1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Ehrenfeld

Max-Becker-Areal: Townhouses, Markthalle und Parks – die ersten Entwürfe

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martin Henning

Überblick über das Areal in Köln-Ehrenfeld, auf dem das neue Stadtquartier „Pan“ entsteht.
In dem weiß umrandeten Areal entsteht das neue Stadtquartier „Pan“. © PANDION

Die Pläne zum neuen Stadtquartier „Pan“ im Max-Becker-Areal in Köln werden konkreter. Fünf Ideen haben es in die nächste Runde geschafft. Ein Überblick.

Köln – Neuer Lebensraum in einem der Trendviertel von Köln: 1700 Wohnungen entstehen im Max-Becker-Areal in Ehrenfeld. Tausende Menschen werden hier ein neues Zuhause finden, bis zu 4000 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden.

Wie es auf dem Areal in der Widdersdorfer Straße 194 einmal aussehen wird, ist bislang noch nicht klar. Immerhin werden die Pläne für das Wohn- und Arbeitsquartier jetzt konkreter. 15 internationale Stadtplanungs- und Architekturbüros haben ihre Ideen für das „Pan“ – so der offizielle Name – eingereicht. Fünf von ihnen haben es in die engere Auswahl geschafft. 24RHEIN zeigt die Entwürfe.

Entwurf für Max-Becker-Areal: Townhouses, zentraler Park und Stadtplatz

Der Entwurf zum Max-Becker-Areal von Urban Agency und NORD Architects.
Der Entwurf von Urban Agency und NORD Architects. © Urban Agency/NORD Architects

Die Kopenhagener Planungsbüros Urban Agency und Nord Architects A/S verstehen das „Pan“ als ein Quartier, in dem Arbeit, Wohnen, Freizeit und Nahversorgung sinnvoll miteinander kombiniert werden. Geplant sind mehrgeschossige Wohnhauskomplexe, gestapelte Maisonettewohnungen, Townhouses und „wohnverträgliches“ Gewerbe, Büro und Dienstleistungen. Das Stadtquartier soll für alle Lebenskonzepte, Alters- und Einkommensgruppen attraktiv und erschwinglich sein. Im Konzept sind drei Knotenpunkte vorgesehen:

Und wie wird der Klimaschutz „erlebbar“ gemacht? Zum einen sollen alle Bereiche durch eine grüne Mobilitäts-Route verbunden werden, außerdem soll der bereits erwähnte Park entstehen. Grünzüge entlang der Bahntrasse und Natur zwischen den Häusern tragen ebenfalls zu gutem Klima bei. Zentrales Element jedes Wohnungshofs werden offene Gemeinschaftsflächen mit Baumbestand. Dächer sollen begrünt, Bäume in „großer Anzahl“ neu gepflanzt werden.

Die Planer sehen an den größeren Grünflächen Hauptablauf- und Rückhaltegebiete für Regenwasser vor. Auch Regenwassergärten sollen Überflutungen vermeiden. Für neue Belagsflächen möchten die Planer helle, reflektierende Belege verwenden. Die Gebäude sollen nicht zu hoch gebaut werden, damit das Areal ausreichend durchlüftet wird. Solarzellen, Urban Gardening und Insektenschutz werden als weitere Stichworte genannt. Das Quartier soll im Inneren autofrei sein. „Über das Gelände verteilt befinden sich Mobilitätsstationen mit Fahrradverleih und Parkmöglichkeiten“, heißt es von den Planern. Zudem sind drei Haltestellen geplant.

Auto sollen überwiegend in zwei Parkbauten untergebracht werden. Dazu kommen Tiefgaragen. „Parkmöglichkeiten sind so verteilt, dass niemand mehr als 200 Meter laufen muss“, heißt es von den Planern.

Idee für Max-Becker-Areal in Köln: Markthalle, Quartierpark und grüner Lärmschutz

Der Entwurf zum Max-Becker-Areal von kister scheithauer gross und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten.
Der Entwurf von kister scheithauer gross und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten. © kister scheithauer gross/Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten

Das Kölner und Münchener Planungsteam will die Bestandsbauten auf dem Areal als Grundgerüst des neuen Viertels erhalten. Das derzeitige Uhrenhaus soll zu einer Markthalle umgebaut werden. Von dort aus geht es über eine „Diagonale“ zu einem zentralen, inneren Platz. In Blickrichtung steht auch der kugelförmige Gasbehälter, den die Planer ebenfalls erhalten möchten. Die verschiedenen Baufelder sollen mit einzelnen Häusern unterschiedlicher Architekten bebaut werden. So soll eine spezielle „Ehrenfelder Mischung“ entstehen. Die Baufelder sind mittels Durchgängen und Übergangsbereichen miteinander verbunden.

Die schon bestehenden Hofstrukturen möchten die Planer verbinden, um ein flächendeckendes Netz aus Fuß- und Fahrradwegen zu schaffen. Ausgangspunkt der Durchgänge ist der Quartierspark. An diesem entlang werden die Wohnungen gebaut. Die Randbereiche am Maarweg und am DHL-Verteilzentrum sollen mit höheren Bürogebäuden bebaut werden, um den von außen kommenden Lärm zu minimieren. Zu den Bahngleisen hin wird eine eingegrünte Lärmschutzwand gebaut, die gleichzeitig als Fußgänger- und Fahrradachse dient. Geplant sind neben den Wohnungen:

Köln: Entwurf für Max-Becker-Areal mit kurzen Wegen und Quartiersplätzen

Der Entwurf zum Max-Becker-Areal von Cityförster und urbanegestalt.
Der Entwurf von Cityförster und urbanegestalt. © Cityförster/urbanegestalt

Das Planungsteam aus Hannover und Köln bezeichnet sein Konzept als „Ehrenfelder Best Of“. Auch hier sollen Wohnen, Arbeiten, Kultur und Bildung über möglichst kurze Wege verbunden werden. „Das neue Quartier ist grün, kulturell verankert und kreativ anziehend“, sagen die Planer. Aufgeteilt ist ihr Stadtviertel in:

Die Dachflächen der Wohnhäuser sollen begrünt und vielfältig genutzt werden. Wie beim Entwurf von Urban Agency und NORD Architects wird das Quartier im Inneren autofrei sein. Ein Drittel der parkenden Autos soll im sogenannten „Mobility-Hub“ am Ostende Platz untergebracht werden. Dort sind auch Carsharing, E-Ladestationen für Fahrräder und Autos, Leihmöglichkeiten von Sonderfahrzeugen (Lastenrat, Transporter, Anhänger etc.) und Werkstatt- und Service-Angebote geplant. Die restlichen zwei Drittel finden in Tiefgaragen am nördlichen und westlichen Gebietsrand Platz.

Geplant ist ein dichtes Radwegenetz durch das gesamte Quartier, über das sogenannte „Last-Mile-Shuttle“ wird das Quartier mit den Haltepunkten der Regionalbahnen S12 und S19 verbunden. Die Planer möchten den Versiegelungsgrad trotz der Neubauten verringern. Wie bei den beiden vorherigen Konzepten dient der Park als Rückhaltefläche für Regenwasser. Die Verwendung CO2-sparender Baustoffe und Bauweisen und die Pflanzung neuer Grünflächen kommen als klimafreundliche Maßnahmen dazu.

Die Erdgeschosse der Wohngebäude werden überwiegend gewerblich (Kleingewerbe, Gastronomie und Handwerk) oder sozial genutzt. Kita(s) und eine Schule sind geplant.

Max-Becker-Areal in Köln: Entwurf mit grünen Grachten und Foodmarket

Der Entwurf zum Max-Becker-Areal von ASTOC und L 94 Landschaftsarchitekten.
Der Entwurf von ASTOC und L 94 Landschaftsarchitekten. © ASTOC/L 94 Landschaftsarchitekten

Auch beim Kölner Planungs-Duo ist ein Park zentraler Bestandteil. „Grüne Grachten“ verlaufen von dort aus nach Osten und Westen und sollen nicht nur Treffpunkt sein, sondern auch Regenwasser zurückhalten. An den Park angrenzend sind vier Quartiersteile mit Wohnbauten geplant. Diese werden über eine Mobilitätstraße per E-Shuttle mit dem S-Bahnhof Technologiepark angebunden. Entlang der Bahngleise verläuft parallel ein Radschnellweg, der in Richtung Innenstadt führt. Auch hier sollen Wohngebäude entstehen.

Der Schwerpunkt der Gewerbe- und Dienstleistungsflächen soll entlang des Maarwegs im Ostteil liegen. Innerhalb des Max-Becker-Areals wird der Autoverkehr zwar nicht komplett eingestellt, aber zumindest „deutlich reduziert“. Geplant sind neben den Wohnungen:

Ein Großteil des Baumbestandes bleibt laut den beiden Planungsbüros erhalten und wird mit trockenheitsverträglichen Grünflächen und Bäumen ergänzt. In den grünen Wohnhöfen werden private Gärten, Gemeinschaftsgärten und Kleinkinderspielflächen entstehen. Die Dächer sammeln über Solarzellen nicht nur Sonnenenergie, sondern nehmen auch Regenwasser auf. Der Gasbehälter soll als Wasserstoffspeicher dienen.

Entwurf für Max-Becker-Areal: Wohnveedel, Werksveedel, Parkterrasse und Campus

Der Entwurf zum Max-Becker-Areal von Teleinternetcafe und Treibhaus Landschaftsarchitektur.
Der Entwurf von Teleinternetcafe und Treibhaus Landschaftsarchitektur. © Teleinternetcafe/Treibhaus Landschaftsarchitektur

Das Planungsteam aus Berlin und Hamburg beschreibt das Areal in Ehrenfeld so: „Es zeichnet sich durch eine heterogene Baustruktur mit unterschiedlichen Gebäudehöhen und –typen aus. Hier stehen Villen neben Schrottplätzen, gründerzeitliche Blockränder neben Lagerhallen, Neubauten neben gewachsenen Kleingewerbestrukturen.“ Genau diese „Ehrenfelder Mischung“ wollen die Planer erhalten und ausbauen. Wie auch bei den anderen Vorschlägen sollen der Gasbehälter, das Uhrenhaus und die denkmalgeschützten Villen erhalten bleiben. Die Planer teilen das Areal in vier wesentliche Abschnitte auf:

Zwischen Uhrenhaus, Gasbehälter und Gleistrasse soll ein zentraler Park entstehen. Der Park ist umgeben von einer Promenade und verschiedenen kulturellen, handwerklichen und gastronomischen Angeboten. Auf dem Gleisgrundstück zwischen der S-Bahnstation Technologiepark und Maarweg sind öffentliche Spiel- und Freizeitflächen geplant.

Das Max-Becker-Areal soll als „Stadt der kurzen Wege konzipiert“ werden. Bedeutet: Im Nordosten, Nordwesten und Süden werden Quartierseingänge geschaffen, die über das neue grüne Zentrum vernetzt werden. Durch ein Shuttle soll die Verbindung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln verbessert werden. „Das Areal erhält zwei multifunktionale Quartiersparkhäuser, dezentrale Mobilitätsstationen sowie ergänzende Stellplätze in Tiefgaragen“, sagen die Planer. Das Quartiersinnere soll weitgehend autofrei bleiben.

Max-Becker-Areal: Wie geht der Wettbewerb weiter?

Bis zum 30.06.2022 konnten Bürgerinnen und Bürger die fünf Entwürfe diskutieren und Vorschläge einbringen. Ähnlich wie beim neuen Kölner Stadtteil Kreuzfeld werden die Ideen und Rückmeldungen an die Planungsteams weitergegeben. Auch gibt es Rückmeldung von der Jury. Die Teams überarbeiten darauf aufbauend ihre Konzepte.

Köln: Max-Becker-Areal soll bis 2029 fertig gestellt sein

Größe:16,2 ha
Wohnungen:1700
Arbeitsplätze:4000
Baubeginn:2023
Fertigstellung:2029

 (mah) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant