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Neumarkt Köln: Drogen, Müll, Fäkalien – „besonderer Handlungsbedarf“

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Von: Johanna Werning

Blick auf den Neumarkt in Köln
Die Stadt Köln will die Probleme am Neumarkt angehen. (Symbolbild) © Andreas Dick/Imago

Drogen, Spritzen und Fäkalien mitten auf der Straße. Der Neumarkt ist ein wichtiger Knotenpunkt in Köln. Darum will die Stadt die Aufenthaltsqualität des Platzes verbessern.

Köln – Der Neumarkt gilt als wichtiger Knotenpunkt in Köln. Egal ob mit der KVB oder mit dem Auto: Wer Köln durchqueren möchte, kommt wohl kaum am Neumarkt vorbei. Dabei ist der zentrale Platz in der Innenstadt ziemlich trostlos – Müll, Schmutz und Drogendelikte stehen an der Tagesordnung. Dagegen will die Stadt nun vorgehen, unterstützt wird sie von der Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt und verschiedenen Immobilienbesitzenden.

Drogen mitten in Köln: „Die Herausforderungen am Neumarkt sind multidimensional“

In den letzten Jahren habe sich die Problematik an und um den Neumarkt in Köln deutlich verschärft. „Insbesondere der östliche Neumarkt um den Kiosk herum und die Neumarkt-Unterführung, die HUGO-Passage, sind stark in der Hand der Drogenszene. Dealerei, Drogenkonsum und Drogenhinterlassenschaften Tag und Nacht“, so der Bürgerverein. Die Bürgerinitiative dokumentiert auf einer Karte verschiedene Vorfälle von Drogenkonsum, Müll und Sachbeschädigungen. Gemeinsam mit der Stadt soll nun dagegen vorgegangen werden.

„Die Herausforderungen am Neumarkt sind multidimensional“, so Dolores Burkert, Leiterin des Zentrums für Kriminalprävention und Sicherheit der Stadt Köln. Das ZKS ist für Sicherheit in der internen Verwaltung und in der Stadt selbst zuständig. Dabei hat Burkert gerade am Neumarkt viel zu tun, wie sie in einem Video der Stadt Köln auf Instagram erklärt.

„Wir haben hier Drogendelikte, Drogenkonsumenten“, aber auch „verkehrlich eine enorme Dichte“. Auch mit dem Thema fehlende Sauberkeit am Neumarkt will sich die Stadt nun auseinandersetzen. „Viele beschweren sich darüber, dass hier Drogenuntersielen rumliegen und Fäkalien vorhanden sind und die Hygienezustände nicht die besten sind“, so Burkert weiter.

Das soll sich nun jedoch ändern. Die Aufenthaltsqualität am Neumarkt soll verbessert werden, so Burkert weiter. Die Stadt setzt auf zwei Schwerpunkte: Der Platz muss sauberer werden und der Verkauf und Konsum von Drogen am Neumarkt muss unterbunden werden. Erste Schritte seien bereits eingeleitet worden, teilt die Leiterin des ZKS mit.

Neumarkt in Köln: Stadt sagt Drogenkonsum in der Innenstadt den Kampf an

Begonnen wurde mit einer „Intensivreinigung“: Einmal im Monat wird der Neumarkt gründlich von der AWB gereinigt. „Man kann schon deutlich die ersten Verbesserungen sehen“, erklärt Burkert. Doch damit nicht genug. „Wir planen jetzt ein Kümmerer-Konzept mit der KVB gemeinsam. Dann sind zentrale Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger und Passanten am Neumarkt vorhanden und kümmern sich, wenn es Probleme gibt.“ Zusätzlich soll es am und um den Neumarkt Toiletten-Anlagen geben.

Der videoüberwachte Neumarkt soll im Zuge der Maßnahmen auch ein Modellprojekt werden. Auf dem Platz nahe der Fußgängerzone sollen Spritzen-Entsorgungsbehälter angebracht werden. Dabei soll überprüft werden, ob solche Maßnahmen zur Verbesserung beitragen, so Burkert weiter. „Wenn dies der Fall ist, soll das in Köln insgesamt umgesetzt werden.“

Damit in Zukunft nicht mehr auf offener Straße Drogen konsumiert werden, wird auch das am Neumarkt ansässige Gesundheitsamt ins Boot geholt. „Noch in diesem Jahr werden für Drogenkonsumenten dort stationäre Räume geschaffen: Auch Aufenthaltsräume und Waschräume.“ So soll die Problematik nicht einfach von einem Ort zum nächsten verschoben werden. (jw)

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