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Nach Kritik: Kardinal Marx verzichtet auf Bundesverdienstkreuz – Betroffenenbeirat Köln begrüßt Entscheidung

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Kardinal Reinhard Marx zelebriert die Christmette in der Frauenkirche (Liebfrauendom).
Kardinal Marx verzichtet auf das Verdienstkreuz – der Betroffenenbeirat zeigt sich erleichtert. (Symbolbild) © Tobias Hase/dpa

Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln ist erleichtert, dass Kardinal Marx auf die Vergabe des Bundesverdienstkreuzes verzichtet. Andernfalls sei „es keine Ehrung mehr“.

Köln/München – Der Münchner Kardinal Reinhard Marx verzichtet nach Kritik von Missbrauchsopfern auf das Bundesverdienstkreuz. Eigentlich sollte der Kardinal das Große Verdienstkreuz mit Stern erhalten, eine der höchsten Stufen. Wie ein Sprecher des Erzbistums von München und Freising mitteilte, richtete Marx am Dienstag per Brief eine entsprechende Bitte an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dieser „respektiere“ die Entscheidung. Auch der Betroffenenbeirat in Köln begrüßt den Verzicht von Kardinal Marx.

Betroffenenbeirat Köln erleichtert: Kardinal Marx verzichtet auf Bundesverdienstkreuz

Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln hat sich erleichtert über die Entscheidung des Münchner Kardinals Marx geäußert, auf das Bundesverdienstkreuz zu verzichten. Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass er den Schritt gut findet. „Es zeigt, dass auch hohe Kirchenfürsten endlich mal den Blick auf die Betroffenen werfen.“

Das Bundesverdienstkreuz hätte Marx, dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, am Freitag in Berlin überreicht werden sollen. Am Dienstag bat Marx Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier jedoch darum, von der Verleihung abzusehen. Eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes teilte der dpa mit, dass beide sich einig sind, „dass die Aufarbeitung des se*uellen Missbrauchs in der katholischen Kirche von überragend wichtiger Bedeutung ist und fortgesetzt werden muss.“ 

Erzbistum Köln hatte an Bundespräsidenten appelliert: Nach der Vergabe sei Auszeichnung „keine Ehrung mehr“

Zuvor hatte der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln an den Bundespräsidenten appelliert, die Auszeichnung vorerst nicht vorzunehmen. Gegen Marx stehe weiter der Vorwurf im Raum, als Bischof und Kardinal den se*uellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester vertuscht zu haben.

Bringmann-Henselder sagte, er hätte sein eigenes Bundesverdienstkreuz zurückgegeben, wenn Marx die Auszeichnung auch bekommen hätte. „Dann ist es keine Ehrung mehr, wenn Verantwortliche der katholischen Kirche für ihr Handeln noch eine größere Auszeichnung erhalten als wir, die seit Jahren für die Anerkennung der Missbrauchsopfer kämpfen“, kritisierte Bringmann-Henselder.

„Ich hoffe, andere Kardinäle und Bischöfe ziehen die Konsequenzen aus ihrem Verhalten, wie es Bischof Heße aus Hamburg vorgemacht hat“, so Bringmann-Henselder weiter. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hatte Papst Franziskus um seine Entlassung gebeten, nachdem in einem Missbrauchsgutachten Vertuschungsvorwürfe gegen ihn erhoben worden waren. (jw mit dpa)

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