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Erzbistum Köln: Missbrauchsopfer loben Vatikan-Prüfer

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Die Apostolischen Visitatoren Anders Arborelius (l) und Hans van den Hende stehen vor dem Maternushaus.
Die Apostolischen Visitatoren Anders Arborelius (l.) und Hans van den Hende vor dem Maternushaus in Köln. © Marius Becker/dpa

Am Dienstag sprachen die Apostolischen Visitatoren in Köln mit Mitgliedern und ehemalige Mitgliedern des Betroffenenbeirats. Danach äußerten sich Missbrauchsopfer positiv.

Köln – Opfer sexuellen Missbrauchs sind am Dienstag die ersten Gesprächspartner der Apostolischen Visitatoren von Papst Franziskus im Erzbistum Köln gewesen. Die Betroffenen äußerten sich anschließend positiv über den Kontakt mit Bischof Hans van den Hende aus Rotterdam und Kardinal Anders Arborelius aus Stockholm. Die beiden Gesandten untersuchen derzeit die Ursachen der schweren Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum.

Erzbistum Köln: Betroffenenbeirat sprach mit Apostolischen Visitatoren

Am Dienstag hörten sie sowohl derzeitigen als auch früheren Mitgliedern des Betroffenenbeirats zu. Einige Betroffene hatten den Beirat aus Protest gegen Kardinal Rainer Maria Woelki verlassen. Ex-Beiratsmitglied Patrick Bauer beschrieb die Visitatoren in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen als „wahnsinnig empathisch und uns zugewandt“. Sie hätten einfach nur zugehört, was die Missbrauchsopfer zu erzählen gehabt hätten, und ein Notar habe ihre Aussagen protokolliert. Bauer war Anfang der 80er-Jahre als Internatsschüler am Aloisiuskolleg in Bonn von einem Jesuitenpater sexuell missbraucht worden.

Kirche in Köln: Betroffenenbeirat fordert Verantwortung anstatt Rücktritte

Das aktuelle Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder sagte: „Wir hoffen, die Visitatoren kommen zu einem guten Ergebnis, das vor allem den Betroffenen helfen wird.“ Bringmann-Henselder, der als Heimkind in Köln missbraucht und schwer misshandelt worden war, sprach sich gegen Bischofsrücktritte aus: „Den Betroffenen bringt es wenig, wenn Bischöfe oder Kardinäle, die Verantwortung hatten und haben, jetzt ihren Rücktritt erklären und sich somit der Verantwortung entziehen“, teilte er der Deutschen Presse-Agentur mit. „Damit lassen sie erneut die Betroffenen im Regen stehen.“ Stattdessen erwarte man von den Bischöfen, „endlich dazu zu stehen, dass sie in der Vergangenheit in erster Linie bemüht waren, die Institution katholische Kirche zu schützen.“ Nach dem Rücktrittsgesuch des Münchner Kardinals Reinhard Marx in der vergangenen Woche waren auch gegen Woelki erneut Rücktrittsforderungen erhoben worden.

Die Krise im Erzbistum Köln hatte sich unter anderem daran entzündet, dass Woelki ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern lange zurückgehalten hatte. Die beiden Visitatoren sollen am Ende ihrer Untersuchungen einen vertraulichen Bericht für Papst Franziskus erstellen. Davon könnte abhängen, ob Woelki im Amt bleibt oder nicht. (dpa)

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