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Köln: Corona-Verstöße bei Glühwein-Wanderungen – erster Wirt entscheidet sich zu drastischem Schritt

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Von: Nina Büchs

Vor einem Restaurant steht ein Schild mit der Aufschrift „Glühwein to go 4,20 Euro“.
Kölner Gastwirte bieten in diesem Jahr „Glühwein-Wanderungen“ an, bei denen Besucher Glühwein to go bestellen können. © Kira Hofmann/dpa

Die Glühwein-Wanderungen in Köln sollten trotz Coronavirus für Weihnachtsstimmung sorgen. Doch schnell zeigte sich: Nicht alle halten sich an die Corona-Regeln. Das hat Folgen.

Köln – Es hätte so schön werden können: Den ersten Glühwein des Jahres trinken, interessante Gespräche führen, am Rhein spazieren gehen und das alles unter Einhaltung der geltenden Corona-Maßnahmen. Doch bereits nach dem ersten Wochenende zeigt sich nun, dass die Glühwein-Wanderungen in Köln auch aus dem Ruder laufen können. Darauf hat der erste Gastronom in Köln jetzt reagiert.

Köln: Glühwein-Wanderungen arten aus – Menschen halten sich nicht an Corona-Regeln

Am vergangenen Wochenende artete die Situation nun aus. Wie die Südstadt-Kneipe Bagatelle auf Facebook schreibt, entwickelte sich die Glühwein-Wanderung in der Südstadt am Freitag, dem 27. November, zu einem „Happening auf offener Straße“. Wie es weiter heißt, sei es am Freitag zu größeren Menschenansammlungen gekommen. Zudem hätten sich einige nicht an die 5-Personen-Regel gehalten. (Anmerkung: Laut dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW sind Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Im November lautete die Regel, dass sich nicht mehr als zehn Personen aus zwei Hausständen treffen dürfen. Nach den neu beschlossenen Corona-Beschränkungen dürfen sich ab Dezember aber nur noch fünf Personen aus zwei Haushalten verabreden). Radio Köln berichtete, dass 40 Beschwerden beim Kölner Ordnungsamt eingegangen wären. Daniel Rabe, Inhaber der Bagatelle, reagierte daher nun mit drastischen Konsequenzen.

Glühwein-Wanderungen in Köln: Bagatelle reagiert auf Corona-Verstöße – kein Glühwein mehr

„Schade, Südstadt! Wir werden unseren Glühweinverkauf vorerst einstellen müssen. Wir können die Sicherheit auf einem Teilstück der Alteburger Straße nicht länger gewährleisten“, äußert sich die Bagatelle nun nach dem Corona-Happening am vergangenen Freitag auf Facebook. Große Menschenansammlungen, wie auf der Alteburger Straße, müssten tunlichst vermieden werden, heißt es weiter. Dies sei auch notwendig, um anderen Gastronomien weiterhin einen Glühweinausschank zu ermöglichen. An anderen Orten der Innenstadt und in Ehrenfeld hätte die Glühwein-Wanderung bislang sogar sehr gut funktioniert.

Glühwein-Wanderungen trotz Coronavirus: Bagatelle-Inhaber richtet Appell an die Öffentlichkeit

Auf Facebook richtete die Bagatelle nun einen dringenden Appell an die Kölner, um zu verhindern, dass weitere Gastwirte den Glühweinausschank abbrechen müssen. „Deshalb geht bitte weiterhin spazieren, aber verdammt nochmal nicht dort, wo schon zu viele Menschen sind. Schaut mal durch Ehrenfeld und die Innenstadt. Es gibt viele tolle Läden mit leckerem Glühwein, die ihr unterstützen könnt.“

Glühwein to go in Köln: Glühwein-Becher führen zu „Müll-Problem“ in der Kölner Südstadt

Ein weiteres Problem, das die Bagatelle auf Facebook anspricht, sei der Müll, der sich durch die weggeworfenen Glühweinbecher ansammelte. Ein Mitglied der Facebook-Gruppe „Nettwerk-Köln“ veröffentlichte am Sonntag erschreckende Bilder von überquellenden Mülleimern und haufenweise weggeworfenen Pappbechern in der Kölner Südstadt.

Bagatelle in Köln macht Glühweinausschank dicht - das sagt die Facebook-Community

Ab sofort gibt es in der Bagatelle also keinen Glühwein mehr. Der Weinhandel Pop-up-Store soll dagegen weiterhin stattfinden. Auf den Rückzug der Bagatelle haben viele Facebook-Nutzer inzwischen reagiert. 180 Kommentare zeigen, dass sie die Reaktion der Südstadt überwiegend richtig und verantwortungsvoll finden. „Ich finde die Idee toll und es ist mega schade, dass ihr wegen der Ignoranz vieler Menschen nun nicht weitermachen könnt. Was ist so schwer daran, sich fernzuhalten, da wo schon viele stehen? Und bis zwei zählen sollte doch möglich sein“, schreibt Silvia Heimanns. Facebook-Userin Maria Tilessen kommentiert: „Sehr schade! So eine schöne Idee und an den meisten Ecken hat es gut funktioniert. Das war eine schöne Stimmung. Hoffentlich kann es weitergehen, wenn das auf viele Viertel ausgeweitet wird!“

Ob die Corona-Verstöße in der Kölner Südstadt jedoch weitere Kettenreaktionen auslösen und damit auch andere Glühwein-Wanderungen abgesagt werden, muss nun abgewartet werden. Gerade im Hinblick auf die durch den Coronaviurs ausgelöste, finanzielle Notlage vieler Kneipen und Restaurants, wäre ein verantwortungsvolles Verhalten der Gäste wünschenswert. (nb)

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