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Köln: 800 Personen demonstrieren am Heumarkt gegen Israel – Versammlung vorzeitig aufgelöst

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Menschen demonstrieren mit palästinensischen Flaggen in Köln
Bereitschaftspolizisten stehen während einer Demonstration in Köln inmitten von Demonstranten. © David Young/dpa

Gegen Israel und für Palästina haben am Samstag etwa 800 Menschen in Köln demonstriert. Ein Polizist wurde während der Auflösung ins Gesicht geschlagen.

Köln – Etwa 800 Menschen haben am Samstagnachmittag (15. Mai) auf dem Heumarkt in Köln demonstriert. Sie schwenkten palästinensische Flaggen und Schilder mit Aufschriften wie „Freiheit für Palästina“ und „Stop the Genocide“ (Stoppt den Genozid), aber auch „Gegen Zionisten – nicht gegen Juden“. Angemeldet waren nach Polizeiangaben 300 bis 400 Teilnehmer.

Die Auflagen zum Infektionsschutz der Stadt Köln konnten nicht mehr eingehalten werden, teilt die Polizei Köln mit. Die Veranstaltung wurde deshalb von der Versammlungsleiterin gegen 17 Uhr vorzeitig beendet. Der Großteil der Demonstranten habe den Platz ohne Störungen und zügig verlassen, berichtet die Polizei.

Köln: Zwei Teilnehmer klettern auf Reiterdenkmal am Heumarkt

Etwa 100 bis 150 junge Frauen und Männer aber hätten sich jedoch geweigert, zu gehen. Die Einsatzkräfte drängten die Gruppe auseinander und sprach Platzverweise aus. Dabei schlug ein ein Mann einen Beamten ins Gesicht. Er wurde in Gewahrsam genommen. Personalien aufgenommen hat die Polizei zuvor von zwei Demonstranten, die mit einer palästinensischen Flagge auf das Reiterdenkmal am Heumarkt geklettert waren. Die Beamten beendeten die Aktion.

Zeugen sollen am Rande der Demonstration einen Unbekannten beobachtet haben, der versucht habe, eine Israel-Flagge anzuzünden. Bevor die Polizei den Verdächtigen stellen konnte, sei dieser mit der Fahne in der Menge verschwunden. Im Nachgang an die Versammlung sollen Einsatzkräfte später massiv angepöbelt und eine Polizistin beleidigt worden sein. Drei weitere Menschen kamen in Gewahrsam.

Köln: Polizei kontrolliert Gruppen nach Demonstration

Polizisten hatten an mehreren Stellen in der Innenstadt Kleingruppen kontrolliert, die zuvor an der Demonstration teilgenommen hatten. Dabei trafen sie unter anderem im Steinweg auf eine Gruppe von 40 Personen. Gegen sie werde nun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

Anlass der Demonstration war der sogenannte Nakba-Tag, den Palästinenserinnen und Palästinenser am 15. Mai begehen. Er bezieht sich auf die Flucht und Vertreibung arabischer Menschen aus dem britischen Mandatsgebiet Palästina.

In Köln gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Demonstrationen zu verschiedensten Anlässen. So gab es im April eine Demonstration gegen die Ausgangssperre, am 1. Mai kam es zu einer Spontanversammlung „Gegen Polizeitgewalt“. (sk/ots mit dpa)

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