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Deutzer Kirmes: „Darf einfach nicht nochmal passieren“ –was sich ändern soll

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Von: Johanna Werning

Die Deutzer Kirmes in den Osterferien 2022. Ein kleiner Kreis zeigt Poliztisten auf der Deutzer Kirmes. (IDZRW-Montage)
Bürgerinnen und Bürger haben ganz genaue Vorstellungen, wie es mit der Deutzer Kirmes weitergeht (IDZRW-Montage) ©  Jochen Tack/Imago & Panama Pictures

Nicht alles ist gut gelaufen bei der Deutzer Osterkirmes 2022, gerade Anwohner sagen: So kann es nicht weitergehen. Sie haben klare Forderungen.

Köln – „Eigentlich ist es schön, hier zu wohnen. Deutz ist wie ein kleines Dorf – mitten in Köln“, sagt Dr. Christiane Böske. Sie lebt in Köln-Deutz „Die Kirmes hat man immer in Kauf genommen, man wusste, worauf man sich einlässt.“ Doch die Deutzer Osterkirmes 2022 hat Spuren hinterlassen. „In diesem Jahr war es wirklich besonders schlimm.“ Die Kölnerin berichtet von Falschparkern, blutigen Tampons im Hauseingang und von aggressiven Besuchern rund um die Kirmes. Für Böske und viele andere Anwohner ist darum klar: So kann es nicht weitergehen.

Deutzer Osterkirmes 2022

Neben zahlreichen Beschwerden von Anwohnern berichtet auch die Polizei Köln von deutlich mehr Straftaten während der Kirmestage. Allein der Anteil an Körperverletzung hat in Deutz um rund 75 Prozent zugenommen. Welche Vorfälle es genau gab, zeigt die Polizei-Statistik rund um die Deutzer Kirmes 2022.

Deutzer Kirmes: Bürger in Köln fordern mehr Sicherheit und weniger Alkohol und Müll

Auf der Bürgerversammlung am 10. Mai sollte darum Klartext gesprochen werden: Viele Bürger stellten klare Forderungen, was sich an der Kirmes in Zukunft ändern sollte. Und auch Anwohnerin Böske kam mit einem klaren Ziel zur Veranstaltung in der St. Heribert Kirche. „Das Volksfest wurde missbraucht. Kinder und Familien haben hier keinen Platz mehr.“

Und genau das müsse sich dringend ändern: mit einem ganzheitlichen Sicherheits- und Verkehrskonzept. „Ganz Deutschland war baff, was da über uns gerollt ist. Das darf nicht einfach nicht noch einmal passieren. Daher ist ein gutes Sicherheitskonzept nötig“, fasst die Kölnerin zusammen.

Zukunft der Deutzer Kirmes: Die Forderungen

Erstellung eines Verkehrs- und Sicherheitskonzepts: Darunter mehr Sicherheitskräfte und verstärkte Polizeipräsenz. Außerdem Straßen- und Parkplatzsperrungen. Dabei soll es eine temporäre Polizeiwache direkt am Eingang der Kirmes geben.

Alkohol-Konsumverbot auf dem Kirmesplatz: Außerhalb der gastronomischen Einrichtungen soll es verboten werden, auf der Kirmes Alkohol zu trinken.

Beschränkungen für die Kirmes: Speisen und Getränke werden nur noch mit Pfandsystem verkauft. Die Öffnungszeiten sollen im Notfall auf 21 Uhr beschränkt werden. Das Aufstellen von Fahrgeschäften, Wohnwagen und Transportfahrzeugen soll nur noch auf den in der Satzung festgelegten Bereich des Deutzer Werftgeländes festgelegt werden. Lautsprecher werden nur noch in Richtung Rhein aufgestellt. Außerdem sollen mehr Toiletten und Mülleimer aufgebaut werden.

Deutzer Kirmes: Welche Rolle die Bürger spielen

Und was sagt Bezirksbürgermeister und Organisator der Bürgerversammlung Andreas Hupke (Grüne) selbst? Laut dem Bezirksbürgermeister war die Veranstaltung „in vielerlei Hinsicht ein Erfolg“. Auch wenn es nicht nur Lob für Politik, Stadt oder Polizei gegeben hat. „Kritik finde ich immer sehr gut, allen voran, wenn sie durchweg so sachlich vorgebracht wird, wie das an diesem Abend geschehen ist. Das bringt einen weiter und nutzt der Sache“, sagt der 72-Jährige gegenüber 24RHEIN.

Das sei auch in Deutz der Fall: Neben einem verbesserten Verkehrskonzept von Stadt und Schausteller soll es künftig auch ein Begleitgremium für die Kirmes geben, in dem auch Anwohnerinnen und Anwohner vertreten sein werden. Außerdem können Bürgerinnen und Bürger Hupke auch weiterhin schriftliche Lösungsvorschläge zusenden, betont der Bezirksbürgermeister.

Bürgerversammlung zur Deutzer Kirmes am 10. Mai

► Am 10. Mai fand in der Kirche St Herbert in Köln-Deutz eine Bürgerversammlung zur Deutzer Kirmes statt. Das Thema: Die „Ereignisse im Zusammenhang mit der Osterkirmes in Deutz“.

► Organisiert wurde die Bürgerversammlung von Andreas Hupke, Bezirksbürgermeister der Kölner Innenstadt. Mit dabei waren rund 200 Bürger und Vertreter der Polizei, des Ordnungsamtes, der Schausteller und der AWB.

► Gemeinsam wurde über Probleme und mögliche Lösungsansätze diskutiert und an denen wird jetzt gearbeitet. Immerhin ist die nächste Kirmes bereits im Herbst.

Köln: Deutzer Kirmes wird weiter diskutiert – Aktuelle Stunde am 2. Juni

Klar ist: Die Deutzer Kirmes sorgt wohl auch weiterhin Zündstoff. Am 2. Juni findet in der Sitzung der Bezirksvertretung Kölner Innenstadt eine Aktuelle Stunde zur Deutzer Kirmes statt. Einberufen wurde sie von der CDU – bereits vor der Bürgerversammlung. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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