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Flughafen Köln/Bonn: Reisende schmuggeln mehr Gold – liegt es am Verfall der türkischen Lira?

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Von: Nina Büchs

Eine goldene Halskette, ein Armband und ein Ring liegen in einem Schmuckkästchen.
Reisende haben versucht, unter anderem diesen Schmuck vor dem Kölner Zoll zu verstecken. © Hauptzollamt Köln

Immer mehr Reisende versuchen, ihren Goldschmuck am Flughafen Köln/Bonn vor dem Zoll zu verstecken. Doch das geht oft nach hinten los.

Köln – Der Zoll hat seit Anfang März am Flughafen Köln/Bonn immer mehr Reisende beim Versuch erwischt, Goldschmuck zu schmuggeln. Insgesamt 2,2 Kilogramm Gold im Wert von 100.000 Euro hatten die Zollbeamten bei den Passagieren gefunden.

Flughafen Köln/Bonn: Zoll findet geschmuggelten Goldschmuck im Wert von 100.000 Euro

Die Zollbeamten leiteten noch vor Ort 27 Strafverfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung ein. Die Reisenden hatten versucht, mit ihrem Gepäck die Kontrollstelle des Zolls durch den grünen Kanal für abgabefreie Waren zu verlassen, hieß es in einer Pressemitteilung. Abgabenfrei sind Waren bei Flugreisen aus Nicht-EU-Staaten nur bis zu einem Wert von 430 Euro. Alles, was darüber hinausgeht, muss beim Zoll angemeldet werden, sonst droht, wie in diesen Fällen, ein Steuerstrafverfahren.

„Alle Beschuldigten waren Reiserückkehrer aus der Türkei und versteckten den Schmuck zum Teil am Körper oder zwischen Kleidungsstücken im Gepäck“, so Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts Köln.

Zoll Köln: „Schmuggel von Goldschmuck hat in den letzten sieben Wochen spürbar zugenommen“

„Der Schmuggel von Goldschmuck hat in den letzten sieben Wochen spürbar zugenommen. Im März haben sich unsere Aufgriffe im Vergleich zum Gesamtergebnis aus Januar und Februar fast verdoppelt und dieser Trend hält auch weiter an“, sagt Ahland.

Warum der Goldschmuggel in letzter Zeit zunimmt, konnte Ahland auf Nachfragen von 24RHEIN übrigens nicht genau sagen. Ein Grund könnte jedoch sein, dass sich der Wert der türkischen Lira in einem deutlichen Sinkflug befindet und daher viele ihr Geld in wertbeständige Gegenstände wie etwa Goldschmuck investieren.

Zollkontrollen am Airport: Beamte fanden auch Reptilien in eingenähten Stoffpuppen

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende versuchen, etwas am Zoll vorbeizuschmuggeln. So stießen Zollfahnder Ende 2020 am Flughafen Köln Bonn auf 26 artengeschützte Reptilien, die in Stoffpuppen eingenäht waren. Zehn von ihnen überlebten die Reise nicht, da ihnen der Sauerstoff fehlte. Bei den eingeschleusten Tieren handelte es sich um Dosenschildkröten, Baumschleichen und Krötenechsen aus Mexiko.

Im April nahmen sich die Zollfahnder am Flughafen Köln/Bonn außerdem einen 22-Jährigen zur Brust. Der Mann, der gerade aus Istanbul zurückgekommen war, reiste mit fünf Taschen voller Kleidungsstücke nach Köln. Bei der Durchsuchung fiel den Zollbeamten auf, dass es sich bei allen Kleidungsstücke um Fälschungen bekannter Marken wie unter anderem Tommy Hilfiger, Burberry, Louboutin, Armani, Hugo Boss, Gucci und Chanel handelte. Noch vor Ort wurde gegen den Mann ein Steuerstrafverfahren eingeleitet, die zahlreichen Plagiate wurden als Beweismittel sichergestellt. Außerdem erwarte ihn gegebenenfalls ein zivilrechtliche Verfahren mit den Originalherstellern“, so Pressesprecher Ahland. (nb)

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