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Art Cologne: Kunstmesse bereitet sich auf mögliche Klimaproteste vor

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Von: Benjamin Stroka

Am Freitag öffnet in Köln die Art Cologne für Besucher. Deutschlands größte Kunstmesse bereitet sich dabei auch auf mögliche Aktionen von Klimaaktivisten vor.

Köln – Eine Torte auf die Mona Lisa im Pariser Louvre, Tomatensuppe auf das Gemälde „Sonnenblumen“ von Vincent van Gogh in London oder Öl auf das Klimt-Gemälde „Tod und Leben“ in Wien. In den vergangenen Monaten haben die Angriffe von Klimaaktivsten auf berühmte Kunstwerke deutlich zugenommen.

Die größte deutsche Kunstmesse, die Art Cologne in Köln, hat sich zum Start in diesem Jahr daher besonders auf mögliche Aktionen vorbereitet. Der Sicherheitsdienst sei „sehr sensibilisiert“, sagte Direktor Daniel Hug der Deutschen Presse-Agentur zum Start der Messe am Mittwoch.

Menschen gehen durch eine Ausstellung auf der Art Cologne 2022.
Die Art Cologne ist am Mittwoch gestartet, zunächst für geladene Gäste. Ab Freitag können auch Besucher rein. © NurPhoto/Imago

Art Cologne: Direktor hofft, dass keine Klimaaktivisten zur Messe kommen

So soll es bei der Art Cologne in diesem Jahr nicht nur die gewöhnlichen Taschenkontrollen geben, sondern auch Scanner zum Einsatz kommen. „Darüber hinaus ist es nicht erlaubt, Lebensmittel mit auf die Messe zu nehmen“, erklärt Hug. Der Art-Cologne-Direktor betont, dass er die Sorge um den Klimawandel teile, er hoffe aber auch, dass keine Aktivisten zur Messe in Köln kommen.

Denn Hug erklärt, dass die Kunstwerke bei der Art Cologne nicht von Glasscheiben geschützt werden. So wäre der mögliche Schaden deutlich größer. Bei den größten Angriffen von Klimaaktivisten auf Kunstwerke in den vergangenen Monaten waren die Gemälde von Glas geschützt. Beschädigt wurden daher „nur“ die Rahmen. Besorgt sei Hug aber nicht, betont der Messe-Direktor. Er glaube, dass Klimaaktivisten gezielt agierten. „Die gehen in Museen“, sagte er.

Art Cologne: Ziele von Klimaaktivisten werden geteilt, aber nicht die Mittel

Auch Kristian Jarmuschek, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Galerien und Kunsthändler, äußerte sich im Rahmen der Eröffnung der Art Cologne zu den Aktionen der Klimaaktivisten im Kunstbereich. Er betonte, dass er mit den Zielen von Klimaaktivisten mitgehe – „aber nicht mit ihren Mitteln“. Sammler, Kunsthändler und Museumskuratoren würden an der zeitübergreifenden Erhaltung von Werken arbeiten. „Das ist Nachhaltigkeit pur.“ Das sollte respektiert werden, so Jarmuschek.

Klimaproteste: Nicht nur Kunstwerke sind Ziel der Aktivisten

Proteste von Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten sorgen seit Wochen für Schlagzeilen. Neben Attacken auf Kunstwerke haben sich mehrere von ihnen zuletzt auch immer wieder auf Straßen geklebt und den Verkehr blockiert. Zuletzt brachte die Initiative „Letzte Generation“ sogar ins Gespräch, „friedlich Flughäfen lahmzulegen“. Der Flughafen Düsseldorf hat bereits erste Maßnahmen für mögliche Protestaktionen ergriffen. Die Aktivisten fordern rasches Handeln im Hinblick auf den Klimawandel. Als aktuelle Maßnahmen werden unter anderem ein Tempolimit auf Autobahnen und bezahlbarer Nahverkehr propagiert.

Kunstmesse in Köln: Art Cologne – die Öffnungszeiten

Die Art Cologne gilt als traditionsreiche und größte deutsche Kunstmesse. Erstmals fand sie 1967 in Köln statt. In diesem Jahr beteiligen sich rund 190 Galerien und Händler, die ihre Kunstwerke anbieten wollen – manche für Millionensummen. Die Messe endet am Sonntag. (bs mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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