofft und Daumen gedrückt, dass es hier mit einem zweiten Laden weitergeht...und jetzt das  Ich fand euch toll und war gerne bei euch Kundin!“.

Diese Unverpackt-Läden gibt es in Köln

Der Laden „Veedelskrämer“ entstand als einer der ersten Unverpackt-Läden in Deutschland, teilten die Besitzerinnen auf Facebook mit. Nun verschwindet er Ende November aus Ehrenfeld. Derzeit gibt es jedoch auch in anderen Stadtteilen von Köln noch verschiedene Unterpackt-Läden, die das Ziel haben, die Plastikflut im Alltag zu reduzieren. Zudem hat im Agnesviertel ein Laden eröffnet, der gerettete Lebensmittel verkauft. Wie viel Kunden für den Einkauf zahlen, entscheiden sie dabei selbst.

Ein Überblick, welche Unverpackt-Läden es in Köln gibt:

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