1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Ehrenfeld

Doch keine Notunterkunft: Kölner Bordell „Pascha“ ist verkauft – keiner weiß, was neuer Eigentümer vorhat

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs, Lydia Schauff

Blick auf die Leuchtreklame am Eingang das Kölner Großbordells „Pascha“
Das von Corona-Krise hart getroffene Kölner Bordell „Pascha“ musste Insolvenz anmelden und schließen. Nun wurde der Puff verkauft. Pläne der SPD eine Obdachlosenunterkunft daraus zu machen, sind damit obsolet. © Rolf Vennenbernd/dpa

Nach der Schließung des Kölner Bordells „Pascha“ wollte es die SPD eine Obdachlosen-Unterkunft verwandeln. Daraus wird nichts. Das Großbordell hat fast unbemerkt den Besitzer gewechselt.

Update vom 23. Februar, 18:27 Uhr: Während die Kölner SPD öffentlich den Vorschlag machte, das Kölner Großbordell Pascha zu einer Notunterkunft für Obdachlose zu machen, wurde unbemerkt im Hintergrund schon der Verkauf des Kölner Puffs abgewickelt. Wie der Kölner Express berichtet, hat die Timoste Appartementhotel Schildbach KG das Pascha am 19. Februar 2021 offiziell verkauft. Das geht auch aus dem Handelsregisterauszug hervor, der veröffentlicht wurde. Für elf Millionen Euro soll das Haus den Besitzer gewechselt haben.

Ursprünglich wollte die Kölner SPD ihren Antrag, dass leerstehende „Pascha“ zur Unterbringung von wohnungslosen Menschen zu nutzen, am Donnerstag (25. Februar) im Ausschuss für Soziales und Senioren einbringen.

Über die neuen Eigentümer an sich und auch, was sie vorhaben, ist bisher nichts bekannt. Die neuen Eigentümer halten sich im Hintergrund und haben einen Geschäftsführer benannt, der deren Interessen vertreten soll. Doch der neue Geschäftsführer hüllt sich bisher in Schweigen. Laut Express soll es sich um einen Unternehmensberater handeln, der stellvertretend für diverse Geldgeber auftritt.

Weiter unklar ist laut Express auch, ob das „Pascha“ – Europas größtes Bordell – seinen Namen behält. Die neuen Besitzer müssten dafür nämlich Lizenzgebühren an den Markennameninhaber bezahlen.

Köln: Darum will die SPD das Pascha zur Obdachlosenunterkunft machen

Erstmeldung vom 17. Februar 2021, 17:14 Uhr: Köln – Erst im Januar wurde das Insolvenzverfahren für das bekannte Bordell „Pascha“ an der Hornstraße in Köln eröffnet. Wegen Corona war der Betrieb von Bordellen verboten worden. Damit konnten die laufenden Fixkosten schließlich nicht mehr gestemmt werden. Was mit dem Gebäude in Köln nun konkret passieren soll, ist bislang unklar. Wenn es allerdings nach der SPD gehen soll, kommen die Räumlichkeiten schon bald den Obdachlosen zugute.

„Die Situation für obdachlose Menschen ist angesichts der Corona-Pandemie und der extrem niedrigen Temperaturen besonders prekär. Hier sind schnelle Maßnahmen erforderlich, die die Menschen gleichermaßen vor dem Erfrieren und vor dem Coronavirus schützen. Da eine Unterbringung in Hotels bisher nicht möglich ist, muss eine schnelle Alternative gefunden werden.“, so die SPD in ihrem Antrag an den Ausschuss für Soziales und Senioren der Stadt Köln.

Separate Waschräume: Deshalb eignet sich Bordell „Pascha“ als Obdachlosenunterkunft

Das ehemalige Pascha kommt laut SPD insbesondere deshalb in Frage, da die Zimmer über separate Waschräume verfügen und Menschen dort auf den unterschiedlichen Fluren getrennt untergebracht werden können. Somit könne auch das Infektionsriskio eingedämmt werden. Auch ein Tagesaufenthalt oder die gemeinsame Unterbringung von Menschen und ihren Tieren sei dort laut SPD möglich.

Wichtig sei jedoch, jetzt schnell zu handeln. Erst kürzlich hatten sich in Düsseldorf mehrere Obdachlose in einer Notschlafstelle mit der britischen Virus-Mutation angesteckt. Daraufhin hatte die Stadt ihre Winterhilfe umgestellt. Und auch in Köln hat die Stadt in diesem Winter ihr Winterhilfeangebot ausgebaut – eine Einzelbelegung bis Ende März ist bislang jedoch nur in den Gebäuden an der Ostmerheimer Straße und der Regentenstraße möglich.

Ehemaliges Bordell „Pascha“ in Köln: SPD fordert, Gebäude zu beschlagnahmen

Die SPD fordert darüber hinaus, dass die Stadt das Gebäude notfalls beschlagnahmen soll, falls eine Anmietung nicht schnell genug geht. Eine Einschätzung, ob eine mögliche Beschlagnahmung des Paschas tatsächlich durchgesetzt werden könne, wollte die Stadt zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht geben, da der Einzelfall und der Antrag der SPD erst geprüft werden muss. (nb)

Auch interessant