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Chefin über irren Bimmelbahn-Surfer: „Er wäre platt gefahren worden“

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Von: Martin Henning

Jungfernfahrt der elektrisch betriebenen Kölner Bimmelbahn von Wolters Reisen Köln.
Noch ist der Verursacher des Bimmelbahn-Unfalls in der Kölner Altstadt nicht gefunden. © Christoph Hardt/Imago

Nach dem Bimmelbahn-Unfall in der Kölner Altstadt spricht die Betreiberin. Wie es den Betroffenen geht – und was sie von der Aktion des Unfallverursachers hält.

Köln – Eigentlich wollten sie nur einen schönen Nachmittag in Köln verbringen. Doch für eine Familie endete der Ausflug mit einem Krankenhausaufenthalt. Am Mittwoch wurden bei einem Bimmelbahn-Unfall in der Kölner Altstadt zwei Kleinkinder verletzt. Und das, weil ein Jugendlicher sich offenbar einen Spaß erlauben wollte.

Im Gespräch mit 24RHEIN schildert die Betreiberin der Bimmelbahn jetzt erstmals, was passierte, wie es den Kindern und dem Fahrer geht – und was sie vom Jugendlichen hält, der den Unfall verursachte.

Unfall mit Bimmelbahn: Zwei Kleinkinder verletzt, Verursacher geflüchtet

Dass der Unfall so viel Aufmerksamkeit ausgelöst hat, ist Tanja Wolters ein bisschen unangenehm. Eigentlich wolle man „keine große Sache“ aus dem Unfall machen, sagt die Betreiberin der berühmten Kölner Bimmelbahn 24RHEIN. Auch die Eltern der leicht verletzten Zwillingsmädchen wollten „die Sache nicht an die große Glocke hängen“, sagt Wolters. „Der Vater hat mir noch gesagt, es tue ihm Leid, dass das Ganze so aufgebauscht wird.“

Notwendig ist es aber – denn der Verursacher des Unfalls ist noch nicht gefunden. „Bislang gibt es keine neuen Erkenntnisse“, bestätigt Polizeisprecher Carsten Rust auf Anfrage von 24RHEIN. Die Beamten hoffen, dass Zeugen Hinweise zum geflüchteten Jugendlichen geben können.

Köln: Bimmelbahn-Unfall wegen Sorglos-Teenie

Seit 27 Jahren fährt die Bimmelbahn schon im Kölner Stadtgebiet. Noch nie habe man einen Unfall gehabt, sagt Tanja Wolters. Doch das änderte sich am Mittwoch. Die Bahn fuhr gerade auf der Höhe Kleine Budengasse/Unter Goldschmied, als ein bislang unbekannter Jugendlicher plötzlich von draußen auf das Trittbrett eines Waggons aufsprang. „Keine Ahnung, welche Flausen der im Kopf hatte. Wahrscheinlich fand er es lustig. So wie die Jugendlichen, die Steine von einer Autobahn schmeißen, aber keine Ahnung haben, was so etwas anrichten kann“, sagt Tanja Wolters.

Der Bahnfahrer leitete sofort eine Notbremsung ein. Zwar war die Bahn mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs, die Wucht der abrupten Bremsung war trotzdem so groß, dass die Zwillingsmädchen mit ihren Köpfen gegen den Vordersitz prallten. Dass der Fahrer die Notbremsung einleitete, war absolut notwendig, betont Betreiberin Wolters. „Der Junge hätte nur blöd abrutschen müssen und wäre plattgefahren worden.“

Ziemlich rücksichtslos waren auch die unbekannten Personen, die im Juni in Porz einen E-Scooter auf die Gleise stellten. Eine S-Bahn rammte den Roller und wurde dabei beschädigt.

Bimmelbahn-Unfall in Köln: Kindern geht es gut

Zum Glück hielt sich der Schaden beim Bimmelbahn-Unfall in Grenzen. Der Fahrer sei natürlich erst einmal geschockt gewesen, berichtet Wolters. Trotzdem habe er „optimal reagiert“ und sofort einen Rettungswagen und die Polizei informiert. Die verletzten Mädchen wurden nur aus Vorsicht zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, außer ein paar blauen Flecken erinnert nichts mehr an den Unfall.

„Wir haben direkt Kontakt mit der Familie aufgenommen, auch noch einmal am Freitag. Die Kinder haben einen Tag nach dem Unfall ihren Geburtstag gefeiert. Ihnen geht es gut. Das ist das Wichtigste“, sagt Tanja Wolters. Ihr Fahrer war am Freitag nicht im Einsatz, außer dem Schock ist aber auch er unbeschadet davongekommen.

Köln: Bimmelbahn-Unfall in der Altstadt soll Fahrer sensibilisieren

Trotzdem ist Tanja Wolters sauer über die Gedankenlosigkeit des jugendlichen Unfallverursachers. „Das war total unnötig. Er hat der Familie das Fahrerlebnis kaputtgemacht und unseren Fahrer unter Schock gesetzt.“

Die Bimmelbahn-Betreiberin will den Unfall nutzen, um ihre Fahrer noch einmal zu sensibilisieren: Auch bei Schrittgeschwindigkeit sei es wichtig, sich an die Sicherheitsbestimmungen zu halten. Und selbst bei so einem geringen Tempo habe eine Vollbremsung Konsequenzen. „Aber die Fahrer denken auch selbst darüber nach. Sonst hätten sie keinen Personenbeförderungsschein gemacht.“

Dass Unfälle auch anders ausgehen können, zeigte sich erst letzte Woche. In Köln-Widdersdorf wurde ein dreijähriger Junge beim Spielen von einem BMW angefahren und schwer verletzt.

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