Umgestaltung des Platzes

Brennpunkt Ebertplatz: Wird die unterirdische Passage jetzt abgerissen?

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Dem Kölner Ebertplatz steht wohl bald eine komplette Umgestaltung bevor.

Der Ebertplatz gilt als einer der Angsträume in Köln und Umschlagplatz für Drogen. Doch bald könnte der Platz komplett umgestaltet werden.

Köln – Wer schon mal über den Ebertplatz gelaufen ist, der weiß: schön geht anders. Zwar gab es zwischendurch kosmetische Korrekturen, auch der wieder in Betrieb genommene Brunnen sollte mehr Gemütlichkeit vermitteln. Künstlerinnen und Künstler organisierten Ausstellungen und Konzerte. Doch wer in den Abendstunden durch die unterirdische Passage musste, dem konnte schon mal mulmig werden.

Das Areal nahe des Kölner Hauptbahnhofs gilt als einer der Angsträume der Stadt und Umschlagplatz für Drogen. Immer wieder gibt es am Ebertplatz auch gewaltsame Konflikte. Zuletzt kam es im August 2019 zu einer Messerstecherei zwischen Dealern, bei dem ein Mann ums Leben kam.

Das soll sich endgültig ändern. Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, beraten die Politiker im Stadtentwicklungssauschuss am Donnerstag über die Zukunft des Ebertplatzes. Dabei gibt es zwei Varianten: Entweder, die unterirische Passage wird saniert und besser in den Platz integriert. Oder sie wird abgerissen, das Loch zugeschüttet und der Ebertplatz auf die Höhe der umliegenden Straßen angehoben.

Kölner Ebertplatz: Großteil der Politik ist ebenerdigen Platz

Die zweite Variante scheint sich als Favorit herauszukristallisieren. Demnach sprächen sich große Teile der Kölner SPD, CDU und FDP für einen ebenerdigen Platz aus. Auch die Grünen, bisher Verfechter der Sanierungslösung, würden inzwischen zur zweiten Alternative tendieren, heißt es. Die Überlegungen ins Laufen gebracht hatte der ehemalige Baudezernent Franz-Josef Höing.

Doch es gibt auch Kritiker. Der Bürgerverein Eigelstein, der sich seit Jahren für die Wiederbelebung des Ebertplatzes in Köln einsetzt, plädiert dafür, sich nicht frühzeitig auf die Abrissvariante festzulegen. „Wir benötigen ein unabhängiges Gutachten, das bewertet, ob sich der Beton der Passage zu einem vernünftigen Preis sanieren lässt oder nicht“, sagte der Bürgerverein-Vorsitzende Burkhard Wennemar dem Kölner Stadtanzeiger.

Pläne um Ebertplatz in Köln: Kritik von Grünen-Politiker

Idee des Bürgervereins war es, den Durchgang des Ebertplatzes für Besucher zu verglasen und für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen. Sich nun gegen eine Sanierung zu entscheiden, sende ein fatales Signal an die Bürgerbeteiligung, sagte Wennemar. In einem ganz anderen Zusammenhang sorgt der Ebertplatz seit einigen Wochen immer wieder für Aufsehen: Im Bereich um den nahe gelegenen Weiher wurde eine Nutria gesehen.

Unterstützung erhält er vom Bezirksbürgermeister der Innenstadt, Andreas Hupke. Man müsse zuerst den Dialog mit den Menschen suchen, die sich seit Jahren für den Ebertplatz engagieren, so der Grünen-Politiker. „Das ist eine vorbildliche Bürgerbeteiligung, die jetzt nicht einfach zugeschüttet werden darf.“ (mah)

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