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Deutzer Kirmes: Mehr Polizei und Security nach Chaos im Einsatz

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Von: Johanna Werning

Links: Die Deutzer Kirmes mit unzähligen Besuchern. Rechts: Ein Polizist von hinten.
Die Deutzer Kirmes erntet weiterhin Kritik – steht die Kirmes vor dem Aus? (Symbolbild) © Future Image/Imago & Jochen Tack/Imago

Nach den chaotischen Zuständen rund um die Deutzer Kirmes war es am Wochenende in Köln ruhiger. Dennoch diskutiert nun die Politik über die Kirmes in Deutz.

Köln – Seit etwas mehr als einer Woche läuft bereits die Osterkirmes auf der Deutzer Werft. Doch die Deutzer Kirmes gerät immer mehr in die Kritik. Der Grund: Eine „Tumultlage“, auf dem Kirmesgelände, den angrenzenden Seitenstraßen und am Rheinboulevard. Die Stimmung sei am Mittwoch „aufgeheizt und aggressiv“ gewesen, erklärte zuletzt ein Sprecher der Polizei Köln gegenüber 24RHEIN. Nun werden Stimmen laut, dass die Kirmes nicht länger an der Deutzer Kirmes stattfinden soll.

Deutzer Kirmes vor dem Aus? Bürgerinitiative fordert Alternativ-Standort in Köln

„Seit über 20 Jahren beobachte ich die Zustände an der Deutzer Kirmes, und was hier in diesem Jahr passiert, ist vorher noch nie da gewesen“, berichtet Anwalt Norbert Monßen, der gemeinsam mit einer Bürgerinitiative am Freitag (22. April) einen regelrechten Brandbrief an Stadt Köln und Pressevertreter verschickte. Die Forderung: Die Deutzer Kirmes soll nicht mehr auf der Deutzer Werft stattfinden. Stattdessen soll es einen alternativen Standort geben.

Köln: Bezirksbürgermeister Hupke spricht sich für Deutzer Kirmes aus

Für Bezirksbürgermeister Andreas Hupke sei das der falsche Weg. „Einfach absagen würde nichts bringen“, sagt der Grünen-Politiker auf Nachfrage von 24RHEIN. „Man muss unterscheiden zwischen Ursache und Wirkung.“ Statt die Kirmes abzusagen oder zu verlegen, müsse man gegen die „aggressiven Jugendlichen“ und die „Poser“ vorgehen.

Zusätzlich hat Bezirksbürgermeister Andreas Hupke für Dienstag, 10. Mai, eine Bürgerversammlung einberufen. Thema: Die „Ereignisse im Zusammenhang mit der Osterkirmes in Deutz“. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 10. Mai, um 19 Uhr statt. Veranstaltungsort ist die Kirche St. Heribert.

Köln: Deutzer Kirmes wird Thema in Bezirksvertretung

Und auch die Bezirksvertretung Köln-Innenstadt beschäftigt sich nun offenbar mit der Deutzer Kirmes: Für die nächste Sitzung (2. Juni) ist eine Aktuelle Stunde beantragt worden. „Die Geschehnisse müssen vollständig aufgeklärt und das gesamte Konzept ‚Deutzer Kirmes‘ auf den Prüfstand gestellt werden“, sagt Mario Schmitz, der zuständige CDU-Bezirksvertreter für Deutz.

Die Forderung der CDU: Lösungen, um die chaotischen Zustände an der Deutzer Kirmes künftig zu vermeiden und die Anwohner zu schützen. Immerhin musste die Deutzer Kirmes am Mittwoch sogar vorzeitig abgesagt werden.

Köln: Deutzer Kirmes erntet Kritik – Schausteller sprechen von Einzelfällen

Aber was sagt der Veranstalter dazu? „Mittwoch war einfach eine Ausnahme. Wir sind der Spielball von Anwohnern und der Presse“, sagt Willi Krameyer von der Gemeinschaft Kölner Schausteller (GKS e.G) am Montag.

Es sei schade, dass die normalen Besucher und die Schausteller selbst dafür jetzt bestraft werden. Denn „man muss das große Ganze sehen: Die Kirmes wird von den Kölnern gewollt. Wir hatten zwei Jahre Berufsverbot und wir bringen der Stadt ja auch eine große Wirtschaftskraft in diesen Wochen.“ Die Deutzer Werft wäre zusätzlich als Festgelände ausgewiesen.

Außerdem betont der Kirmes-Veranstalter weiter, dass die Angriffe auf die Polizistin nicht auf dem Kirmesgelände passiert sind – „sondern am Rheinboulevard.“ Die chaotischen Zustände seien die Ausnahme, nicht die Regel, betont Krameyer weiter. „Am Wochenende war alles wunderbar. Da gab es keine Zwischenfälle. Es war ein perfekter Kirmessamstag und Kirmessonntag.“

Köln: Trotz chaotischer Zustände bei Deutzer Kirmes – keine Anpassungen laut Veranstalter nötig

Das Sicherheitskonzept auf der Deutzer Kirmes funktioniere, so das GKS-Vorstandsmitglied. Dennoch habe man die Securitykräfte verstärkt „und auch die Polizei zeigt sich jetzt verstärkt auf dem Festgelände“ in Köln Deutz. Das bestätigt auch die Polizei Köln auf Nachfrage von 24RHEIN. „Es war vergleichsweise ruhig. Das liegt wahrscheinlich auch an der verstärkten Polizeipräsenz“.

Zusätzlich wurde von der GKS der Familientag am Mittwoch, 27. April, abgesagt. Weitere Anpassungen an das Sicherheitskonzept oder eine vorzeitige Beendigung der Deutzer Kirmes wären jedoch nicht nötig, erzählt Krameyer. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 25. April, um 15:45 Uhr aktualisiert. Neuerung: Statement von Bezirksbürgermeister Andreas Hupke.

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