Gremium soll einberufen werden

Missbrauchsgutachten: Wird der Platz vor dem Kölner Dom jetzt umbenannt?

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Der Platz vor dem Kölner Dom ist seit 2008 nach Kardinal Joseph Höffner benannt, der von 1969 bis 1987 Erzbischof von Köln war.
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Im Missbrauchsgutachten des Erzbistums Köln ist auch der Name von Kardinal Höffner aufgetaucht, nachdem der Platz vor dem Kölner Dom benannt ist. Das wollen einige nun ändern.

Köln – Jährlich besuchen Millionen von Touristen den Kölner Dom und kommen dabei auch am „Kardinal-Höffner-Platz“ vorbei. Bis 2008 war der Platz namenlos, dann wurde er nach Höffner benannt, der von 1969 bis 1987 Erzbischof von Köln war. Schon bald könnte der Platz jedoch wieder namenlos sein oder auch ganz anders heißen. Denn einige fordern nun, dass der Platz wieder umbenannt wird.

Köln: Platz vor dem Kölner Dom soll umbenannt werden – Höffner taucht in Missbrauchsgutachten auf

Das Gutachten zum Umgang mit sexuellem Missbrauch hat das Erzbistum Köln schwer belastet. In dem Gutachten kamen nun mehrere Namen von Geistlichen ans Tageslicht, die sich laut dem Gutachten „schuldig“ gemacht haben. Als Konsequenz daraus hat Kardinal Woelki zwei Bischöfe, die in dem Gutachten genannt wurden, entlassen. Und auch eine weitere Konsequenz droht jetzt, die den Platz vor dem Kölner Dom betrifft: Er wurde nach Kardinal Joseph Höffner benannt, doch auch er taucht in dem Gutachten auf. Die Folge: Der Platz soll einen neuen Namen bekommen.

Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete, will Andreas Hupke, Bezirksbürgermeister der Innenstadt deshalb nun der zuständigen Bezirksvertretung den Vorschlag machen, ein Gremium einzuberufen, um Empfehlungen über die mögliche Namensänderung des Platzes einzuholen. Dazu sollen auch Betroffene von sexuellem Missbrauch in der Kirche angehören, so Hupke. Er riet dazu, bei solch hochemotionalen Themen kühl und rational zu blieben und nicht vorschnell und unüberlegt zu handeln.

Missbrauchsgutachten Köln: Betroffenenbeirat hält Namensänderung für richtiges Zeichen

Und wie sehen die Betroffenen selbst das Thema? „Ich persönlich finde die Umbenennung des Platzes ist ein richtiges Zeichen, da Kardinal Höffner Vorfälle vertuscht hat“, so Peter Bringmann-Henselder, Mitglied des Betroffenenbeirats. Seine Meinung teilt auch die SPD-Politikerin und ehemalige Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes: „Es darf nicht länger so sein, dass ein Platz direkt vor dem Dom nach ihm benannt ist“, so Scho-Antwerpes gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Sie sagte außerdem, Höffners Wappenspruch „Iustitia et caritas“, was so viel bedeutet wie Gerechtigkeit und Nächstenliebe, stoße ihr auf.

Köln: Kardinal Joseph Höffner taucht in Gutachten auf – das wird ihm vorgeworfen

In dem Gutachten, das vom Erzbistum Köln in Auftrag gegeben wurde, steht: „Hinsichtlich Erzbischof Prof. Dr. mult. Höffner (Amtszeit: 12.02.1969 – 14.09.1987) konnten die Gutachter insgesamt acht Pflichtverletzungen feststellen, die sich auf sechs verschiedene Aktenvorgänge bezogen. Hierbei handelte es sich um sechs Verstöße gegen die Aufklärungspflicht und um zwei Verstöße gegen die Pflicht zur Opferfürsorge.“

Wie es nun mit der Umbennenung des Platzes weitergeht und ob der Platz tatsächlich einen neuen Namen bekommt, muss weiter abgewartet werden. (nb)

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