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Sperrung von Drehbrücke in Deutz: Online-Petition von frustrierten Radfahrern findet im Rathaus Gehör

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Von: Mick Oberbusch

Radfahrerin auf der Drehbrücke in Köln Deutz, von hinten
Die Querung der Deutzer Drehbrücke in Köln ist für Fahrradfahrende aktuell nicht möglich. © Christoph Hardt/imago images

Weil die Sperrung an der Drehbrücke an der Alfred-Schütte-Allee in Deutz für Anwohner unzumutbar ist, starteten sie eine Online-Petition. Henriette Reker will Alternativen prüfen.

Update vom 14. März, 15:58 Uhr: Der Krisenstab der Stadt Köln hat die Verwaltung beauftragt Maßnahmen zu prüfen, die die Wegeführung im Bereich der Drehbrücke in Deutz während der Sanierung verbessern. Den Beschluss hatte das Gremium am Freitag, 12. März, gefasst. 

Aus Pandemie-Gründen sei eine Entzerrung der Fußgängerströme zwischen den Deutzer Wohngebieten und den Poller Wiesen zwingend erforderlich, heißt es von der Stadt. Eine Möglichkeit sei die Einrichtung einer provisorischen Treppenanlage von der Severinsbrücke auf die unter der Brücke liegende Hafenmole. (jaw)

Sperrung von Drehbrücke in Deutz: Online-Petition von frustrierten Radfahrern findet im Rathaus Gehör

Update vom 11. März, 16:30 Uhr: Über 1800 Menschen haben sich inzwischen der Petition von Rabea Herl angeschlossen. Seither hat sich Einiges getan. Wie der WDR in der Sendung „Lokalzeit aus Köln“ berichtete, gab es auch von einigen Politikern Kritik an der Sperrung der Deutzer Drehbrücke. Bezirksbürgermeister Andres Hupke von den Grünen machte jedoch Hoffnung: Im Interview erzählte er, dass Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker eine Akteurskonferenz einberufen will, um eine Kommunikation herzustellen und mögliche Alternativen auszuloten.

Laut Herl steht „nun noch eine Ortsbegehung mit politischen Vertreter*innen an, um zumindest die Verkehrssicherheit der Umleitung zu gewährleisten“. Dies berichtete sie auf der Onlineseite der Petition. Zudem ist eine Mailaktion mit Protestbriefen an die Stadt geplant.

Sperrung von Drehbrücke in Deutz: Frustrierte Radfahrer starten Online-Petition

Erstmeldung vom 4. März:

Köln – Sie ist ein kleines Wahrzeichen Kölns, direkt am Rhein: Die Drehbrücke am Hafen, die die Alfred-Schütte-Allee mit den Poller Wiesen verbindet. In diesem Jahr war es endlich an der Zeit, dass das marode Bauwerk eine Grundsanierung erhält – unter anderem sollten die Gehwege erneuert werden. Bereits bei Bekanntwerden dieser Maßnahme erklärte die Stadt, dass die Brücke somit ein Jahr lang für motorisierten Verkehr, Fußgänger und Radfahrer gesperrt bliebe – Umleitungen allerdings ausgeschildert sein sollen.

Sperrung der Drehbrücke in Deutz sorgt für gefährliche Abkürzungen bei Radfahrern

Leider hält sich nur kaum jemand daran, was für einige Kölnerinnen und Kölner eine echte Gefahr bedeutet. So ignorieren die meisten Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern laut Kölner Stadt-Anzeiger die von den Verkehrsplanern ursprünglich erdachte Umleitung vorbei an der Baustelle über die Siegburger Straße in Richtung Deutz und Innenstadt – und wählen stattdessen vermehrt den Weg über den Poller Kirchweg. Zeitsparend – und riskant, kann es dort schneller zu Zusammenstößen mit Autos kommen.

Für die Radfahrer eine scheinbar nicht hinnehmbare Situation. So starteten die Kölnerin Rabea Herl auf openpetition.org eine Petition, die sich für eine Behelfsbrücke während der Umbauzeit einsetzt. „Auch wenn eine Sanierung im Allgemeinen begrüßt wird, lassen Kommunikationstransparenz, Einbezug der Bürger*innen und vorausschauende Alternativplanungen zu wünschen übrig“, schreibt die Initiatorin.

Gesperrte Drehbrücke in Köln-Deutz: Online-Petition eingerichtet

„Nun stehen wir vor vollendeten Tatsachen und sind der Meinung: So geht das nicht! Insbesondere in Zeiten der Pandemie, wo der Zugang zu den Pollerwiesen für hunderte von Menschen Raum für Erholung und Freizeit mit ausreichendem Abstand bietet. Mobilitätseingeschränkten Menschen wird der Zugang zum Naherholungsgebiet dadurch deutlich erschwert und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen ist vorprogrammiert. Dem Himmel sei Dank, gibt es in der Deutzer Zivilgesellschaft aber engagierte Menschen! So wurde von einer Anwohnerin ein Bürgerantrag mit der Forderung nach einer Behelfsbrücke eingereicht.“ Damit die Radfahrer künftig keine gefährlichen Umwege mehr nehmen müssen.

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