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Köln: Drogenkonsum-Bus ausgebrannt – Ursache noch unklar

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Von: Johanna Werning

Der abgebrannte Beratungsbus der Stadt Köln.

Einer der beiden Drogenkonsum-Busse der Stadt Köln ist abgebrannt © Stadt Köln

Einer der beiden Drogenkonsum-Busse in Köln ist abgebrannt. Die Brandursache ist bislang unklar. Die Stadt verweist auf alternative Drogenkonsumräume.

Köln – Der Neumarkt in Köln gilt schon lange als Drogenkonsum-Hotspot der Stadt. Erst kürzlich kündigte die Stadt an, die Aufenthaltsqualität des Platzes zu verbessern. Dabei sollten auch weitere Drogenkonsumräume geschaffen werden. Bislang gibt es dort lediglich die nahe gelegenen mobilen Angebote am Cäcilienhof. Dafür stehen zwei Busse zur Verfügung. Ein Fahrzeug, in dem Beratungen stattfinden und ein Fahrzeug, in dem Abhängige unter medizinischer Aufsicht Drogen konsumieren können. Doch einer der beiden Busse ging nun in Flammen auf.

Köln: Mobiler Drogenkonsumraum ausgebrannt – erster Ermittlungsstand

Das teilt die Stadt Köln in einer Pressemitteilung vom 11. Mai mit. In der Nacht zum 11. Mai brach das Feuer im Motorraum des Beratungsbusses gegen 0:30 Uhr aus. Die Brandursache ist noch unklar. „Ersten Ermittlungen zufolge können weder ein technischer Defekt noch Brandstiftung ausgeschlossen werden“, so die Stadt Köln weiter. Durch die Flammen erlitt das Fahrzeug einen Totalschaden.

Seit Dezember 2019 konnten Drogenabhängige das mobile Drogenkonsumangebot der Stadt Köln nutzen. Unter medizinischer Aufsicht konnten so mitgebrachte Drogen injiziert oder geraucht werden. Auch weiterführende Hilfen wurden am mobilen Standort vermittelt.

Bei dem Angebot der Stadt konnten ebenfalls alte Spritzen gegen neue Drogenutensilien eingetauscht werden. Die ärztliche Grundversorgung, in Form von Sprechstunden der Drogentherapeutischen Ambulanz, wurden in den beiden Drogenkonsum-Bussen von dem Mobile Medizinische Dienst (MMD) des Gesundheitsamtes geleistet.

Drogenkonsum-Bus in Köln ausgebrannt – Stadt verweist auf alternative Drogenkonsumräume

Die Stadt Köln verweist darauf, dass Drogenabhängige nun alternativ zu den Drogenkonsum-Bussen die Einrichtung am Hauptbahnhof Köln nutzen können. Der Drogenkonsumraum wird durch den Sozialdienst Katholischer Männer betrieben. Des Weiteren findet „schnellstmöglich“ eine Notversorgung mit Spritzen-Ausgabe in einem Pavillon Cäcilienhof statt.

Die Drogenkonsum-Busse wurden von Suchtkranken in der Vergangenheit stark genutzt. Bis zu 100 Konsumvorgänge fanden täglich statt. „Insgesamt fanden bisher über 3.700 Konsumvorgänge statt. Dabei konnten in 20 medizinischen Notfällen durch Überdosierung Leben gerettet werden. Es wurden 17.600 Spritzen im Beratungsbus getauscht, was zu deutlich weniger Spritzenfunden in der Umgebung führte“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt im Juli 2020.

Auch der nun abgebrannte Beratungsbus feierte in der Vergangenheit Erfolge. „Insgesamt erfolgten bisher rund 400 Beratungen und über 300 Vermittlungen in weiterführende Hilfsangebote. An die 300 Drogenkonsumenten nutzen das Angebot am Cäcilienhof.“ (jw)

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