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Köln: NRW-Chef Wüst und OB Reker bewusst harmonisch – ist das echt?

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Von: Martin Henning

Eröffnung Impfzentrum: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor der Lanxess-Arena.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor der Lanxess-Arena. © Eduard Bopp / Imago

Beim gemeinsamen Pressetermin in Köln gaben sich NRW-Ministerpräsident Wüst und OB Reker bewusst harmonisch. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus?

Köln – Ziemlich pünktlich traten am Dienstagvormittag NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Oberbürgermeisterin Henriette Reker in Deutz vor die Kameras. Zu einem feierlichen Anlass: Das neue Drive-In-Impfzentrum an der Lanxess-Arena hat eröffnet. Ein weiterer Impf-Boost für die Stadt, die den Bürgerinnen und Bürgern täglich 15.000 Impfangebote machen möchte.

Der Pressetermin sollte Einigkeit zwischen Land und Stadt zeigen. Wüst und Reker gaben sich betont harmonisch. Die Oberbürgermeisterin bedankte sich beim „beim Land Nordrhein-Westfalen, das uns oft ermöglicht hat, hier in Köln bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, die es landesweit noch nicht gab. Durch Sie [Wüst] wurde der Karneval mit der 2G-Regel möglich, aber auch die Weihnachtsmärkte können unter 2G und strengen Kontrollen geöffnet sein.“

Hendrik Wüst und Henriette Reker: Dicke Luft nach Karneval-Interview?

Gerne hätte 24RHEIN Henriette Reker gefragt, ob Sie und Hendrik Wüst dessen Interview im Nachgang besprochen haben, wie sie den gemeinsamen Austausch bewertet und was die Stadt Köln aus ihrer Sicht am 11.11. hätte besser machen können. Doch auf Anfrage vor Ort hieß es von der Stadt lediglich, man habe „keine Zeit“ und sei „eh schon fünf Minuten drüber“.

Henriette Reker lobt Köln für Corona-Maßnahmen

Beim Pressegespräch: viel Schulterklopfen, auch für die eigenen Leistungen. Man habe in Köln immer versucht, „ein Stück weit vor die Lage zu kommen“, sagte Reker – durch frühe Testungen in Pflegeheimen und mobile Impfaktionen in besonders betroffenen Stadtteilen. Die Oberbürgermeisterin betonte, dass Köln mit 74 Prozent vollständig geimpften Personen „ganz weit vorne“ liege. Mit knapp 18 Prozent der Ü60-Jährigen, die eine Booster-Impfung bekommen hätten, sei man „über dem Landes-und Bundesdurchschnitt“.

Sie betonte auch, dass in Köln „ungefähr die Hälfte der Menschen gestorben sind, die im Bundesdurchschnitt gestorben sind“ – 1,06 Prozent. Die Hospitalisierungsrate liege in der Stadt bei 2,2 Prozent. Das ist ziemlich genau zwei Prozentpunkte niedriger als der Durchschnitt in NRW am Dienstag (4,22).

Hendrik Wüst bedankt sich bei Henriette Reker und der Stadt Köln

Ministerpräsident Wüst lobte die Stadt überschwänglich für das neue Drive-In-Impfzentrum. Es sei „exzellent organisiert“, jeder Beteiligte mache „großartige Arbeit“, die Lösung des Drive-In-Zentrums sei „kreativ“. Er habe gut gelaunte Menschen kennengelernt, die „mit Spaß bei der Arbeit sind, zu helfen. Aber auch gut gelaunte Impflinge.“ Köln sei „immer sehr engagiert in dieser Pandemie“ gewesen. OB Reker nickte deutlich sichtbar bei einigen von Wüsts Aussagen.

Auch sparte Wüst nicht mit Lob für die eigenen Anstrengungen. Alleine am vergangenen Wochenende seien in NRW 160.000 Impfungen verabreicht worden, darunter 120.000 Booster-Impfungen. Spätestens sechs Monate nach der zweiten Impfung solle jeder in NRW ein Impfangebot für die Auffrischungsimpfung bekommen, so seine Ansage. Impfen sei „der Schlüssel raus aus der Pandemie“, dafür müsse man auch die Bürokratie beim Impf-Prozedere verringern.

Termin für das Impfzentrum an der Lanxess-Arena in Köln: Wie läuft das?

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