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Nach Gehweg-Streit: Bürgersteig an Aachener Straße wird neu aufgeteilt

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Von: Johanna Werning

Tische und Stühle der Gastrobetriebe auf der Aachener Straße in Köln stehen auf dem Bürgersteig.
Für die Außengastro an der Aachener Straße in Köln könnte es jetzt eine Lösung geben. ©  Aleka Wollny Photography/IG Aachener Straße

Einigung für die Außengastro an der Aachener Straße in Köln: Nach einem gemeinsamen Treffen und dem Beschluss der Bezirksvertretung gibt es nun „eine gute Lösung“.

Update vom 27. September, 15:14 Uhr: Nach der Sitzung der Bezirksvertretung Köln-Innenstadt gibt es Gewissheit: Der Streit um die Außengastro auf der Aachener Straße konnte geklärt werden. Bereits beim Ortstermin Ende August wurde ein Kompromiss gefunden. Nun wurde das Konzept mehrheitlich von der Bezirksvertretung beschlossen. Der Beschluss gilt für den Bereich zwischen Brabanter Straße und Moltkestraße.

„Nachdem es im Sommer so hochgekocht ist, freuen wir uns, dass wir nun eine Lösung unter Berücksichtigung aller Interessen vor Ort finden konnten“, so Julie Cazier, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung Innenstadt. „Mit 3 Meter Gehwegbreite geben wir den Menschen an der Stelle mehr Raum zum Flanieren und sichern damit auch die Barrierefreiheit, die Gastronomie bekommt auch genügend Platz, es ist eine gute Lösung!“

Und auch Bezirksbürgermeister Andreas Hupke ist zufrieden: „Dieses konstruktive Agreement in dem Beschluss der Bezirksvertretung garantiert der Gastronomie an der Aachener Straße Rechtssicherheit und wird für die nächsten Jahre da zum Frieden beitragen!“

Kompromiss für Gehweg-Streit an der Aachener Straße: „4 Meter sind vom Tisch“

Aktualisierte Erstmeldung vom 27. August: Köln – Es war der Sommeraufreger im Westen von Köln: Steht die Außengastronomie an der Aachener Straße vor dem Aus? Immerhin hatten nicht nur die Betreiber von Bars, Cafés und Restaurants auf der Aachener Straße Angst um ihre Außenflächen: Auch die Kölnerinnen und Kölner bangten um die beliebte Ausgeh-Meile in der Kölner Innenstadt. Doch nun könnte es nach wochenlanger Diskussion endlich eine Lösung für die Außengastro geben. „Die vier Meter sind vom Tisch“, erklärt Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne). Stattdessen soll eine neue Lösung her.

Außengastronomie an der Aachener Straße: Was Kölner wissen müssen

► Das war das ursprüngliche Problem: Die Fußgänger sollen auf der Aachener Straße mehr Platz bekommen. Ein entsprechender Antrag wurde von der Bezirksvertretung Köln-Innenstadt bereits im Frühjahr beschlossen. Doch bei der Umsetzung hätten die Außenflächen der Gastronomie dafür um 50 bis 100 Prozent reduziert werden müssen. „Eine Katastrophe“ für die Betreiber von „Herr Pimock“, „Balthasar“, „Nish Nush“, „Moxxa Caffé“ oder „Bar Schmitz“.

► Bei der Ortsbegehung am 27. August wurde ein Vorschlag gefunden, mit dem offenbar alle leben können. Sowohl die Fußgänger als auch die Außengastro soll mehr Platz bekommen. Dafür soll die Aufteilung des Gehwegs verändert werden.

► Aktueller Stand: In der Sitzung der Bezirksvertretung (25. August) wurde der Beschluss bereits aufs Eis gelegt. In der Sitzung der Bezirksvertretung soll die gefundene Lösung bestätigt werden.

► Der Vorschlag: Die Gastronomieflächen beginnen auf dem ehemaligen Radweg mit einem Abstand von 50 cm zu den Ladezonen bzw. Fahrradständern und haben eine Breite von 2,80 Meter. Es verbleibt ein Gehweg in Breite von circa 3 Metern.

Köln: Außengastro auf der Aachener Straße – Ortstermin soll bei Lösungssuche helfen

Am 25. August gab es eine Aktuelle Stunde zur Außengastronomie an der Aachener Straße. Das Ergebnis: Der Beschluss, der für die Aachener Straße einen vier Meter breiten Gehweg vorsieht, wird erst einmal aufs Eis gelegt. Am 26. September gibt es dann eine Sondersitzung zu dem Thema. Dann soll ein neuer Beschluss festgelegt werden. Das Ziel dabei: Künftig gibt es auf der Aachener Straße genug Platz für alle – Fußgänger, Radfahrer und für die Außengastronomie. Dafür wird der Bereich neu eingeteilt.

Zudem hat am Samstag, 27. August, eine Ortsbegehung stattgefunden. Bei dem Termin nahmen neben Bezirksbürgermeister Andreas Hupke, die Verwaltung, verschiedene Ratsvertreter, die Blindenbeauftragte, der Fußverkehrsbeauftragte und die Gastrobetreiber teil. Zusammen wurde die Situation vor Ort angeschaut und nach einer Lösung gesucht. Das hat Hupke bereits den Gastronomen vor der Aktuellen Stunde versprochen.

Gehweg der Aachener Straße in Köln soll neu aufgeteilt werden

„Der Ist-Zustand ist Mist. Das ist auch nicht barrierefrei“, fasst Fußverkehrsbeauftragte Nico Rathmann am Samstagmorgen zusammen. Zwar gab es zwei Fußgängerbereiche, aber beide waren nicht breit genug, um barrierefrei zu sein. Und auch die Außengastronomie soll künftig mehr Platz bekommen. Dafür wird der rund 6-Meter-Gehweg-Bereich komplett neu aufgeteilt:

Wie der Gehweg entlang der Aachener Straße in Köln genutzt wird

► Aktueller Stand: 2 x 2 Meter Gehweg (plus 50 Zentimeter für den Sicherheitsabstand zur Straße), dazwischen 2 Meter für Außenflächen von Bars, Cafés, Restaurants

► Vorschlag nach Ortstermin: Es gibt nur noch einen Gehweg, der ist dafür breiter. Der Bereich soll entlang der Häuserseite führen und 3,05 Meter breit sein. Die Außengastronomie wird ebenfalls verbreitet und soll künftig zwischen 2,80 und 2,90 Meter breit sein. Zwischen Außengastro-Fläche und Straße gibt es einen rund 50 Zentimeter breiten Sicherheitsraum.

„Der Vorschlag ist ein guter Kompromiss“, sagt Britta Barthelmeß vom Café im Bauturm. „Der Termin war sehr kontrovers, aber wir haben jetzt einen Vorschlag gefunden, der allen hilft – den Fußgängern und uns – und das wollten wir ja. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass es so umgesetzt wird“, führt Nelson Fernandes vom Café Balthasar weiter.

Lösung für Aachener Straße gefunden – doch final ist das noch nicht

Ein wichtiger Schritt dafür: Die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt am 26. September. Dort soll der Vorschlag beschlossen werden. „Die BV 1 bittet die zuständige Verwaltung für Verlegung von Radwegen, beim o.g. Abschnitt so schnell wie möglich den Umbau vom Bürgersteig auf die Straße vorzunehmen“ heißt es in dem Antrag.

Dass dem Beschluss zugestimmt wird, gilt eigentlich als sichere Sache. Immerhin sind Verwaltung, Politik und Gasto-Betreiber von der Lösung überzeugt. „Was wir hier erreicht haben, ist im Endeffekt die Quadratur des Kreises“, so Hupke bei der Ortsbegehung. „Damit können wir alle leben und das heute war dafür der erste Schritt.“

Und auch Günter Leitner, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender der Bezirksvertretung und stellvertretender Bezirksbürgermeister, war da bereits guter Dinge: „Ich gehe davon aus, dass die Lösung umgesetzt wird.“ Immerhin haben auch FDP, Grüne, SPD und Klimafreunde, die mit Fraktionsvertretern bei dem Termin waren, den Vorschlag für gut befunden. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 13. September aktualisiert. Neuerung: Antrag auf „Neuordnung der Außengastronomie auf der Aachener Straße“ wurde offiziell gestellt.

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