Zwischennutzung für sechs Monate

Köln: Rutsche statt defekter Rolltreppe am Ebertplatz – hier wird jetzt zur U-Bahn gerutscht

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Mit dem „Silver Surfer“ kann am Ebertplatz in Köln nun zur U-Bahn gerutscht werden.
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Die Umgestaltung des Ebertplatzes in Köln schreitet weiter voran. Im Rahmen einer Zwischennutzung wurde eine defekten Rolltreppe nun zu einer Rutsche umgebaut.

Köln – Am Ebertplatz in Köln können Menschen nun mit einer Rutsche zur U-Bahn gelangen. Dafür wurde eine der sechs defekten Rolltreppen umfunktioniert, die aus Kostengründen seit Jahren still stehen. Das neue Highlight könnte damit den „schmuddeligen“ Ebertplatz etwas belebter machen.

Köln: Brennpunkt Ebertplatz – Stadt will den Bereich umgestalten und belebter machen

Immer wieder wurde der Ebertplatz als Kriminalitätsbrennpunkt betitelt, negative Schlagzeilen rund um den schmuddeligen Ort häuften sich. So wurde der Bereich oft von Drogen- und Alkoholabhängigen genutzt, 2017 kam es dort zu einer tödlichen Messerstecherei zwischen Drogendealern und auch heute geschehen am Ebertplatz noch Straftaten.

Um den Platz mehr zu beleben und sicherer zu machen, hat die Stadt deshalb bereits vor einigen Jahren entschieden, im Rahmen der Ausschreibung „Neue Zugänge zum Ebertplatz“ Ideen für eine „Zwischennutzung von 2018 bis 2021“ zu sammeln. Künstler, Designer und Architekten reichten dabei insgesamt 53 Entwürfe ein. Die besten wurden 2018 von einer Jury ausgewählt.

Aus einer defekten Rolltreppe wurde am Ebertplatz eine Rutsche, mit der es nun in Richtung Untergrund geht.

Einer davon wurde jetzt, drei Jahre später, erfolgreich umgesetzt. So gibt es seit Ende März 2021 am Treppeneingang vom Eigelsteintor in Richtung Kunstpassage eine spiegelnde Rutsche – ein neues Highlight am Ebertplatz. Hinter der Projektidee, Konzeption und Gestaltung der Rutsche mit dem Titel „Silver Surfer“ steckt das Berliner Kreativ-Kollektiv ON/OFF. Fachlich umgesetzt wurde es von der Firma Eiden & Wagner aus Duisburg, die auf den Bereich „Urban Sports“ spezialisiert ist. Beteiligt war zudem auch das städtische Amt für Kinder, Jugend und Familie.

Wie eine Beteiligte des Projekts zur Zwischennutzung am Ebertplatz gegenüber 24RHEIN mitteilt, soll die Rutsche nun für mindestens sechs Monate am Ebertplatz bleiben. Eine Nutzung über den Zeitraum hinaus wird in den kommenden Monaten geklärt. Bislang sorgt die Rutsche jedenfalls für jede Menge Spaß. „Vor allem Kinder bilden regelmäßig eine Schlange, aber auch viele Erwachsene freuen sich über die Erfahrung, in die Passage zu rutschen“, so die Projektbeteiligte.

Übrigens: Manche Rolltreppen in Köln leuchten nun sogar bunt.

Die Rutsche ist das sechste von insgesamt sieben Kunstwerken, die statt der defekten Rolltreppen am Ebertplatz platziert werden. Der Kölner Rat entschied im Jahr 2018, dass die defekten Rolltreppen bis zur Umgestaltung des Platzes nicht mehr erneuert werden sollen – stattdessen sollen sie für eine künstlerische Gestaltung freigegeben werden. Andere Gewinner-Entwürfe der Ausschreibung beinhalten Lichtinstallationen, einen Barren zum Turnen auf den Treppen sowie eine Aussichtsplattform.

Köln: Umgestaltung des Ebertplatzes – So soll es weitergehen

Für die dauerhafte Umgestaltung des Ebertplatzes gibt es aktuell zwei konkrete Ideen. Eine davon wäre, die unterirdische Passage zu sanieren und besser in den Platz zu integrieren. Eine alternative Möglichkeit wäre dagegen, die Passage abzureißen, das Loch zuzuschütten und den Ebertplatz auf die Höhe der umliegenden Straßen anzuheben.

Veranstaltungen am Ebertplatz

Sofern es die Corona-Infektionszahlen in Köln wieder zulassen, soll es Veranstaltungen und Aktionen am Ebertplatz geben, „damit der Platz im Sommer und Herbst erneut ein beliebter Treffpunkt für Kölner*innen wird“, heißt von der Stadt Köln. Die Wasserkinetische Plastik des Künstlers Wolfgang Göddertz in der Mitte des Platzes wird aufgrund der aktuellen Infektionszahlen vorerst noch nicht in Betrieb genommen.

Grundsätzlich sollen beide Optionen vorerst beibehalten und geplant werden. Im nächsten Schritt wird es dabei eine städtebaulichen Vorqualifizierung unter Einbindung der Öffentlichkeit geben. Anschließend wird eine europaweite Ausschreibung und damit ein Planungswettbewerb gestartet. (nb)

Dieser Artikel wurde am 12. April inhatlich aktualisiert und ergänzt.

  • Neuerung: Rutsche bleibt mindestens sechs Monate dort

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