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Kölner Restaurant reagiert auf steigende Kosten: „Das wird absolut desaströs“

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Von: Mick Oberbusch

Die Bagatelle auf der Alteburger Straße in der Kölner Südstadt.
Vieles wird aktuell teurer wie zum Beispiel Speiseöl – das merkt auch die Bagatelle in der Kölner Südstadt. © Eduard Bopp/Imago

Die Bagatelle in der Kölner Südstadt leidet unter den steigenden Preisen für Lebensmittel und Speiseöl. Das Restaurant reagiert – und hebt ebenfalls die Preise an.

Köln – Durch den Ukraine-Krieg kommt es derzeit in vielen Bereichen zu Lieferengpässen – in Deutschland unter anderem auch beim Speiseöl, welches in der Regel in großen Menge aus der Ukraine importiert wird. Da dies aktuell nur begrenzt möglich ist, bleiben die Supermarkt-Regale beim Speiseöl vielerorts leer; und die Preise für das Produkt steigen an. Das trifft nicht nur Privatpersonen und Verbraucher, sondern auch Gastronomen – wie beispielsweise auch die Bagatelle in der Südstadt (Stadtbezirk Innenstadt) von Köln.

Bagatelle Köln Südstadt
AdresseTeutoburger Straße 17, 50678 Köln

Bagatelle in der Südstadt verzweifelt wegen Speiseöl-Preis – „hat sich verdreifacht“

Deshalb richtet die Gaststätte auch „ein ernstes Wort“ an ihre Facebook-Community – „in der Hoffnung, dass ihr uns am Ende versteht.“ Aufgrund der erheblichen Preissteigerungen durch den Angriffskrieg in der Ukraine stellen die Wirtschaft vor große Probleme. Alles an unserem Einkauf wird teurer und die Energiepreise explodieren. Wir haben vier Betriebe mit jeweils 3 Fritteusen für je 8 Liter Öl. Wir frittieren viele Süsskartoffelpommes oder Camembert, daher wechseln wir das Öl täglich. Der Preis für Speiseöl hat sich verdreifacht, von ca. 80 Cent auf 2,40 Euro – das macht nur für die Bagatelle im Jahr weit über 50.000 Euro im Einkauf für Speiseöl“, heißt es in dem emotionalen Post.

Warum wird Speiseöl teurer?

Die Preise für Sonnenblumenöl steigen bereits seit einer Weile an. Grund dafür sind coronabedingte Logistikprobleme sowie eine Missernte in Kanada. Durch den Krieg in der Ukraine verschärft sich die Versorgung mit Sonnenblumenöl jetzt erneut, da die Ukraine (51 Prozent) und Russland (27 Prozent) die wichtigsten Exportländer sind.

Bagatelle in der Südstadt mit Angst vor Gas- und Strompreis – „das wird absolut desaströs“

Auch die Kosten für Gas und Strom hätten sich verdoppelt. „Die Kosten für Gas und Strom haben sich verdoppelt. Wir kochen überall mit Gas und haben auch kaum eine Chance den Verbrauch zu reduzieren. Die zu erwartenden Nachzahlungen werden in der gesamten Gastronomie verheerende Folgen haben. Je nach Größe des Betriebes werden da Rechnungen zwischen 5.000 und 100.000 Euro reinfliegen, das wird absolut desaströs“, sind sich die Gastronomen, die zuletzt auch an Karneval mit einem emotionalen Appell auf Facebook auffielen, sicher.

Köln: Restaurant klagt auch über steigende Preise – Bier, Öl, Strom

Gemüse, Butter oder Ziegenkäse würden ebenfalls im Preis steigen. „Die Kölsch-Brauereien erhöhen die Preise und auch der Wein wird teurer dieses Jahr.“ Man habe in den vergangenen zwei Jahren die Löhne für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bagatelle um 15 bis 20 Prozent erhöht, um ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben. Man wolle auch nicht klagen und leiden, „vor allem, weil es nur 1200 km weiter östlich von uns einen verheerenden Angriffskrieg gibt.“ Dennoch sei man gezwungen, vorerst die Preise zu erhöhen.

Bagatelle in der Südstadt von Köln muss Preise anpassen – „bleibt uns bitte treu“

„Die Zeiten waren schön, als wir euch zwei Jakobsmuscheln (aktueller Kilopreis 36 Euro) für 5 oder 6 Euro verkauft haben, aber das geht einfach nicht mehr und ist wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.“ Und geht es laut der Bagatelle, dürften bei den Preiserhöhungen viele Kolleginnen und Kollegen nachziehen. „Wir hoffen, dass die gesamte Gastronomie die Preise anpasst, sonst wird es spätestens bei den Abrechnungen für Strom und Gas relativ düster.“ Dann formuliert man noch einen finalen Wunsch. „Bleibt uns bitte treu, auch mit leicht steigenden Preisen ab April. Leider geht es momentan nicht anders“, heißt es weiter. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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