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Corona Köln: Hunderte feiern Party am Aachener Weiher - „als läge die Pandemie schon hinter uns“

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Müll auf einer Wiese am Grüngürtel in Köln.
So sah der Grüngürtel in der Nähe des Aachener Weihers am Morgen nach der Party aus. © 24RHEIN

Am späten Mittwochabend kam es, trotz Corona-Regeln, am Aachener Weiher in Köln zu einer Party mit hunderten Teilnehmern. Clubbetreiber fordern nun kontrollierte Öffnungen.

Köln – Die aktuellen Corona-Lockerungen in Köln haben in der Nacht zu Fronleichnam viele, vor allem junge, feierwütige Kölnerinnen und Kölner nach draußen getrieben. So soll es am Aachener Weiher und im anliegenden Grüngürtel zu einer riesigen Party mit hunderten Teilnehmern gekommen sein. Verschiedene Club- und Gastronomiebetreiber fordern nun eine kontrollierte Öffnung von Clubs und Diskotheken.

Corona in Köln: Riesige Party am Aachener Weiher

Die Fotos und Videos vom gestrigen Abend und der Nacht am Aachener Weiher zeigen ein deutliches Bild. Hunderte Menschen feiern zu lauter Musik im Freien. Mehrfach sollen im Umkreis auch Polizeisirenen zu hören gewesen sein. Die „IG Gastro Kwartier Latäng“, ein Zusammenschluss mehrerer Clubs, Diskotheken und Gastronomien aus der Innenstadt, sprach in einem Facebook-Post in Bezug auf den Bereich rund um den Aachener Weiher und die Rheinufer von „Rave-artigen Zuständen, die großen Festivals in Art und Umfang kaum nachstehen“.

Auch in der Innenstadt, zum Beispiel am Zülpicher Platz, soll es zu sehr großen Menschenansammlungen gekommen sein. Eigentlich wollte die Stadt Köln Zustände nach den Corona-Lockerungen, wie es sie in Düsseldorf gegeben hat, vermeiden. Nach der Öffnung der Außengastronomie kam es in der Altstadt und am Rheinufer in Düsseldorf zu so vielen Corona-Verstößen, dass die Stadt ein Verweilverbot einführte. In Köln wurde extra für das lange Feiertagswochenende wieder der Rheinboulevard gesperrt.

Stadt Köln: Es wurde gefeiert, „als läge die Pandemie schon hinter uns“

Auch die Stadt Köln hat sich inzwischen zu den Ereignissen der letzten Nacht geäußert. Demnach habe der Ordnungsdienst insbesondere im Bereich der bekannten Hotspots, aber auch außerhalb der Innenstadt große Menschenansammlungen und teils Party-ähnliche Zustände festgestellt. „Ich habe Verständnis für alle, die endlich ihre Freiheiten zurückhaben wollen. Eine Situation, wie wir sie in der vergangenen Nacht insbesondere im Bereich der bekannten Party-Hotspots erlebt haben, ist jedoch nicht hinnehmbar. Hier feierten auf engem Raum mehrere tausend Menschen, als läge die Pandemie schon hinter uns“, sagte Andrea Blome, die Leiterin des Kölner Krisenstabs.

„Wer als Konsequenz nun lediglich neue Verschärfungen oder eine stärkere Präsenz von Einsatzkräften fordert, verkennt, dass Polizei und Ordnungsdienst in einer Millionenstadt nicht gleichzeitig überall sein können, wo Menschen gegen Regeln verstoßen“, so Blome weiter. Es komme vor allem darauf an, „dass wir alle nun so kurz vor unserem Ziel weiterhin Durchhaltevermögen beweisen. Wir müssen einen erneuten Rückschlag unbedingt vermeiden. Das sind wir all denjenigen schuldig, die noch lange unter den Folgen der Pandemie leiden werden, und das ist nach wie vor notwendig, um unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten.“

Köln: Forderung nach Öffnung von Diskotheken und Clubs

Clubs und Diskotheken wie der Studentenclub „Das Ding“ und Vertreter des „Gastro Kwartier Latäng“ haben sich bei Facebook bereits mit deutlichen Botschaften an die Stadt Köln und das Land NRW gerichtet. Die Forderung: Eine „sofortige Wiedereröffnung von Clubs und Diskotheken“. Die Verantwortlichen sollten demnach „nochmal in sich gehen und überlegen, ob jede Veranstaltung, egal ob drinnen oder draußen, unter scharf kontrollieren ‚Drei-G‘-Regeln (Getestete, Geimpfte und Genesene; Anm. d. Red.) nicht die sinnvollere Lösung wäre“. Dazu habe man ein entsprechendes Konzept verfasst, das NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann vorgelegt werden soll.

„Reguliert und kontrolliert ist immer besser, als das, was sich an Problemen nun schon an den ersten warmen Tagen abzeichnet“, heißt es auf der Facebook-Seite des Studentenclubs „Das Ding“ weiter. Es sei unverständlich, dass die Politik diese Argumentation weiterhin ignoriere. (bs)

Dieser Artikel wurde am 3. Juni um 15:22 Uhr aktualisiert und um Statements der Stadt Köln und von Krisenstabsleiterin Andrea Blome ergänzt.

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