1. 24RHEIN
  2. Köln

Flugzeugabsturz Ostsee: Suche abgeschlossen – wie geht es jetzt weiter?

Erstellt:

Von: Johanna Werning

Viele Fragen zum Flugzeugabsturz in der Ostsee sind noch offen: Auch die Ermittlungen zur Absturz-Ursache laufen noch. Aber wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?

Köln/Riga – Mehrere Tage sind seit dem tragischen Flugzeugabsturz in der Ostsee vergangen. Am 4. September, stürzte die Cessna 551 mit dem Kennzeichen OE-FGR vor der lettischen Küste ab und zerbrach in unzählige Wrack- und Trümmerteile. Von den Insassen fehlt weiterhin jede Spur. Nach Einschätzung der lettischen Behörden sind alle Insassen der verunglückten Maschine ums Leben gekommen. Die Suche wurde offiziell beendet, aber wie geht es jetzt weiter? Wann ist mit den ersten Ermittlungsergebnissen zu rechnen? Und wann wird der offizielle Abschlussbericht zum Absturz veröffentlicht? 24RHEIN hat die Antworten.

Links: Das von Flightradar24 zur Verfügung gestellte Bild zeigt die Flugbahn einer Cessna 551 vor ihrem Absturz in die Ostsee. Rechts. Eine Cessna 551.
Wie geht es nach dem Absturz der Cessna 551 weiter? (IDZRW-Montage) ©  Flightradar24/dpa & Kevin Hackert/Imago

Flugzeugabsturz Ostsee: Was bereits bekannt ist und was noch unklar ist

► Flugzeugabsturz Ostsee: Was ist passiert? Das Privatflugzeug war am Sonntag auf dem Weg von Südspanien zum Flughafen Köln/Bonn. Dort kam die Cessna 551 mit der Kennung „OE-FGR“ allerdings nie an. Bereits kurz nach dem Start brach die Kommunikation mit dem Flugzeug ab. Die Vermutung: Es kam zu einem Druckabfall in der Kabine, woraufhin die Insassen bewusstlos geworden sind.

► Flugzeugabsturz Ostsee: Der aktuelle Stand? Viele Fragen zum rätselhaften Flugzeugabsturz vor der lettischen Küste sind noch immer unklar. Nach mehreren Trümmer- und Wrackteilen wurden auch persönliche Gegenstände der Insassen gefunden. Die Suchaktion der lettischen Einsatzkräfte wurde beendet. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ermittelt nun die Absturzursache. Ein erster Zwischenbericht soll Ende November veröffentlicht werden.

► Flugzeugabsturz Ostsee: Wer waren die Insassen? In der Cessna 551 sollen sich die vier Insassen Peter Griesemann, seine Ehefrau Juliane, Tochter Lisa und deren Freund befunden haben. Von den Behörden wurde die Identität allerdings noch nicht offiziell bestätigt.

Flugzeugabsturz Ostsee: Ermittler noch bis Montag vor Ort – wie geht es jetzt weiter?

Seit Donnerstag, 8. September, leiten deutsche Behörden die weiteren Untersuchungen des Flugzeugabsturzes. „Wir sind eine Art unterstützende Stelle aus Lettland, aber Deutschland wird alle weiteren Informationen haben“, sagte die lettische Behördenleiterin Anita Skinuma der dpa. Aber wie geht es jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte? 24RHEIN hat mit der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) gesprochen.

Viele Fragen sind noch offen, darunter auch, wie es zu dem Cessna-Absturz kommen konnte. Genau das soll jetzt untersucht werden. „Kollegen sind aktuell vor Ort und untersuchen“, so ein BFU-Sprecher am Freitag. Der Einsatz in Lettland läuft noch mindestens bis Montag. Bei Bedarf bleiben die Kollegen länger, heißt es weiter. „Das wird allerdings spontan geschaut“.

Ein Problem bei den Ermittlungen: Der Privatjet verfügte weder über einen Flugschreiber (Black Box), noch über einen Voice-Recorder. Das erschwert die Untersuchungen. Dennoch soll aufgeklärt werden, was genau in der Cessna 551 ablief. Einen ersten Zwischenbericht soll es Ende November geben. „Der Abschlussbericht dann Ende des Jahres.“ Normalerweise sollten die Ermittlungen innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein, sagt der BFU-Sprecher weiter.

Flugzeugabsturz Ostsee: Kölner Karneval trauert um Pilot Peter Griesemann

Das dürfte auch für die Hinterbliebenen wichtig sein. Immerhin wurden die Leichen von Peter Griesemann, seiner Ehefrau Juliane, Tochter Lisa und deren Freund noch nicht gefunden. Allerdings wurden am Montag, einen Tag nach dem Absturz, Körperteile in der Ostsee – in der Nähe der Absturzstelle – entdeckt. Die werden aktuell untersucht.

Peter Griesemann, Ehrenpräsident vom Karnevalsverein „Blaue Funken“ in Uniform.
Bei einem der vier Opfer des Flugzeugabsturzes über der Ostsee handelt es sich Peter Griesemann © Blaue Funken/KFA/Jürgen Hellbig/dpa

Griesemann, der die Unglücksmaschine geflogen haben soll, gilt als feste Größe im Kölner Karneval. Zuletzt war er unter anderem Ehrenpräsident der Blauen Funken, einem Traditionskorps in Köln. „Bei aller Konzentration auf sein unternehmerisches Handeln besaß er eine große Portion feinen Humors, hohe soziale Verantwortung und enorme Hilfsbereitschaft.“ Seine große Passion seien die Blauen Funken gewesen. Der Verein werde für die Öffentlichkeit ein Kondolenzbuch auslegen.

Die Flugroute der Cessna 551 mit dem Kennzeichen OE-FGR

(jw) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant