1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

Kommt auch ein Hotel in die historischen Mühlen am Deutzer Hafen in Köln?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martin Henning

Blick auf Auer- und Ellmühle von der linken Rheinseite aus.
Auer- und Ellmühle sind ein wichtiger Teil des Bauprojekts Deutzer Hafen. © moderne Stadt

An den historischen Mühlen am Deutzer Hafen in Köln beginnen die Bauarbeiten. In den Gebäuden könnte unter anderem auch ein Hotel Platz finden.

Köln – Es ist der erste Bauschritt beim Projekt Deutzer Hafen: Der Rückbau der historischen Auer- und Ellmühle. Seit Januar 2021 wird dort kein Mehl mehr produziert. Die Gebäude bieten aber Platz für dringend benötigten Wohnraum in Köln und werden deswegen umgestaltet.

Deutzer Hafen in Köln: Entsteht auch ein Hotel in den Mühlen?

Dabei kommt ein Spezialgerät zum Einsatz: Der sogenannte Longfront-Bagger ist besonders hoch und lässt sich sehr präzise bewegen. Im Fall des Verbindungsgebäudes können so behutsam die obersten Etagen des Gebäudes abgetragen werden, ohne dass Auer- oder Ellmühle beschädigt werden. Die Arbeiten am Verbindungsstück und am Mehlverladesilo sollen im Frühjahr 2023 abgeschlossen sein, sagt „moderne stadt“-Sprecher Eric Diversy 24RHEIN.

Blick auf die Mühlen am Deutzer Hafen, an denen gerade Bauarbeiten stattfinden.
Beim Umbau an den Mühlen kommt ein Spezialbagger zum Einsatz. © moderne stadt

Dann geht es an die weitere Planung. Die Mühlengebäude sollen für Wohnungen genutzt werden, aber auch für andere Zwecke. „Aufgrund der Tiefe in einigen Teilen können nicht alle Bereiche als Wohnungen umfunktioniert werden. An manchen Stellen gäbe es schlicht kein Tageslicht“, sagt Sprecher Eric Diversy. Im Erdgeschoss sind zum Beispiel Flächen für Kleingewerbe geplant. „Auch ein Hotel und Büros sind denkbar“, so Diversy.

Wann die Wohnungen und anderen Einheiten in den Mühlen fertiggestellt sind, steht noch nicht fest. Bislang gibt es nur einen Zeitpunkt für die Fertigstellung des Gesamtprojekts Deutzer Hafen: 2031.

Köln: Umgestaltung der Mühlen am Deutzer Hafen ging Gerichtsprozess voraus

Den Bauarbeiten an Auermühle und Ellmühle ging ein langer Streit zwischen dem Projektentwickler „moderne stadt“ und Stadtkonservator Dr. Thomas Werner voraus. Werner, Chef der Denkmalbehörde, lies 90 Prozent der Gebäude unter Denkmalschutz stellen. Das passte „moderne stadt“ gar nicht, weil es bedeutet: weniger Gestaltungsmöglichkeiten bei den Mühlen.

„moderne stadt“ reichte Klage ein, erst im Januar 2021 einigten sich beide Parteien außergerichtlich. Die Mühlen dürfen im Inneren neu gestaltet werden, die Fassaden müssen dafür erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden. Auch das geschichtsträchtige Aurora-Logo auf der Fassade der Ellmühle bleibt erhalten.

Auer- und Ellmühle – Kölner Wahrzeichen mit dem Aurora-Stern

1909 wurden sowohl die Auermühle als auch die Ellmühle im neuen Deutzer Industriehafen errichtet. Die Auermühle wurde schnell zum wichtigsten Anlieger des Hafens. 1944, während des Zweiten Weltkriegs, wurde sie von Bomben getroffen und brannte ab. Erst im Dezember 1950 konnte sie wieder in Betrieb genommen werden.

1951 ließ Eigentümer Clemens Auer die Marke „Aurora“ eintragen. Dessen Logo, der markante gelbe Stern auf rotem Grund, prangt noch heute auf den Gebäuden. 1975 wurden die Auer- und die Ellmühle zusammengelegt. Das letzte Mehl wurde im Januar 2021 produziert – nach über 111 Jahren.

(mah) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant