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Reker verteidigt Karneval am 11.11. in Köln – Verbot „schlicht unmöglich“

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Von: Martin Henning

Henriette Reker und Festkommittee Mitglied Udo Marx am 11.11. in Köln.
Kölns OB Reker verteidigt den 11.11. in Köln. © BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl/Imago

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat ihre Entscheidung verteidigt, den Karnevalsauftakt in Köln am 11.11. stattfinden zu lassen.

Köln – Die Bilder aus Köln gingen durch Deutschland. Menschenmassen auf der Zülpicher Straße, die ausgelassen feiern. Von außen wurde Kritik laut, einige wiesen auf die zu nachlässigen Kontrollen beim Einlass hin. So auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, der die Stadt im Interview mit dem Spiegel in die Pflicht nahm. Womöglich auch als Folge der Großparty hat der Inzidenzwert in Köln einen neuen Rekordwert erreicht.

Karneval am 11.11. in Köln: Reker verteidigt Sessionsauftakt

War es also ein Fehler, Karneval in Köln feiern zu lassen? Nein, sagt Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Karneval hätte nur nicht stattfinden können, wenn die Kneipen geschlossen worden oder ein Ausgangsverbot verhängt worden wäre, sagte Reker am Dienstag bei der Eröffnung des neuen Impfzentrums an der Lanxess-Arena. Das sei aber bei der aktuellen Durchimpfungsquote von 74 Prozent aber „schlicht unmöglich. Das ist auch der Unterschied zum vorigen Jahr. Die Zahlen der Infektionen steigen, aber sie steigen im Moment noch so wie im Landesdurchschnitt.“

11.11. in Köln: Reker über Zülpicher Straße – „Bilder haben mir nicht gefallen“

Reker betonte, erst Ende der Woche beurteilen zu können, ob und wie stark der 11.11. das Infektionsgeschehen beeinflusst habe. „Aber auch dann bin ich der Auffassung, dass wir bei der Abwägung eine vernünftige Lösung gefunden haben. Wenn mir auch die Bilder nicht gefallen haben, das ist klar.“

Zum neuen Rekordwert – die Inzidenz liegt bei 331,3 – sagte die Oberbürgermeisterin: „Das ist ein Anstieg, der normal ist nach einem Wochenende. Gerade im Moment fahren wir im Gesundheitsamt die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder hoch. Ich warte jetzt den morgigen Tag ab.“

Ist die im Vergleich zu ganz NRW niedrige Hospitalisierungsrate eine Bestätigung für die Impfungsbemühungen? „Ganz sicher“, sagte Reker. „Weil jetzt überwiegend junge Menschen sich infizieren. Und bei denen gibt es weniger schlimme Verläufe.“ Allerdings gab sie auch zu: „Wenn die jungen Menschen auf die Intensivstation kommen, verweilen sie dort länger als die älteren Patienten.“

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3G in Bus und Bahn kommt – auch in Köln

Bundesweit steigen die Corona-Zahlen rapide an. Als Reaktion darauf und auf die immer noch impfunwilligen Personen hat die Bundesregierung 3G in Bus und Bahn beschlossen. Sobald die neue Coronaschutzverordnung für NRW verabschiedet ist, greifen die Regeln auch in Köln.

Die recht kurzfristige Entscheidung stellt die Kölner Verkehrsbetriebe vor „erhebliche Herausforderungen“, wie Sprecher Matthias Pesch im Interview mit 24RHEIN verriet. Kontrollen seien nur stichprobenartig möglich, außerdem rechne die KVB mit „Aggressionspotenzial“ unter den Kontrollierten. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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