Von Messer bis Pfefferspray

Kölner Hauptbahnhof wird Waffenverbotszone – für ein Wochenende

+
Die Bundespolizei hängt Plakate für die bevorstehende Waffenverbotszone aus (Symbolbild).
  • schließen

Am Wochenende gilt am Kölner Hauptbahnhof eine Waffenverbotszone. Die Bundepolizei kontrolliert die Einhaltung verstärkt.

Köln – Die Bundespolizei richtet per Allgemeinverfügung am kommenden Wochenende (7. bis 10. Mai) am Hauptbahnhof Köln eine Waffenverbotszone ein. Auch die Bahnhöfe in Siegen und Siegburg/Bonn sind davon betroffen. Das Verbot gilt für das Mitführen von unter anderem Feuerwaffen, Messern, Pfeffersprays oder Schlagstöcken, teilt die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin am Montag mit.

Hintergrund für die Einrichtung sind nach Angaben der Polizei „die konstant hohen Fallzahlen von Gewaltdelikten“ sowohl am Hauptbahnhof Köln als auch in Siegen und Siegburg/Bonn. Die Bundespolizisten werden ab Freitag (14 Uhr) bis Montagmorgen (6 Uhr) verstärkt in den Bahnhöfen und auf den Gleisanlagen kontrollieren und die Einhaltung des Verbots überwachen.

Köln Hauptbahnhof: 120 Vorgänge im Zusammenhang mit Waffen

Allein im Kölner Zuständigkeitsbereich verzeichnete die Bundespolizei seit Oktober 2020 über 120 Vorgänge, die in Zusammenhang mit Waffen oder anderen gefährlichen Gegenständen standen, schreibt die Polizei. Besonders häufig hatten diese Vorgänge mit unterschiedlichen Messern zu tun – vom Brotmesser bis zum Springmesser. Stichwaffen könnten mitunter zu tödlichen Verletzungen führen. „Die sogenannte Alltagsgewalt eskaliert häufig unkontrolliert durch Betäubungsmittel- und Alkoholeinfluss und kann dann zu schwerwiegenden Gefahren für die Gesundheit oder Leib und Leben führen“, erklärt die Bundespolizei. „Das Sicherheitsgefühl aller Bahnbenutzer wird hierdurch nachhaltig beeinträchtigt.“

Eine potenziell gefährliche Situation dieser Art verhindern, konnten Beamte Anfang März im Kölner Hauptbahnhof. Sie trafen auf einen Betrunken, der eine Axt in seinem Rucksack dabei hatte. Wie sich herausstellte hatte der Mann über zwei Promille. Des weiteren berichtet die Bundespolizei vom Fall eines 14-Jährigen, bei dem sie ein rund 15 Zentimeter langes Küchenmesser fanden. Er habe sich „mal richtig verteidigen“ wollen, gab der Junge an. Dank eines aufmerksamen Zeugen ist es der Bundespolizei in Bonn zuletzt gelungen, einen flüchtigen Messerstecher zu fassen. Der 33-Jährige hatte in einer Regionalbahn auf einen Kontrahenten eingestochen.

Waffenverbotszone am Hauptbahnhof Köln: Verstöße werden geahndet

Wer gegen die eingerichteten Waffenverbotszonen verstößt, gegen den kann lau Polizei ein Platzverweis ausgesprochen werden und/oder ein Zwangsgeld verhängt werden. Doch es gibt Ausnahmen: „Neben bestimmten Berufsgruppen dürfen Bahnreisende Waffen im Sinne des Waffengesetzes transportieren, wenn diese in einem geschlossenen, gesicherten Behältnis transportiert werden und alle Bestimmungen des Waffengesetzes erfüllt sind“, erklärt die Bundespolizei. Eine Waffenverbotszone gab es im Kölner Hauptbahnhof zuletzt im Oktober 2020.

An vielen vor allem großen Bahnhöfen in NRW hat es die Bundespolizei neben Waffen auch mit Drogendelikten zu tun. Einen überraschenden Drogenfund machten Bundespolizisten bei einem mutmaßlichen Fahrraddieb: Sie fassten am Sonntag in Düsseldorf einen Mann, der in seiner Unterhose eine gelbe Kapsel eines Überraschungseis mit Heroin versteckt hatte. Obwohl er die Taschen voller Drogen hatte, hat ein mutmaßlicher Dealer Mitte April in den Düsseldorfer Hauptbahnhof uriniert. Die Bundespolizei erwischte den 17-Jährigen beim Austreten abseits eines WC und wollte es trotz der Ordnungswidrigkeit eigentlich bei einer mündlichen Verwarnung belassen, doch dann nahmen die Beamten einen verdächtigen Geruch wahr. (sk/ots)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion