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Köln: Diese Raupe ist gefährlich – Vorsicht vor dem Eichenprozessionsspinner

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Von: Johanna Werning

Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners an einer Eiche.
Der Eichenprozessionsspinner ist in Köln wieder aktiv (Archivbild) © Bernd Thissen/dpa

Die gefährlichsten Tiere sind häufig die kleinsten. Das gilt auch für den Eichenprozessionsspinner. Auch in diesem Jahr ist der Schädling in Köln zu finden.

Köln – Dieses harmlos wirkende Tier hat es in sich: Obwohl die kleine Raupe ziemlich unschuldig wirkt, besteht beim Eichenprozessionsspinner Gesundheitsgefahr. Jedes Jahr warnen die Behörden vor den kleinen Schädlingen. Auch in Köln ist die kleine Raupe wieder aktiv.

Wissenschaftlicher Name:Thaumetopoea processionea
Gattung:Thaumetopoea
Familie:Zahnspinner (Notodontidae)
Ordnung:Schmetterlinge (Lepidoptera)

Eichenprozessionsspinner in Köln: So giftig sind die „Brennhaare“ der Raupe

„Der Kontakt mit den ‚Brennhaaren‘ der Tiere kann bei Menschen zu starken Reizungen und allergischen Reaktionen von Haut und Atemwegen führen“, so die Stadt Köln. Die bis zu 0,5 Millimeter langen „Brennhaare“ enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein. Damit schützen sie sich vor Fressfeinden und sind gefährlich für Mensch und Tier. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners häuten sich bis zur Verpuppung sechsmal. Ab der dritten Häutung bilden sie zusätzlich zu ihren langen sichtbaren Haaren etwa 600.000 giftige Brennhaare. Diese werden leicht eingeatmet und führen dann zu den Reizungen. Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Flügel eine Spannweite um die 30 Millimeter umfassen.

Wo hält sich der Eichenprozessionsspinner auf?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners halten sich im gesamten Stadtgebiet von Köln auf. Gerade an heimischen Eichenarten befinden sich die Raupen – darunter auch Trauben- und Stieleiche. Betroffen sind vor allem Bäume, die der prallen Sonne ausgesetzt sind. Dazu zählen beispielsweise freistehende Eichen oder Bäume am Waldrand.

Kontakt mit Raupen des Eichenprozessionsspinner: Diese Symptome sind möglich

Seit Jahren finden sich im gesamten Stadtgebiet die gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners. Die Raupen treten in Gruppen auf. Die Tiere profitieren zudem von der Klimakrise. Bei den steigenden Temperaturen fühlen sie sich wohl und vermehren sich häufiger. Immer wieder müssen darum Straßen oder Spielplätze zeitweise gesperrt werden. Denn auf Eichen, die in direktem Sonnenlicht stehen, leben sie besonders gerne.

Köln: Stadt bekämpft Raupen des Eichenprozessionsspinners mit spezieller Methode

Mit einer aufwendigen Methode will Köln dem Eichenprozessionsspinner den Garaus machen und die Gefahr bannen. Mit einem Spezialsauger werden die Schädlinge in Köln beseitigt. „Diese Methode ist zwar aufwendig, bietet aber den Vorteil, gegen Raupen in jedem Entwicklungsstadium wirksam zu sein“, so die Stadt weiter. Bereits im Februar mussten am Decksteiner Weiher 100 Bäume gefällt werden, um gegen Schädlinge und einen gefährlichen Pilz vorzugehen.

Ein Mitarbeiter einer Spezialfirma in einem Schutzanzug saugt die Raupen des Eichenprozessionsspinners mit einem Staubsauger aus einer Eiche ab.
Mit einem Spezialstaubsauger soll der Eichenprozessionsspinner in Köln beseitigt werden (Archivbild) © Thomas Warnack/dpa

Die Schädlingsbekämpfung der Stadt findet jedoch nur auf Grünflächen oder auf Spielplätzen statt. Tritt der Eichenprozessionsspinner auf Privatgrundstücken auf und die Allgemeinheit wird gefährdet, sei der Eigentümer oder die Eigentümerin zur Beseitigung verpflichtet, betont die Stadt Köln. Die Stadt warnt jedoch davor, das Nest des Schädlings eigenständig zu beseitigen.

Zusätzlich solle man sich nicht „länger im Bereich von Eichen aufhalten, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind“. Falls eine starke allergische Reaktion nach dem Kontakt mit den Brennhaaren eingetreten ist, soll ein Arzt aufgesucht werden.

Eichenprozessionsspinner in Köln: Weniger Befall wegen niedriger Temperaturen

Die ersten Eichenprozessionsspinner wurden in diesem Jahr schon entdeckt. Aufgrund der niedrigen Temperaturen und der Feuchtigkeit sei jedoch davon auszugehen, dass der Befall in diesem Jahr nicht allzu heftig werde.

Neben Köln habe dennoch auch Düsseldorf bereits mit dem Kampf gegen die Schädlinge begonnen. Derzeit sprühe man vorbeugend rund zehn Prozent der Eichen mit einem Biozid an. Dabei konzentrierten sich die Mitarbeiter auf Bäume, die in der Nähe von Spielplätzen, Schulhöfen und Kindergärten oder an Hauptwegen auf Friedhöfen und stark frequentierten Straßen stehen, teilte die Stadt mit. (jw)

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