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Weniger Platz auf Aachener Straße: Gastronomen in Sorge – „wäre für uns das Ende“

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Von: Johanna Werning

Links: Die Tische, wie sie laut Beschluss aufgestellt werden sollen. Rechts. Der Vorschlag der Gastrobetreiber.
Links: Die Tische, wie sie laut Beschluss aufgestellt werden sollen. Rechts. Der Vorschlag der Gastrobetreiber. © Aleka Wollny Photography

Auf der Aachener Straße in Köln sollen Fußgänger mehr Platz bekommen. Platz, der der Gastronomie dann fehlt. Der Beschluss „wäre für viele das Ende“.

Köln – Jede Stadt hat ihre ganz eigene Straße, die als Aushängeschild der lokalen Gastronomie gilt. In Köln ist das unter anderem die Aachener Straße. Ob „Herr Pimock“, „Balthasar“, „Nish Nush“, „Moxxa Caffé“ oder „Bar Schmitz“ – gerade die Außengastronomie zieht so einige Genussliebhaber an. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die Außengastronomie an der Aachener Straße könnte radikal verkleinert werden.

Köln: Außengastro auf der Aachener Straße – Beschluss „wäre das Ende für uns“

Die Gastrobetreiber der Aachener Straße und Mitglieder der IG Aachener Straße stehen auf der Aachener Straße. Die Tische wurden dabei so aufgestellt, wie es laut Beschluss vorgegben ist.
Die Kölner Gastrobetreiber der Aachener Straße kämpfen gegen den Beschluss, der das Aus für die Außengastro an der Aachener Straße bedeutet. © 24RHEIN

Auf dem sechs Meter breiten Gehweg der Aachener Straße soll der aktuelle Fußgängerweg verdoppelt werde. Konkret heißt das, dass aus zwei Metern Gehweg vier Meter werden soll – zulasten der Außengastro. Die Tische und Stühle der Restaurants sollen – neben den rund 50 bis 80 Zentimetern Sicherheitsabstand – im restlichen Bereich Platz finden. So steht es im Beschluss. „Wenn das wegfallen würde, wäre das für uns das Ende“, fasst Dirk Mecky vom „Salon Schmitz“ zusammen. Ähnlich sieht es bei den anderen Gastrobetrieben auf der Aachener Straße aus.

Beim Restaurant „Herr Pimock“ gäbe es statt den aktuell 24 Tische nur noch maximal acht Tische. „Bei uns wären es rund 50 Prozent, die wegfallen“, sagt auch Nelson Fernandes vom Café Balthasar im Gespräch mit 24RHEIN. Lediglich sechs Tische dürfen laut Beschluss aufgestellt werden. „Das bedeutet natürlich, dass das wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist.“

Köln: Gehweg-Debatte an der Aachener Straße

► Das Problem: Im Frühjahr wurde beschlossen, dass die Fußgänger auf der Aachener Straße mehr Platz bekommen sollen. Die Fläche soll insgesamt vier Meter breit sein. Die Gastwirte befürchten jedoch, dass das zulasten der Außengastro umgesetzt wird – und sie weniger Platz haben. Für viele Betriebe würde das ein Aus bedeuten.

► Aktueller Stand? Der Beschluss wurde bereits beschlossen, allerdings noch nicht umgesetzt. Nach dem Aufschrei der Gastro-Betreiber wurde in der Bezirksvertretung jedoch eine Aktuelle Stunde beantragt.

► Wie geht es weiter? In der Sitzung Ende August soll gemeinsam eine Lösung gefunden worden. Gleichzeitig soll der Beschluss erst einmal aufgeschoben werden. Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) verspricht außerdem, dass es einen weiteren Ortstermin geben wird – mit Vertretern der Politik und der Stadtverwaltung.

Köln: Außengastro auf der Aachener Straße – Hupke will „Lösung finden und Gastronomen helfen“

Das ist auch Andreas Hupke (Grüne), Bezirksbürgermeister der Kölner Innenstadt, bewusst. „Es ist ein starker Wille da, dass wir hier eine Lösung finden und den Gastronomen helfen“, so Hupke gegenüber 24RHEIN. Ein erster Schritt: Am Mittwoch, 24. August, treffen Bezirksbürgermeister und Gastrobetreiber aufeinander und tauschen sich aus. Doch das soll erst der Anfang sein.

Am Donnerstag, 25. August, wird in der Bezirksvertretung Innenstadt eine Aktuelle Stunde zu dem Thema abgehalten. Neben der Bezirksvertretung sollen auch Vertreter der IG Aachener Straße, des Ordnungsamts sowie der Fußgängerbeauftragte der Stadt und die Blindenbeauftragte der Stadt gemeinem eine Lösung finden. Auch Dirk Mecky vom „Salon Schmitz“, Nelson Fernandes vom „Café Balthasar“, Gaby Mantscheff vom „Moxxa“ und Müslüm Cengiz von „Herr Pimock“ sind dabei und halten teilweise sogar Reden. „Wir sind sehr gespannt, was bei dem Termin passiert, aber ich bin optimistisch. Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand“, sagt Fernandes gegenüber 24RHEIN.

Köln: Außengastro auf der Aachener Straße – Gastronomen für Kompromiss bereit

Das Versprechen von Hupke beim Termin am Mittwoch: Neben der Aktuellen Stunde wird einen weiteren Ortstermin geben und der soll „so schnell wie möglich“ stattfinden, so der Bezirksbürgermeister. Dabei sollen auch Vertreter der Stadtverwaltung teilnehmen. „Damit wir dann hier ganz schnell die Kuh vom Eis kriegen – endgültig“, sagt Hupke.

Wichtig wäre dabei auch, „dass wir an die gesamte Aachener Straße denken und nicht nur den Abschnitt zwischen Brabanter Straße und Brüsseler Straße. Sonst fangen wir da ja wieder an“, erklärt Hupke. Und auch die Gastronomen wollen eine schnelle Lösung und schlagen einen Kompromiss vor: „Der Bürgersteig wird 2,80 Meter und nicht vier Meter“, erklärt Fernandes. Somit hätten sowohl die Fußgänger als auch die Außengastro genug Platz.

„Das wollen wir ja alle“, sagt Mecky vom „Salon Schmitz“. „Ich bin hier ja auch Anwohner und ich hab auch das Gefühl, dass ein bisschen mehr Fußweg auf der Aachener nicht schaden könnte. Wir sind für die Fahrradfahrer, für die Fußgänger, aber auch für die Gäste, die hier draußen sitzen wollen. Das eine muss das andere ja nicht ausschließen“, so Mecky weiter. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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