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Deutz: Der rechtsrheinische Stadtteil Kölns bietet viele Attraktionen für die Freizeit

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Von: Christian Beissel

Lanxess Arena in Köln Deutz. Im Vordergrund Häuser
Weit sichtbar ist die Lanxess Arena quasi das Wahrzeichen von Deutz © Rolf Vennenbernd/dpa

Vom Dom aus nur ein kleiner Spaziergang über die Hohenzollernbrücke und man ist in Deutz. Der Blick auf die Kölner City ist von der rechten Rheinseite faszinierend.

Deutz ist ein Stadtteil von Köln, der größten Stadt in Nordrhein-Westfalen. Es liegt auf der rechten Rheinseite, direkt am Rhein, knapp 16.000 Menschen leben hier. Deutz gehört zum Stadtbezirk Köln-Innenstadt. Bis 1888 war Deutz eine selbstständige Stadt, dann wurde es zu Köln eingemeindet. Außerhalb von Köln ist Deutz vor allem als Standort der Kölnmesse oder der Lanxess Arena bekannt. Außerdem hat der private Fernsehsender RTL hier seinen Sitz, direkt am Rhein in alten umgebauten Messehallen.

Bahnhof Köln Messe/Deutz: Mit dem ICE in weniger als 60 Minuten zum Frankfurter Flughafen

Der Bahnhof Köln Messe/Deutz ist auch an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angebunden, zum Beispiel an die Schnellstrecke von Köln ins Rhein-Main-Gebiet. Von diesem Bahnhof aus ist der Flughafen Frankfurt innerhalb von weniger als einer Stunde zu erreichen.

Zu Zeiten der Römer hatte es zwischen Deutz und Köln zwar mal eine Brücke gegeben, diese wurde später aber vermutlich abgebrochen so dass Köln und Deutz rund 1000 Jahre ohne festen Rheinübergang war. 1428 wurde zum ersten Mal eine Art Fährverbindung urkundlich erwähnt. Von 1822-1915 bestand die Deutzer Schiffsbrücke. Ab 1845 wurde Deutz Endpunkt mehrere Eisenbahnlinien. Ab 1859 wurden diese Züge zunächst über die Dombrücke und später über die Hohenzollernbrücke auch auf die linke Rheinseite gefahren. Der Deutzer Bahnhof wurde 1913 eröffnet. 1915 wurde als zweite Brücke über den Rhein die Deutzer Brücke eröffnet. Die Severinsbrücke ist die dritte Brücke, die Deutz mit der Kölner Innenstadt verbindet, sie wurde 1959 eröffnet.

1907 wurde der Deutzer Hafen eröffnet, den die Industrie in der Umgebung auf der rechten Rheinseite dringend benötigte. Durch das Ende vieler Industriebetriebe in den letzten 50 Jahren, vor allem auch im Stadtteil Kalk, hat der Hafen an Bedeutung verloren. Heute werden dort hauptsächlich Getreide, Futtermittel, Kreide und Schrott umgeschlagen. Seit 1994 hat die Kölner Berufsfeuerwehr im Hafen ihre Löschboote liegen, seit 1998 hat die Wasserschutzpolizei dort ihren Anlieger.

Stadtteil Köln Deutz Basisdaten

StadtbezirkKöln-Innenstadt
Einwohnerca. 15.800
Fläche5,243 km²
Vorwahl0221
Postleitzahl50679

Anuga, Art Cologne oder Gamescom: Deutz ist Messe-Metropole

Die Kölnmesse existiert seit 1922. Sie ist unter anderem Standort der Nahrungsmesse Anuga, der Kunstmesse Art Cologne, der digitalen Messe Dmexco, der Photokina und der Gamescom, einer Computerspielemesse, die vor allem bei jungen Menschen sehr beliebt ist.

Bis 1998 war die Kölner Sporthalle Anziehungspunkt für Superstars aus aller Welt. Die erste Veranstaltung fand 1958 statt, bis zu 8000 Menschen konnten in dieser Halle Platz finden. Zu den Gästen in der Halle gehörten die Rolling Stones, die Beach Boys, Supertramp, die Bee Gees und häufig die Kölner Band BAP um Wolfgang Niedecken. Ende 1998 wurde die Kölnarena eröffnet, die heute den Namen Lanxess-Arena trägt. Die Halle bietet 20.000 Besuchern Platz und eignet sich neben Konzerten auch für Sportveranstaltungen oder Musicals, Kongresse oder Tagungen. Der Eishockey Club Kölner Haie trägt hier seine Heimspiele aus. Über dem Dach der Arena steht quasi ein Bogen, deswegen hat die Halle auch den Spitznamen „Henkelmännchen“. Die Halle ist regelmäßig Veranstaltungsort für die Karnevalssitzung „Lachende Kölnarena“. Bis heute sind in der Halle schon unter anderem Coldplay, Britney Spears, Paul McCartney, George Michael oder Taylor Swift aufgetreten.

Köln-Deutz: Die Verkehrsanbindung

Verkehrstechnisch ist Köln über die Autobahn A559 an das rechtsrheinische Autobahnnetz angebunden. Von hier ist der Konrad-Adenauer-Flughafen Köln/Bonn schnell zu erreichen, am nördlichen Eingang der Messe besteht eine Auffahrt auf die Zoobrücke in Richtung Kölner Innenstadt oder auf den Zubringerrichtung Autobahn A3 Richtung Frankfurt oder Oberhausen.

Zwischen dem Bahnhof Messe/Deutz und dem Kölner Hauptbahnhof bestehen verschiedene Verbindungen von Regionalbahnen oder S-Bahnen, die an beiden Stationen halten. Der Bahnhof in Deutz verfügt ebenfalls über eine ICE Anbindung, der Flughafen in Frankfurt ist so in weniger als einer Stunde zu erreichen. Außerdem verbinden die KVB-Linien 1, 3, 7, 9 Deutz sowohl mit dem rechtsrheinischen wie linksrheinischen Köln sowie Bergisch Gladbach.

Der Rheinpark mit der Parkeisenbahn – Erinnerungen für jedes Kind in Köln

Sträucher und Gebüsche im Winter mit Schnee, im Hintergrund der Kölner Dom
Blick auf den Kölner Dom aus dem Rheinpark in Deutz © Jörg Carstensen/dpa

Nördlich des RTL-Gebäudes am Kölner Rheinufer findet sich der Rheinpark. In den Jahren 1957 und 1971 fand hier die Bundesgartenschau statt. 2007 wurde der Park als „Deutschlands schönster Park“ ausgezeichnet, also zum 50-jährigen Jubiläum. Im Park gibt es eine Parkeisenbahn, die zur Bundesgartenschau 1971 gebaut wurde. Der Rundkurs ist zwei Kilometer lang und die Bahn fährt bei gutem Wetter am Tag in der Regel alle 20 Minuten. Bei schlechtem Wetter fährt sie allerdings gar nicht. Eine Fahrt kostet für Erwachsene 3,50 Euro, für Kinder ab zwei Jahren drei Euro.

Eine Haltestelle ist das Thermalbad, die „Claudius Thermen“. Diese wurde 1996 eröffnet. Sie gilt als eines der schönsten Bäder in Europa. Es gibt im Inneren verschiedene Bäder, es gibt ein Außenbecken und für den Sommer auch eine Liegewiese. Im unteren Teil der Therme ist eine Praxis für Physiotherapie untergebracht, in der medizinische Massagen und Anwendungen gebucht werden können.

Südlich der Hohenzollernbrücke wurde 2015 der Rheinboulevard eröffnet. Dabei handelt es sich um eine große Freitreppe, auf der bei gutem Wetter viele Menschen sitzen und auf den Rhein oder die gegenüberliegende Rheinseite mit dem Kölner Dom schauen.

Kölntriangle in Deutz: Top-Aussicht auf Köln und Umgebung aus 103 Metern Höhe

Zwei Frauen auf Aussichtsplattform, im Hintergrund der Kölner Dom
Blick vom Kölntriangle auf den Kölner Dom © Horst Ossinger/dpa

In unmittelbarer Nähe ist das Kölntriangle, es ist das zweitgrößte Hochhaus im rechtsrheinischen Teil Kölns. Es wurde 2006 eröffnet und ist 103 Meter hoch. Von der Aussichtsplattform aus ganz oben hat man eine fantastische Sicht auf das linksrheinische Köln mit dem Dom und je nach Wetter weit in den Westen.

RTL und N-TV senden aus Köln-Deutz

Seit 2010 hat der Privatsender RTL seinen Sitz in Köln Deutz. Das Sendezentrum liegt direkt am Rhein. Der langjährige Standort des Senders in Köln-Junkersdorf war über die Jahre zu klein geworden. Im Gebäude in Deutz werden hauptsächlich die täglichen tagesaktuellen Live-Sendungen produziert, darunter Punkt 12 mit Katja Burkard, RTL aktuell mit Peter Kloeppel oder das RTL Nachtjournal. Zu RTL gehört auch der Nachrichtensender N-TV, der ebenfalls aus Deutz sendet. Viele andere Sendungen, vor allem im Unterhaltungsbereich, werden nach wie vor in Hürth oder in Köln-Ossendorf produziert.(cb)

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