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Erzbistum Köln: Vatikan-Prüfer sprechen mit Betroffenenbeirat

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Die beiden Apostolischen Visitatoren Anders Arborelius  und Hans van den Hende stehen vor dem Maternushaus.
Die Apostolischen Visitatoren Anders Arborelius (l) und Hans van den Hende überprüfen Kölner Lage. © Marius Becker/dpa

Die in Köln eingetroffenen Apostolischen Visitatoren nehmen ihre Arbeit auf. Am Dienstag sprechen sie mit Mitgliedern und ehemalige Mitgliedern des Betroffenenbeirats.

Köln – Die Apostolischen Visitatoren Hans van den Hende und Anders Arborelius führen am Dienstag in Köln Gespräche, um sich ein Bild von der Lage im größten deutschen Bistum zu machen. Wie eine Sprecherin von Bischof van den Hende der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, treffen die beiden Bevollmächtigten von Papst Franziskus Mitglieder und ehemalige Mitglieder des Betroffenenbeirats für sexualisierte Gewalt.

Köln: Betroffenenbeirat gegen Rücktritt von Bischöfen – Betroffene werden „erneut im Regen“ stehen gelassen

Der Betroffenenbeirat hat sich gegen den Rücktritt von Bischöfen und Kardinälen ausgesprochen. Das teilt Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. „Den Betroffenen bringt es wenig, wenn Bischöfe oder Kardinäle, die Verantwortung hatten und haben, jetzt ihren Rücktritt erklären und sich somit der Verantwortung entziehen. Damit lassen sie erneut die Betroffenen im Regen stehen.“

Bringmann-Henselder, der selbst als Heimkind missbraucht und misshandelt wurde, spricht am Dienstag mit den Apostolischen Visitatoren Hans van den Hende und Anders Arborelius, die im Auftrag des Papstes die Lage im Erzbistum Köln untersuchen. Man erwarte von den Bischöfen, „endlich dazu zu stehen, dass sie in der Vergangenheit in erster Linie bemüht waren, die Institution katholische Kirche zu schützen“, so der Beirat in einer Erklärung. „Die Betroffenen hatten sie dabei nicht im Blick. Auch sollten sie endlich intensiv an der Aufklärung mitarbeiten und die Fehler der Vergangenheit in Zukunft nicht mehr machen.“

Erzbistum Köln: Apostolischen Visitatoren überprüfen Woelki

Die beiden Visitatoren untersuchen die Lage im Erzbistum von Kardinal Rainer Maria Woelki, das sich seit Monaten in einer tiefen Krise befindet. Diese hatte sich unter anderem daran entzündet, dass Woelki ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern lange zurückgehalten hatte. Unzählige Kölnerinnen und Kölner sind bereits aus der Kirche ausgetreten. Die Termine dafür sind innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Am Wochenende äußerte sich der Kirchenrechtler Thomas Schüller und bezeichnete Kardinal Woelki als nicht mehr haltbar.

Erzbistum Köln: Vatikan-Prüfer bleiben mehrere Wochen

Es wird damit gerechnet, dass die Visitatoren bis Mitte des Monats in Köln bleiben, um anschließend einen vertraulichen Abschlussbericht für Papst Franziskus zu verfassen. Der Kirchenrechtler van den Hende ist Bischof von Rotterdam und Vorsitzender der niederländischen Bischofskonferenz, Kardinal Arborelius ist der höchste katholische Geistliche in Schweden. (dpa/lnw)

Update-Hinweis vom 8. Juni, 10:08: Der Artikel wurde um die Äußerungen des Betroffenenbeirats ergänzt.

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