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Nach Kirmes-Chaos in Köln: „Familienfreude bei einer Kirmes immer im Vordergrund“

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Von: Johanna Werning

Zwei Kinder schauen auf ein Kettenkarussell, daneben ist die Deutzer Kirmes mit dem Kölner Dom zu sehen.
Familienfreude stehe bei einer Familie immer im Vordergrund, sagt der Präsident der Deutschen Schaustellerbundes. (Montage) © Westend61/Imago & Jochen Tack/Imago

Die Geschehnisse rund um die Deutzer Kirmes in Köln sorgen für Aufsehen. „Familienfreude ist die DNA der Kirmes“, sagt der Präsident des Schaustellerbundes.

Köln – Die Deutzer Kirmes wurde zuletzt überschattet von Schlägereien und Randale. Die Ausschreitungen in Köln fanden ausgerechnet am „Familientag“ statt. Während sich Anwohnerinnen und Anwohner schon länger über „Schlägereien und aggressives Verhalten auf dem Kirmesplatz“ beschweren, handelt es sich laut Veranstalter um Ausnahmen. Die Frage: Ist eine Kirmes überhaupt noch familiengeeignet?

Vorfälle bei Deutzer Kirmes: „Familienfreude bei einer Kirmes immer im Vordergrund“

„Grundsätzlich steht die Familienfreude bei einer Kirmes immer im Vordergrund“, betont Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), am Mittwoch (27. April). Inwieweit es sich in Köln um Einzelfälle handelt, könne er nicht sagen.

DSB-Präsident Ritter betont jedoch weiter: „Die Familienfreude ist die DNA der Kirmes.“ Und auch der Veranstalter der Deutzer Kirmes fand zuletzt deutliche Worte: „Es ist schade, dass die Kirmes-Besucher jetzt wegen ein paar Idioten darunter leiden müssen“, sagte Willi Krameyer von der Gemeinschaft Kölner Schausteller (GKS e.G) Immerhin seien die Volksfeste auch weiterhin gerade für Kinder und Familien mit Kindern ausgerichtet, sagt Ritter.

Die Deutzer Kirmes in Köln. Davor: Der Präsident des Deutschen Schaustellerbunds Albert Ritter.
Die Kirmes ist ein Ort für Familien, sagt DSB-Präsident Ritter. (Montage) © Jochen Tack/Imago & Markus Scholz/dpa

„Wir haben überall familienfreundliche Verläufe.“ Damit das auch so bleibt, „müsse man nun in Köln genau hinschauen“ und die möglichen Ursachen für die chaotischen Zustände finden. Dafür seien bereits der Veranstalter gemeinsam mit der Stadt im Gespräch, betont Ritter weiter. 24RHEIN gibt einen Überblick zum Ärger rund um die Deutzer Kirmes und erklärt, wie es dazu kommen konnte und wie es jetzt weitergeht.

Deutscher Schaustellerbund e.V.

Der Deutscher Schaustellerbund (DSB), der 1950 gegründet wurde, bildet die Dachorganisation für das Schaustellergewerbe. Auch die Gemeinschaft Kölner Schausteller e.G. (GKS), die die Deutzer Kirmes organisiert, ist Mitglied in dem Verbund.

Die Aufgabe des DSB: „Die rechtliche und wirtschaftliche Lage des Gewerbes zu sichern und zu verbessern. Dazu gehört in erster Linie die Erhaltung und Förderung der traditionellen Jahrmärkte, Kirmessen, Volksfeste und Weihnachtsmärkte.“

Deutzer Kirmes: Bezirksbürgermeister Hupke gegen Kirmes-Aus

Mit der Ansicht, dass die Kirmes grundsätzlich auch weiterhin eine familienfreundliche Veranstaltung ist, ist der DSB nicht allein: Auch der Bezirksbürgermeister von Köln-Innenstadt Andreas Hupke ist sich sicher: Dass es zwar Müll und Dreck rund um die Deutzer Kirmes gäbe, das Volksfest jedoch auch weiterhin vor allem Familien anlocke. Schuld seien vielmehr die Jugendlichen. „Die sind heute einfach anders drauf“, erzählt Hupke im Gespräch mit 24RHEIN.

 „Die Kirmes ist ja auch ein Kulturgut. Die gibt es seit über 100 Jahren in Deutz“, sagt Hupke. Ein einfaches Kirmes-Aus käme darum nicht infrage, allerdings müssen „die heftigen Begleiterscheinungen verschwinden“. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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