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Köln: Nachbarn beschweren sich über Lärm eines nicht existenten Kickers

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Von: Johanna Werning

Das Restaurant Bagatelle in der Teutoburger Straße 17, 50678 Köln
In der Bagatelle kommt es immer wieder zu Lärmbelästigung – der Grund scheint das Social-Media-Verhalten zu sein. (Archivbild) © Wilhelm Mierendorf/Imago

Anwohner haben sich über die Lautstärke eines Kickers der Bagatelle in der Kölner Südstadt beschwert. Dabei gibt es dort gar keinen Kicker.

Köln – Es klingt nach einem skurrilen Einsatz des Ordnungsamts in der Bagatelle in der Kölner Südstadt. Aktuell muss das Ordnungsamt der Stadt Köln teilweise täglich in die Teutoburger Straße 17 ausrücken. Zuletzt gab es dabei Vorwürfe, dass in dem beliebten Südstadt-Lokal zu laut gekickert werde.

Bagatelle in Köln: Foto eines Kickers führt zur Lärmbelästigung

Das Absurde daran: „Wir haben gar keinen Kicker“, so Bagatelle in einem Facebook-Post. Stattdessen wird das Restaurant schon seit Jahren von den Anschuldigungen von Nachbarn auf Trab gehalten, heißt es weiter. Mittlerweile werde das Ordnungsamt täglich angerufen – teilweise sogar mehrfach. Doch die Einsatzkräfte reagieren „immer nett und freundlich, egal wie absurd es ist.“ Auch bei dem mutmaßlichen Kicker-Einsatz vom 7. Juni.

Die Anwohnerinnen und Anwohner würden sich durch die Lautstärke des Kickers gestört fühlen. Ziemlich skurril – immerhin hat die beschuldigte Bagatelle in der Teuteburger Straße 17 überhaupt keinen Kicker im Laden – anders als die Bagatelle Bar in der Alteburger Str. 15. Das beschuldigte Restaurant habe lediglich einen Beitrag der Bagatelle Bar geteilt, wo man auf den dortigen Kicker hingewiesen haben, erklären die Inhaber des Lokals weiter.

Der Kicker als vermeintliche Übeltäter steht somit in einer anderen Bar – rund 300 Meter entfernt. Offenbar haben die Anwohner, die sich beim Ordnungsamt beschwert haben, lediglich das Kicker-Foto gesehen – eine Lärmbelästigung sei nämlich ausgeschlossen.

Unter dem Post reihen sich die Kommentare der Bagatelle-Liebhaber – viele haben Mitleid mit dem Restaurant, andere beweisen ihren Sinn für Humor. „Immer diese digitalen Kicker, die sind einfach Hammer laut!“, heißt es unter anderem.

Köln: Südstadt-Restaurant möchte Nachbarschaftsfehde beenden

Die Ausmaße des Nachbarschaftsstreits bringen die Südstadt Bagatelle scheinbar ans Ende ihrer Weisheit. „Wie geht man mit Menschen um, die im Herzen so traurig sind?“ – und wegen eines Facebook-Posts die Ämter anrufen, so das Restaurant weiter. Gerade in Zeiten des Coronavirus hätten die Einsatzkräfte besseres zu tun. Mit einem Friedensangebot möchte man nun den Clinch beenden und setzt dabei auf das Kölner Traditionsgetränk.

Doch einen kleinen Seitenhieb kann sich das Restaurant nicht verkneifen. „Wir heben heute einfach mal das bestehende Hausverbot auf und laden die beiden Miesepeter auf ein Kölsch ein. Mehr Liebe, weniger Hass, es bringt einfach echt mehr – wirklich.“

Bagatelle in Köln: Südstadt-Lokal setzt auf Kölsche-Versöhnung

„Vielleicht haben auch wir Fehler gemacht in der Vergangenheit, vielleicht aber ist es dann jetzt einfach mal Zeit für einen Neuanfang.“ Ob die Anwohner darauf eingehen, bleibt abzuwarten. Dass sie von den Facebook-Posts jedoch erreicht werden, dürfte spätestens nach der absurden Kicker-Geschichte feststehen. (jw)

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