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Deutzer Hafen: „Fehler der Vergangenheit“ vermeiden – wohin mit dem Verkehr?

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Von: Johanna Werning

Eine Montage des Deutzer Hafens.
Der Deutzer Hafen soll das Vorzeige-Bauprojekt in Köln werden © COBE/ Stadt Köln

Die Bezirksvertretung Porz fordert für den Deutzer Hafen ein extra Verkehrskonzept: Das neue Viertel in Köln soll eine eigene Anbindung an die A59 bekommen.

Köln – Der Deutzer Hafen in Köln nimmt weiter Form an. Nicht nur mehrere Kitas, Parks und eine Grundschule soll auf dem Areal des ehemaligen Industriehafens Platz finden. Damit das neue Büro- und Wohnquartier in Deutz auch bestens an die Verkehrsinfrastruktur angebunden ist, fordern CDU und Bündnis90/die Grünen ein besonders Verkehrskonzept – „um die Fehler der Vergangenheit bei vielen Bauprojekten nicht zu wiederholen“.

Deutzer Hafen in Köln: Zusätzliche Straßen, ÖPNV und Autobahn-Anbindung

In einem Beschluss der Bezirksvertretung Porz zur Entwicklung des Deutzer Hafens wurde auch ein Ergänzungsantrag der beiden Parteien aufgenommen. Darin wird gefordert, dass „notwendige verkehrliche Maßnahmen“ zeitgleich zum eigentlichen Bauprojekt realisiert werden sollen. Konkret heißt das, dass neben Wohn- und Büroflächen am Deutzer Hafen auch Straßen, KVB-Haltestellen und weitere Verkehrsanbindungen gebaut werden. Nur so kann laut Bezirksvertretung „ein dauerhaftes Verkehrschaos“ verhindert werden. Immerhin sind die Straßen rund um die Domstadt schon jetzt immer wieder verstopft.

„Die Umwandlung des Deutzer Hafens in einen Wohn- und Bürostandort ist das große Stadtentwicklungsprojekt der Stadt Köln in den nächsten zehn Jahren“, so der Beschluss der Sitzung Anfang September. Immerhin sollen bis zu 6900 Menschen im Deutzer Hafen leben. Zusätzlich sollen in den Büroflächen rund 6000 Arbeitsplätze entstehen – und die Leute wollen gut mit Auto, Fahrrad oder ÖPNV anreisen. Die Bezirksvertretung hat darum ganz genaue Vorstellungen: Etwa die Anbindung an die A59, ein eigener S-Bahn-Anschluss oder zusätzliche Verbindungen der KVB-Linie 7 zwischen Zündorf und Deutz.

Deutzer Hafen in Köln: Verkehrskonzept im Überblick

Deutzer Hafen: Bezirksvertretung Porz fordert XXL-Verkehrskonzept – doch Stadt ist dagegen

Das zusätzliche Verkehrskonzept, dass die Bezirksvertretung Porz fordert, „ist insbesondere für Porz und Deutz von größter Wichtigkeit“. Doch die Stadt Köln sieht das anders: „Die Verwaltung rät dringend von einer Verknüpfung der genannten Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen mit der städtebaulichen Entwicklung des Deutzer Hafens ab“, heißt es in einer Stellungnahme. Durch den zeitgleichen Bau von Deutzer Hafen und den Forderungen der Bezirksvertretung würde das Großprojekt unnötig verkompliziert und womöglich sogar gestoppt werden.

Außerdem sind die zusätzlichen Baumaßnahmen laut Stadt gar nicht nötig. Schon jetzt steht fest, dass unter anderem zwei neue Brücken am Deutzer Hafen gebaut werden, um eine bessere Verkehrsanbindung zu ermöglichen.

Gutachter hätten bereits festgestellt, dass dadurch „die neu entstehenden Verkehre ohne zusätzliche Belastung der Ortslage Poll verträglich abgewickelt werden können“ und sogar den bisherigen Kölner Verkehr entschärfen können. Ob sich der Beschluss der Bezirksvertretung Porz also dennoch durchsetzt, ist durchaus fraglich. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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