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Hendrik Wüst kritisiert geplanten Muezzin-Ruf in Köln

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Montage: Links die Ditib-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld und rechts Hendrik Wüst.
Hendrik Wüst befürchtet Konflikte durch mögliche Muezzin-Ruf in Köln. (Montage) © Oliver Berg/dpa & Thilo Schmuelgen/dpa

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat Kritik an den geplanten Muezzin-Rufen in Köln geäußert. Er befürchtet mehr Streit, der der Integration schaden könnte.

Köln – In Köln ist seit geraumer Zeit ein Modellprojekt für Muezzin-Rufe zum Freitagsgebet geplant. Das sieht NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst aber kritisch. Es stehe zwar außer Zweifel, dass der Muezzin-Ruf unter die Religionsfreiheit falle, sagte Wüst der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Jedoch befürchtet er durch die Pläne in Köln neu entstehende Konflikte.

Muezzin-Ruf in Köln: Wüst sieht durch Aufruf an Moscheen unnötigen Eingriff in Frieden und

Aktuell wird in ganz Nordrhein-Westfalen nur „sehr reduziert an einzelnen Orten von Moscheen zum Gebet gerufen“, teilte Wüst mit. Dies sei das „Ergebnis einer Abwägung mit anderen Grundrechten“. Etwas, was nach der Meinung der CDU-Politiker in den vergangenen Jahren zu einer hohen gesellschaftlichen Befriedung dieses Themas geführt hatte.

„Ohne Not und Anlass, wie mir scheint, wird nun in Köln in diesen Frieden eingegriffen“, kritisierte Wüst. Laut ihm käme die Ankündigung der Stadt zum Projekt des Muezzin-Rufs „quasi einem Aufruf an alle Moscheegemeinden gleich“, dass diese Anträge auf die Einführung stellen sollen. Wüst habe jetzt die Sorge, „dass damit möglicherweise mehr Streit in die Gesellschaft getragen als der Integration gedient wird“. Tatsächlich haben bisher nur wenige Moscheen in Köln Anträge für den Muezzin-Ruf gestellt. Unter anderem aber auch die große Ditib-Zentralmoschee in Ehrenfeld.

Köln: Muezzin-Ruf nur unter Auflagen möglich – Stadt sieht darin Religionsfreiheit

Köln hatte Anfang Oktober 2021 erklärt, dass Moscheegemeinden auf Antrag und unter Auflagen künftig ihre Gläubigen zum mittäglichen Freitagsgebet rufen dürften. Zu den Auflagen gehört etwa, dass der Gebetsruf nicht länger als fünf Minuten dauert. Für die Lautstärke gibt es eine Höchstgrenze, die je nach Lage der Moschee festgelegt wird. Außerdem muss die jeweilige Moscheegemeinde die Nachbarschaft frühzeitig mit Flyern informieren und eine Ansprechperson benennen, die Fragen beantworten oder Beschwerden entgegennehmen kann. Das Modellprojekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Die Stadt verweist bei ihrer Initiative auf die im Grundgesetz verbriefte Freiheit der Religionsausübung. Während in christlichen Kirchen die Glocken läuteten, um die Gläubigen zum Gottesdienst zu rufen, seien es in den Moscheen muslimischer Glaubensgemeinschaften die Rufe des Muezzins, die diesen Zweck erfüllten. Die Initiative war breit diskutiert worden. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren 

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