Bayern geht anderen Weg

Kölner Gastronomen fordern Öffnungen: Einige Regionen zeigen, wie das klappen könnte

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Die IG Kölner Gastro fordert das Öffnen der Gastro-Betriebe (Symbolbild)
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Seit sechs Monaten ist die Gastronomie geschlossen – für die IG Kölner Gastro unverständlich. Immerhin zeigen andere Regionen, dass die Sicherheitskonzepte funktionieren.

Köln – Seit mehreren Monaten sind Restaurants, Kneipen und Bars in Köln aufgrund des Coronavirus geschlossen. Ein Ende ist noch nicht in Sicht – zumindest in Nordrhein-Westfalen. Mit einem Beitrag auf Facebook richtet sich die IG Kölner Gastro unter anderem an Armin Laschet und Henriette Reker. Die Gastronomie-Branche brauche dringend eine Perspektive.

Coronavirus in Köln: IG Kölner Gastro fordert zeitnahes Öffnen der Restaurants

In dem Facebook-Posting vom 4. Mai ist die Ohnmacht der Gastro-Branche in Köln deutlich zu spüren. Seit Monaten warten die Betreiber auf ein Go der NRW-Landesregierung, um „endlich wieder ein Teil der Lösung“ zu sein. Die IG Kölner Gastro fordert in dem offenen Brief eine Perspektive zur möglichen Öffnung. „Wir sind der Meinung, dass allerspätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, um uns eine Perspektive der Öffnung zu geben.“ Immerhin sei das in anderen Bundesländern bereits möglich.

Die IG Kölner Gastro

Der Verein gründete sich Anfang 2020 mit dem Ziel, ein gemeinsames Sprachrohr der Kölner Gastronomen zu werden und ein gutes Verhältnis zu den zuständigen Behörden der Stadt Köln auf Augenhöhe zu organisieren. Dann kam Corona. Der Verein fungierte sodann als Ansprechpartner in theoretischen wie praktischen Fragen. Die IG Kölner Gastro hat aktuell etwa 230 Mitglieder.

Sowohl Niedersachsen als auch Bayern gaben bereits Lockerungen in der Gastronomie-Branche bekannt. „Neidisch blicken wir nach Bayern“, schreibt die IG Kölner Gastro unter anderem in dem Post weiter. Denn ab kommender Woche könnte in Bayern ab einem Inzidenzwert von unter 100 die Außengastronomie mit Corona-Tests und Terminen öffnen*, berichtet tz.de*. In NRW ist von solchen Lockerungen noch nichts zu hören.

Doch nicht nur die Perspektivlosigkeit sorgt in der Gastro-Branche für Ärger. Die IG Kölner Gastro fühlt sich von der Regierung im Stich gelassen. Darum will der Verein in Köln nun selbst aktiv werden und stellt der Regierung in NRW eine klare Forderung. „Wir können und wollen diese Ignoranz unserer gesamten Branche gegenüber nicht länger hinnehmen und fordern Sie auf, uns sofort eine finale Perspektive zu geben.“

Restaurants in Köln sollen öffnen: Sicherheitskonzepte haben sich bewährt

Immerhin verfüge die Gastronomie-Branche über funktionierende Sicherheitskonzepte, die sich im letzten Jahr bereits bewährt haben. „Wir können unseren Gästen im Außenbereich einen sicheren Platz bieten und trotzdem etwas Freude schenken.“

Die IG Kölner Gastro setzt dabei auch auf Sicherheitskonzepte aus anderen Regionen wie zum Beispiel Österreich. Dort ist ab Mitte Mai die Gastronomie im Außen und Innenbereich wieder geöffnet. Allerdings werden negative Coronatests benötigt, um ein Restaurant zu besuchen, wie OE24.de berichtet.

Konkret schlägt die IG Kölner Gastro sieben Lösungskonzepte für einen sicheren Restaurantbesuch vor, wie es auf Nachfrage von 24RHEIN heißt.

Sicherheitskonzept der IG Kölner Gastro:

  • Pflicht zum Tragen einer FFP2- oder medizinischen Maske mit Ausnahme des zugewiesenen Sitzplatzes.
  • Zutritt nur mit einem maximal 24 Std. alten POC-Test oder eines 48 Std. alten PCR-Test, Impfnachweis oder Nachweis über Genesung.
  • Pflicht zur digitalen Registrierung.
  • Eine Gästegruppe darf im Innenraum max. vier Erwachsene betragen (+ dazugehörigen Kindern) und Outdoor maximal zehn Personen umfassen. 
  • Zwischen den Personen fremder Tische muss ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden. Im Außenbereich mindestens ein Meter. 
  • Selbstbedienungsbuffets können unter Hygieneauflagen betrieben werden. 
  • Für Mitarbeiter*innen mit Kundenkontakt gilt Maskenpflicht (medizinisch oder FFP2) und eine Testpflicht bis zwölf Stunden vor Dienstbeginn. Alternativ kann der Test im Betrieb von COVID-Beauftragten vor Beginn der Schicht durchgeführt werden. 

Solche Lockerungen wünscht sich auch die IG Kölner Gastro: „Es geht darum, dass wir ab sofort wieder planen und gemeinsam etwas Vorfreude versprühen können.“ Eine Perspektive für mögliche Öffnungstermine der Gastro-Branche sei dafür ein erster Schritt. (jw) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Update 5.5.2020, 9:29 Uhr: Der Artikel wurde um das Sicherheitskonzept der IG Kölner Gastro ergänzt.

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