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FDP fordert bunte Zebrastreifen in Köln – doch die Stadt stellt sich quer

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Von: Benjamin Stroka

Eine Frau geht in Köln in der Südstadt über einen in Regenbogen-Farben angemalten Zebrastreifen.
2013 wurden zwei Zebrastreifen in Köln zum Protest gegen die Politik Russlands bunt angemalt (Archivfoto). © Oliver Berg/dpa

Die Kölner FDP fordert Zebrastreifen in Regenbogenfarben. Die Stadt lehnt diesen Vorschlag ab. Und das Thema erhitzt auch im Netz die Gemüter.

Köln – Wenn es nach der Kölner FDP geht, dann sollen die Zebrastreifen in der Domstadt schon bald viel farbenfroher sein. Die Ratsfraktion der Partei fordert schon seit einiger Zeit, dass die weißen Streifen bei den Fußgängerübergängen in Regenbogenfarben gestrichen werden sollen. Doch das wird nicht nur von der Stadt Köln abgelehnt, sondern löst auch in den sozialen Medien hitzige Diskussionen aus.

FDP Köln: Bunte Zebrastreifen sind ein Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung

Den zugehörigen Antrag stellte die FDP bereits im vergangenen Jahr beim Verkehrsausschuss der Stadt. Die negative Antwort der Stadt folgte Ende Januar 2021. Demnach sei es aus straßenverkehrsrechtlichen Gründen nicht zulässig, anstatt der weißen, bunte Balken bei den Zebrastreifen zu nutzen.

„Auch das regenbogenfarbige Anstreichen der Zwischenräume der weißen Balken lehnt die Verwaltung ab. Man könnte sagen: Wir wollen queer, aber die Stadt stellt sich quer“, teilte Ralph Sterck, Fraktionsvorsitzender der Kölner FDP, mit. Köln stehe wie kaum eine andere europäische Stadt für die LGBTQ-Bewegung. „Dass ausgerechnet hier bislang dieses Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung an bürokratischen Hürden scheitert, bedauern wir als FDP zutiefst. Dies auch, weil andere Städte in Deutschland mit der Frage offensichtlich lockerer umgehen. Und im Ausland scheint es vielerorts gar kein Problem zu sein“, so Sterck weiter.

Kompromiss für Köln? FDP schlägt Fußgängerüberwege in Regenbogenfarben vor

Die FDP akzeptiert allerdings, dass die Straßenverkehrsordnung für dieses Vorhaben nicht geändert wird. Sterck nennt dafür einen neuen Vorschlag als Kompromiss: „Anstatt Zebrastreifen bunt zu gestalten, schlagen wir regenbogenfarbige signalisierte Fußgängerüberwege an Ampeln vor.“ Diese habe er bereits in Kanada gesehen und sie würden nicht zu Fehlinterpretationen im Verkehr führen.

Köln braucht besonders in diesen Zeiten ein Zeichen für Toleranz und gegen Homophobie. Ich wünsche mir vom künftigen Ratsbündnis, insbesondere von Grünen und Volt, dass sie sich mit uns gemeinsam für diese Lösung einsetzen“, so Sterck weiter.

Köln: Bunte Zebrastreifen sorgen für hitzige Diskussionen im Netz

Aber auch unter den Kölnerinnen und Kölnern ist der Vorschlag der FDP umstritten. Auf der Facebook gibt es hitzige Diskussionen zu dem Thema. „Es wäre ein Statement und bringt ein bisschen Farbe in diesen grauen Alltag. In vielen anderen Städten habe ich es schon gesehen und es hat mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, schrieb eine Userin und unterstützt damit den Vorschlag der FDP. „Würde mir total gut gefallen... und es würde zu Köln passen!“, postete eine andere Nutzerin.

Es gibt aber auch jede Menge Gegenwind. Viele User halten ein solches Thema gerade in Zeiten der Corona-Pandemie für überflüssig: „Blödsinnig, das Geld könnten vielmehr die gebrauchen, die durch den Lockdown gerade vor die Hunde gehen und nichts zu lachen haben“, schrieb eine Userin und bekam prompt von einem anderen Facebook-Nutzer Schützenhilfe: „So ein Humbug, die Wirtschaft ist am Limit, Menschen verlieren ihre Existenz und wir färben Zebrastreifen um.“

Die Zebrastreifen sind nicht das einzige Verkehrsthema, das aktuell in Köln für Gesprächsstoff sorgt. Eine ausgefallene Ampelanlage in Niehl erschwert gerade den Stadtverkehr und führte dort zeitweise zu chaotischen Zuständen. Während die Stadt noch bezüglich mehr Farbe im Straßenverkehr hadert, sind die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) bereits vorgeprescht. Bereits seit Januar gibt es an mehreren Haltestellen in Köln bunt leuchtende Rolltreppen. (bs)

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