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Ärger um Eifelwall: „Stadt sollte Initiativen unterstützen und nicht räumen lassen“

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Von: Johanna Werning

Der dekorierte Eifelwall mit Paletten-Möbeln und Pflanzen.
Die Räumung des Eifelwalls in Köln ist für Bundestagsabgeordneten Sven Lehmann nicht nachvollziehbar © Sven Levmann/privat

Der Ärger am Eifelwall geht weiter – es gibt Kritik. Immerhin war der Bereich in der Südstadt ein „Ausdruck von Lebensfreude“. Wie geht es weiter?

Köln – Der Eifelwall in der Kölner Südstadt galt zuletzt als beliebter Treffpunkt. Immerhin haben die Bürgerinnen und Bürger die autofreie Straße in Köln selbst mit Pflanzen und Paletten-Möbeln dekoriert. Doch das Ordnungsamt räumte den Bereich. Die Begründung: Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Für Bundestagsabgeordneten Sven Lehmann (Grüne), ist das unverständlich: „Wir brauchen mehr solche (Frei-)Räume in Köln, nicht weniger“, sagt er.

Köln: Ärger um Eifelwall – Stadt sieht Gefährdung, Politiker sieht „Ausdruck von Lebensfreude“

Während die Stadt Köln von einer Gefährdung am Eifelwall spricht und die „Aufbauten, Gegenstände und das Mobiliar im öffentlichen Straßenland“ nicht dulden kann, sieht Lehmann in den „selbstgebauten Blumenkästen, Girlanden oder liebevoll gestaltete Mobiles“ einen „Ausdruck von Lebensfreude“.  

Statt des harschen Vorgehens findet Lehmann, dass die Stadt solche Bauten unterstützten sollte. „In einer Stadt wie Köln, in der öffentlicher Raum häufig verwahrlost und lieblos gestaltet ist, sollten alle Beteiligten, auch die Verwaltung der Stadt Köln, solche Initiativen unterstützen und nicht räumen lassen.“

Denn solche „Grünoasen“ sind gerade in einer Großstadt wie Köln wichtig. „Wir haben am Ebertplatz gesehen, wie ein trostloser Platz durch das Engagement der Menschen vor Ort zu einem der attraktivsten Plätze der Stadt geworden ist“, so Lehmann weiter.

Der Ärger um den Eifelwall – das ist passiert

Seit mehreren Wochen haben Bürgerinnen und Bürger die autofreie Straße Eifelwall in der Südstadt dekoriert. Neben Pflanzen waren Möbel aus Paletten und Girlanden angebracht. So sollte ein Treffpunkt für Kölnerinnen und Kölner entstehen. Laut Stadt gab es jedoch in den vergangenen Wochen Anwohnerbeschwerden. Mehrmals rückte das Ordnungsamt an und wies den „Verursacher“ an, die Dekoration und die Möbel zu entfernen. Am 6. und 7. Oktober räumte das Ordnungsamt daraufhin den Eifelwall selbst.

Nur einen Tag später startete ein Aufruf, die „Eifelwall-Oase“ zurückzuerobern und Pflanzen und Dekoration zu spenden. Auch der Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann rief am Wochenende dazu auf: „Bringt gerne Pflanzen vorbei und macht den Ort wieder zu dem, was er war: Ein Ort von Menschen für Menschen.“

Köln: Ärger um Eifelwall – Platz soll „dauerhaft als Ort für Menschen erhalten bleiben“

Darum ist es für den Grünen-Politiker klar, die „Eifelwall-Oase“ zu unterstützen. Gemeinsam mit den Grünen im Rat und in der Bezirksvertretung will er sich nun „dafür einsetzen, dass der Eifelwall dauerhaft als Ort für die Menschen erhalten bleibt.“ In der Bezirksvertretung Innenstadt ist bereits eine Aktuelle Stunde von den Grünen beantragt worden. In der Sitzung vom 28. Oktober wird dann über die Eifelwall-Oase diskutiert.

Köln: Ärger um Eifelwall – auch SPD fordert Handeln

Unterstützung dürfen die Grünen dabei von der SPD bekommen. Denn auch die Sozialdemokraten in Köln sehen beim Handeln der Stadt einen Fehler. „Dieses gesellschaftliche Engagement zum Wohle der Gemeinschaft kann man nur begrüßen. Umso unverständlicher ist es, dass die Ordnungsdezernentin nun jedes Fingerspitzengefühl vermissen lässt und diese kleine Oase lieber zerstören lässt, anstatt ins Gespräch zu gehen“, so Christian Joisten, Fraktionsvorsitzender der Kölner SPD. „Lieber ‚harte Hand‘ statt Dialogbereitschaft – das spricht Bände.“

Die SPD fordert, dass die Ordnungsdezernentin Andrea Blome sich mit den Anwohnenden zusammensetzt und „eine Lösung im Sinne aller Beteiligten“ findet. Immerhin ist in den vergangenen Monaten am Eifelwall etwas entstanden, „was es ihn in unserer Stadt leider viel zu selten gibt: Ein Ort der Begegnung, des Zuhörens, des nachbarschaftlichen Zusammenhalts“, erklärt die SPD weiter. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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