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Köln soll „urbanen Urwald“ bekommen – und das in der Stadt

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Von: Johanna Werning

Eine Frau läuft am Decksteiner Weiher in Köln durch eine Baumallee.
Mit dem Pilotprojekt soll Köln grüner werden (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

In Köln soll ein neuer Wald entstehen – mitten in Neuehrenfeld. Hinter dem „urbanen Urwald“ an der Hadersleber Straße steckt ein besonderes Pilotprojekt.

Köln – Neuehrenfeld könnte schon bald mit Curaçao in der Karibik konkurrieren. Denn aufgrund eines Beschlusses der Bezirksvertretung Ehrenfeld hat die Stadt Köln nun ein Konzept für einen sogenannten „urbanen Urwald“ erstellt. Mitten in Neuehrenfeld soll dann auf einer 100 Quadratmeter großen Fläche 32 unterschiedliche heimische Baum- und Straucharten ein neues Zuhause finden – ganz zur Freude der Kölner, der Tiere und des Klimas. Aber wie soll das Pilotprojekt „urbaner Urwald“ in Köln aussehen?

„Urbane Urwälder“ und „Tiny Forests“

Als „Urbane Urwälder“ und „Tiny Forests“ bezeichnet man Grünflächen ab 100 Quadratmetern, die als Erholungsgebiet, Lebensraum für Tierarten, Nahrungsquelle und Bildungsstätte im Stadtgebiet in Mini-Wälder umgebaut werden.

Köln: „Urbaner Urwald“ in Neuehrenfeld – so soll der Mini-Wald aussehen

In einer Beschlussvorlage verrät die Stadt nun ein erstes Konzept. Standort für den „Tiny Forest“ soll die Hadersleber Straße in Neuehrenfeld werden. Dabei soll die Rasenfläche neben dem Schulgelände der Gemeinschaftshauptschule Baadenberger Straße zum Mini-Wald umgebaut werden. Durch die Nähe zur Schule könnte dann auch ein Outdoor-Unterricht stattfinden, bei dem die Natur den Schülerinnen und Schülern näher gebracht wird, schlägt die Stadt weiter vor. Gleichzeitig kümmern sich die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung von der städtischen Waldpädagogin und der Waldschule Köln um die Fläche.

Die ausgesuchte Fläche in Neuehrenfeld ist circa 100 Quadratmeter groß. 32 verschiedene Pflanzenarten sollen angebaut werden. Darunter die Vogelkirsche, die Kultur-Birne, der Spitzahorn und Schwarzer Holunder. Neben den Pflanzen soll zusätzlich ein Sitzkreis aus Eichenholz auf der grünen Erholungsinsel entstehen – zumindest wenn es nach der Stadt Köln geht. Weitere geplante Pflanzen sind:

Köln: „Urbaner Urwald“ in Neuehrenfeld – Pilotprojekt wie in Paris, Brüssel und Curaçao

Bei dem „urbanen Urwald“ handelt es sich um ein Pilotprojekt in Köln. Städte wie Paris, Brüssel und Curaçao machen es jedoch vor. Auch Darmstadt und Brandenburg setzen bereits auf die grünen Flächen im Stadtgebiet. Denn die „Tiny Forests“ sollen nicht nur ein Erholungsgebiet für Menschen in Innenstädten sein.

Die Stadt Köln verspricht sich durch solche Grünoasen nicht nur neue Lebensräume für Tiere – sondern auch Umweltbildungsangebote für Schülerinnen und Schüler, die den Bezug zu Naturwissenschaften verlieren könnten. „Viele Städter wünschen sich, dieses Wissen wiederzuerlangen, sowie die Fähigkeit, die Natur im Jahreslauf zu beobachten und ökologische Zusammenhänge zu verstehen“, so die Stadt weiter. Gerade in Zeiten des Coronavirus seien sogenannte „Outdoor-Klassenzimmer“ gefragt.

Köln: „Urbaner Urwald“ in Neuehrenfeld – weitere Mini-Wälder sollen folgen

Außerdem trage „der kleine Wald zur Klimaanpassungs-Strategie der Stadt Köln bei“, heißt es weiter. Die Stadt möchte darum nicht nur einen „urbanen Urwald“ an der Hadersleber Straße anlegen, sondern am liebsten im gesamten Stadtgebiet „Tiny Forests“ bauen. Nicht das einzige mögliche Grün-Projekt in Köln. Es gibt Überlegungen, die Rodenkirchener-Brücke in eine Grün-Oase umzuwandeln.

Ob der „urbane Urwald“ in Neuehrenfeld tatsächlich kommt, entscheidet sich Anfang September. Dann ist der kleine Wald Thema in der Bezirksvertretung Ehrenfeld. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.  

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