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Köln: Überraschende Wende: Eisbahn am Ebertplatz kommt doch

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Von: Johanna Werning

Kinder und Jugendliche beim Eislaufen auf einer kleinen Eisbahn auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Ingolfstorg in Reykjavik
Eine Eisbahn wird es in diesem Jahr am Ebertplatz nicht geben. (Symbolbild) © T.Seeliger /Imago

Eigentlich galt das Eisbahn-Aus am Ebertplatz in Köln als beschlossene Sache. Doch die Kölner Politik sorgt jetzt für eine echte Überraschung: Die Eisbahn kommt doch.

Update vom 10. September, 10:44 Uhr: Für die Eisbahn am Ebertplatz gibt es nun eine überraschende Wende. Eigentlich hieß es, dass auf das Schlittschuhlaufen verzichtet wird – wegen des Klimaschutzes. Doch FDP, SPD, CDU und Linke wollen die beliebte Eisbahn am Ebertplatz dennoch. Im Stadtentwicklungsausschuss wurde das Vorhaben beschlossen. Die Eisbahn am Ebertplatz kommt doch.

Köln: Keine Eisbahn am Ebertplatz – wegen Klimaschutz

Erstmeldung vom 8. September: Köln – Während die Kölnerinnen und Kölner die sommerlichen Temperaturen in den Freibädern, beim Eis essen und beim Sonnen genießen, beschäftigt sich der Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln bereits mit Weihnachtsmärkten und Veranstaltungen im Winter. Denn das „Winterprogramm Ebertplatz“ will geplant sein. Immerhin soll eine coronakonforme Unterhaltung geboten werden. Allerdings in diesem Jahr ohne Eisbahn. Der Grund: Klimaschutz.

Eisbahn am Ebertplatz

Zweimal wurde am Ebertplatz die Schlittschuh-Saison eröffnet. Sowohl 2018 als auch 2019 lockte die Eislauffläche unzählige Besucher. Finanziert und unterstützt wurde die Eisbahn am Ebertplatz von der Stadt und den KölnBädern GmbH. Zuletzt war auf der Eisbahn rund um den beleuchteten Brunnen täglich Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen möglich.

Ebertplatz in Köln: Keine Eisbahn, um das Klima zu schützen

Das geht aus einer Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur Anfang September hervor: „Mit der Erklärung zum ‚Klimanotstand‘ hat sich der Kölner Rat ausdrücklich zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens bekannt.“ Für die Eisbahn am Ebertplatz ist damit kein Platz mehr. Da die Kölner Durchschnittstemperatur im Dezember laut Stadt zwischen 4 und 6 Grad liegt, erscheine eine Eisbahn „als nicht mehr zeitgemäß“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Hinzu kommt der negative Einfluss von Produktion, Transport und Entsorgung künstlicher Eisbahnen auf ihre Klimabilanz. Und auch von Bürgern und von einigen Zwischennutzern habe es laut Stadt zuletzt „große Kritik“ an der Eisbahn am Ebertplatz gegeben. Nun macht die Stadt Köln Nägel mit Köpfen: Die Eisbahn am Ebertplatz wird nicht länger finanziert. Und auch eine „personelle Betreuung“ der Eisfläche ist seitens der Stadt nicht mehr vorgesehen.

Pariser Klimaschutzabkommen

Das Klimaschutzabkommen sieht einen gloablen Rahmen zur Bekämpfung des Klimawandels vor. Dabei soll die Erderwärmung unter 2°C gehalten werden. Zudem soll versucht werden, den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen.

Köln: Keine Eisbahn für den Ebertplatz – dennoch Eislaufbahn am Heumarkt

Während es für die Eisbahn am Ebertplatz somit wohl keine Zukunft mehr gibt, setzt Heinzels Wintermärchen am Heumarkt auch weiterhin auf die Eislaufbahn – und verspricht dabei sogar Klimaneutralität. Bereits jetzt lockt der Veranstalter zukünftige Besucherinnen und Besucher mit dem Versprechen auf ein „romantisches Eis-Erlebnis“ und das ganz ohne schlechtes Gewissen. „Die Eisbahn auf dem Heumarkt darf sich bereits seit einigen Jahren klimaneutral nennen“, heißt es auf der Internetseite des Weihnachtsmarkts. Doch wie ist das möglich?

Es komme moderne und energiearme Technik zum Einsatz, dennoch werde jede Menge Strom benötigt, um die Eisfläche während Heinzels Wintermärchen zu kühlen. Dafür wird Ökostrom verwendet. Zusätzlich setzt der Veranstalter als Ausgleich auf Förderung von Klimaschutzprojekten. „Auf Grundlage dieser Maßnahmen zertifiziert der TÜV Rheinland die Eislaufbahn auf dem Heumarkt seit 2015 als ‚klimaneutrale Eisbahn‘.“

Doch nicht nur deswegen ist das Schlittschuhlaufen am Heumarkt auch in Zukunft weiterhin möglich. Am Heinzels Wintermärchen wird die Eisbahn nicht durch die Stadt finanziert, sondern vom Veranstalter und dessen Partnern. „Wir haben ein ganz anders Konzept. Die Stadt hat damit nichts zu tun“, so der Veranstalter auf Nachfrage von 24RHEIN.

Köln: Keine Eisbahn am Ebertplatz – stattdessen Bühnenprogramm

Statt Schlittschuhlaufen am Ebertplatz soll es als Alternative unter anderem ein Bühnenprogramm geben.

Zweimal pro Woche soll es Konzerte oder DJ-Auftritte geben. Zusätzlich soll der Ebertplatz in einem echten Lichtermeer erstrahlen. Geplant sind Lichterketten in den Bäumen, ein Adventskalender, in dem täglich ein Kunstwerk gezeigt wird und Live-Events. 112.000 Euro lässt die Stadt dafür springen. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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