1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

Deutzer Hafen: Warum die Arbeiten an den Mühlen so schnell wie möglich fertig werden müssen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martin Henning

Ellmühle in Köln - Deutz am Deutzer Hafen. Logo Aurora.
Die Ellmühle und Auermühle werden zu Wohngebäuden umgebaut. © Martin Schroeder/Imago

Im Deutzer Hafen geht der Rückbau der Mühlen weiter. Inzwischen befindet sich auf dem Gelände der Ellmühle ein mobiler Kran. Die Fassade wird entfernt.

Köln – Beim Mega-Projekt Deutzer Hafen geht es in langsamen, aber stetigen Schritten vorwärts. Bevor im Osten von Köln der Bau der 3000 neuen Wohnungen beginnen kann, müssen einige Gebäude zurückgebaut werden. So auch die denkmalgeschützten Ellmühle und Auermühle.

Seit kurzer Zeit steht auf dem Gelände der Ellmühle ein mobiler Kran. Dieser entfernt die Fassade am Mehlsilo. Außerdem soll er dabei helfen, die Verkleidung am oberen Drittel des Bauwerks abzunehmen. Dabei geht es in luftige Höhen. Zu luftig darf es rund um den Kran aber nicht werden, sonst entwickelt sich der Rückbau zur gefährlichen Angelegenheit.

„Deshalb wird jede Minute genutzt, um vorsichtig die Verkleidung sowie die darunter liegende Dämmung am Gebäude abzunehmen“, schreiben die Projektherren auf ihrer Webseite. So wird auch am Samstag gearbeitet – normalerweise finden die Arbeiten von Montag bis Freitag statt. 

Auer- und Ellmühle – Kölner Wahrzeichen mit dem Aurora-Stern

1909 wurden sowohl die Auermühle als auch die Ellmühle im neuen Deutzer Industriehafen errichtet. Die Auermühle wurde schnell zum wichtigsten Anlieger des Hafens. 1944, während des Zweiten Weltkriegs, wurde sie von Bomben getroffen und brannte ab. Erst im Dezember 1950 konnte sie wieder in Betrieb genommen werden.

1951 ließ Eigentümer Clemens Auer die Marke „Aurora“ eintragen. Dessen Logo, der markante gelbe Stern auf rotem Grund, prangt noch heute auf den Gebäuden. 1975 wurden die Auer- und die Ellmühle zusammengelegt. Das letzte Mehl wurde im Januar 2021 produziert – nach über 111 Jahren.

Deutzer Hafen Köln: Baustelle bei der Auer- und Ellmühle

Auch sonst gehen die Arbeiten an den Mühlen im Deutzer Hafen voran. Sowohl das alte Laborgebäude als auch das Getreidesilo, das die Ellmühle und die Auermühle miteinander verbindet, sind erfolgreich entkernt worden. Im Getreidesilo befinden sich allerdings noch Schadstoffe, die entfernt werden müssen.

Außerdem wird auf dem Gelände der Auermühle rückgebaut. Das ehemalige Verwaltungsgebäude ist abgerissen worden. Dabei kamen alte Fundamente zum Vorschein. Diese werden ebenfalls entfernt. Auch auf dem Baufeld 3 östlich der beiden Mühlen sind die Rückbauarbeiten gestartet.

Deutzer Hafen in Köln: Das Projekt im Überblick

Deutzer Hafen
Plangebiet:37,7 ha, davon 8,1 ha Wasser
Wohneinheiten:ca. 3000, davon 30% öffentlich geförderter Wohnraum
Einwohner:ca. 6900
Arbeitsplätze:ca. 7000
Brutto-Grundfläche:550.000 m²
Projektentwicklung:moderne stadt
Fertigstellung:Frühestens 2031

Deutzer Hafen: Neubau ging Gerichtsprozess voraus

Den Bauarbeiten an den beiden Wahrzeichen ging ein langer Streit zwischen dem Projektentwickler „moderne stadt“ und Stadtkonservator Dr. Thomas Werner voraus. Werner, Chef der Denkmalbehörde, lies 90 Prozent der Gebäude unter Denkmalschutz stellen. Das passte „moderne stadt“ gar nicht, weil es bedeutet: weniger Gestaltungsmöglichkeiten bei den Mühlen, die ebenfalls zu Wohnflächen umfunktioniert werden sollen.

„moderne stadt“ reichte Klage ein, erst im Januar 2021 einigten sich beide Parteien außergerichtlich. Die Mühlen dürfen im Inneren neu gestaltet werden, die Fassaden müssen dafür erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden. Auch das geschichtsträchtige Aurora-Logo auf der Fassade der Ellmühle bleibt erhalten.

Damit beim Projekt alles glattläuft, ist seit Januar 2022 außerdem ein Expertenteam für den Deutzer Hafen im Einsatz. (mah) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant